Nach über 110 Jahren ist das Aus für Stern-Kino in Bonn kaum noch abzuwenden. Eine Initiative kämpft für den Erhalt.
„Frustrierend“Trotz Woki-Interesses – Eigentümer blockiert Erhalt von Traditionskino in Bonn

Das Stern-Kino (hier links neben dem Sternhotel) auf dem Bonner Marktplatz in der Innenstadt besteht bereits seit 1913. (Archivfoto)
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Die Zukunft der Sternlichtspiele Bonn bleibt offen. Mehr als 7000 Menschen haben nach Angaben der Initiative „Supernova: Rettet das Stern-Kino!“ inzwischen die Petition zum Erhalt des traditionsreichen Kinos unterzeichnet. Dennoch ist auch ein dritter Gesprächsversuch mit dem Eigentümer Centralis Immobilien ohne Ergebnis geblieben.
Die Initiative hatte den Hauseigentümer erneut zu einem Austausch eingeladen. Zu einem Gespräch sei es nicht gekommen, teilte sie mit. Bereits im Zusammenhang mit der ersten Berichterstattung über die Rettungsaktion hatte Centralis auf eine Anfrage nicht reagiert.
Stadt sieht keine Grundlage für Gespräche – Initiative verweist auf Übernahme-Interesse
Unter den Unterzeichnern der Petition sind nach Angaben der Initiative aktuell rund 7300 Bonnerinnen und Bonner. Bezirksbürgermeisterin Nicole Bonnie, die im Juli die gesammelten Unterschriften entgegengenommen hatte, lobte den Einsatz der Initiative in einer erneuten Mitteilung.
Nach Angaben der Initiative verwies Bonnie zugleich auf die Vermittlungsversuche des Amts für Wirtschaftsförderung. Diese hätten ergeben, dass es nach dem Ausstieg des derzeitigen Betreibers CineStar aus Sicht der Hauseigentümer keine Grundlage für weitere Gespräche gebe. Die Bezirksbürgermeisterin habe dies nach Darstellung der Initiative auch damit begründet, dass ein erfahrener Kinobetreiber fehle, der das finanzielle Risiko einer Folgenutzung übernehmen wolle.

Die Initiative Stern-Kino bei der Übergabe der Unterschriften in Bonn.
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Die Initiative widerspricht dieser Darstellung zumindest teilweise. Nach Angaben der Geschäftsführung des Woki habe das Bonner Kino bereits im Frühjahr gegenüber Centralis Interesse an einer Übernahme des Stern-Kinos signalisiert. Centralis habe damals mitgeteilt, man habe sich für eine andere Nutzung entschieden und plane derzeit keinen weiteren Kinobetrieb.
Auch von anderen Kinobetreibern habe die Initiative Interesse vernommen. Zu Gesprächen mit Centralis sei es nach ihrer Kenntnis allerdings nicht gekommen.
Initiative bittet Oberbürgermeister um Stellungnahme zum Stern-Kino
Die Initiative hat zudem Oberbürgermeister Guido Déus um eine Positionierung gebeten. Seit dem Bekanntwerden der geplanten Schließung im Februar habe es nach ihrer Kenntnis bislang keine öffentliche Stellungnahme des Oberbürgermeisters zur Zukunft des traditionsreichen Kinostandorts gegeben.
„Es ist frustrierend zu wissen, dass sich sowohl die Bonner Bürgerinnen und Bürger als auch hiesige Kinobetreibende um die Fortführung der Sternlichtspiele bemüht haben und es trotzdem nicht einmal zu Gesprächen mit den Vermietern gekommen ist“, erklärt Initiatorin Evelin Schulz.
Vincent Haag, Sprecher der Initiative „Supernova: Rettet das Stern-Kino!“, zeigte sich enttäuscht, bedankte sich aber zugleich bei den beteiligten Stellen und Unterstützern. „Wir werden uns auch künftig für kulturelle Themen und mehr Transparenz bei vergleichbaren Entwicklungen in der Bonner Stadtpolitik einsetzen“, kündigte er an.
Die Sternlichtspiele gelten als traditionsreicher Kinostandort in Bonn. CineStar hatte angekündigt, den Betrieb aufzugeben. Die Initiative „Supernova: Rettet das Stern-Kino!“ war Anfang Mai 2026 mit ihrer Petition gestartet. Sie setzt sich seitdem mit Informationsarbeit und Gesprächen mit politischen Entscheidungsträgern für den Erhalt des Kinos ein.

