Zwischen Altem Zoll und Josefstraße ist ein neuer Stadtraum am Rhein entstanden. Die Stadt setzt auf mehr Aufenthaltsqualität.
„Attraktiver, cooler Ort“Neue Promenade am Rhein in Bonn eröffnet – auch Verkehr neu geordnet

Oberbürgermeister Guido Déus (Mitte von links), Bürgermeisterin Nicole Bonnie und NRW-Ministerin Ina Scharrenbach bei der Eröffnung des neuen Rheinuferabschnitts in Bonn.
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Bonn hat den ersten Bauabschnitt der neugestalteten Rheinuferpromenade eröffnet. Bei einer Feierstunde und dem Bürgerfest „Rhein ins Erlebnis“ wurde der rund 20.000 Quadratmeter große Abschnitt am 12. September freigegeben. Live-Musik, Kunst- und Mitmachaktionen begleiteten die Eröffnung.
„Mit der Neugestaltung der Rheinuferpromenade investieren wir in einen der schönsten und wichtigsten öffentlichen Räume unserer Stadt“, sagte Oberbürgermeister Guido Déus. Hier verbinden sich demnach „Aufenthaltsqualität, Klimaanpassung, nachhaltige Mobilität und ein einzigartiger Blick auf den Rhein“.
Rheinuferpromenade in Bonn: Mehr Grün und weniger Autoverkehr
Mehr als 1200 Quadratmeter Fläche wurden entsiegelt. Regenwasser wird in Pflanzbeete geleitet. Helle Granitbeläge, trockenheitsresistente und insektenfreundliche Pflanzen sowie neun neue Bäume sollen helfen, die Aufheizung zu reduzieren. Fünf Bäume stehen bereits, vier weitere sollen im Oktober folgen.
Auch der Verkehr wurde neu geordnet. Zwischen Josefstraße und Rheingasse bleibt eine Fahrbahn für den motorisierten Verkehr erhalten – etwa für die Umfahrung der Kennedybrücke und die Zufahrt zur Operngarage. In den übrigen Bereichen gilt eine Fahrradstraße, auf der Radfahrende Vorrang haben. Eine getrennte Radspur sorgt für Sicherheit. 46 neue Fahrradabstellanlagen wurden geschaffen.
Christian Hirte, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesverkehrsminister, nannte die Fahrradstraße ein Beispiel für „klimafreundliche und zukunftsfähige Mobilität vor Ort“.
Fontänenfeld und Platz der Kinderrechte – „attraktiver, cooler Ort“
Unterhalb der Oper wurde ein Teil der Mauer entfernt. So entstand ein neuer Auftaktplatz, der die Innenstadt mit dem Rheinufer verbindet und auch für Veranstaltungen genutzt werden kann. Im Zentrum liegt ein Fontänenfeld mit zehn Düsen. Eine Sitzskulptur mit Wasserelementen, zwei Trinkwasserspender und neue Sitzstufen nördlich der Kennedybrücke ergänzen das Angebot.
Neben dem Pavillon ist der „Platz der Kinderrechte“ entstanden. Rund um eine große Linde gibt es Spielgeräte, einen Balancierparcours, eine Hängematte und Hüpfteller. Farbige Tafeln informieren spielerisch über Kinderrechte.
NRW-Ministerin Ina Scharrenbach bezeichnete die Promenade als „attraktiven, coolen Ort“. Viel Grün und ein kluger Umgang mit Wasser machten Bonn widerstandsfähiger gegen Hitze. Bund und Land fördern das Projekt mit rund 8,1 Millionen Euro. Für die Fahrradstraße kommt etwa eine Million Euro hinzu. Die Gesamtkosten liegen voraussichtlich bei 10,5 Millionen Euro, der städtische Eigenanteil bei rund 2,1 Millionen Euro.
„Das Rheinufer gehört zu den Aushängeschildern unseres Stadtbezirks“, sagte Bezirksbürgermeisterin Nicole Bonnie. Mit den neuen Aufenthaltsbereichen, Spiel- und Wasserangeboten sei ein Raum entstanden, der den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger gerecht werden solle.
Der eröffnete Abschnitt ist der erste von drei Bauabschnitten der rund 1,5 Kilometer langen Promenade. Der zweite Abschnitt zwischen Josefstraße und Rosental soll Anfang 2027 folgen. Für den Bereich zwischen Altem Zoll und Zweiter Fährgasse ist die Umsetzung derzeit ab Ende 2028 vorgesehen. Im ersten Abschnitt stehen noch Restarbeiten an.
