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WettbewerbPremiere in Sechtem: 25 Texte für den ersten queeren Literaturpreis

Beim ersten queeren Literaturwettbewerb im Rhein-Sieg-Kreis überzeugten Texte von Noah, Abigail und Noel die Jury.

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Die Teilnehmer:innen des Wettbewerbs.

Eine eindrucksvolle Premiere: Erstmals wurde im Rhein-Sieg-Kreis ein queerer Literaturwettbewerb ausgerichtet, im Kulturraum in Bornheim-Sechtem.

Eine Idee aus der Jugendarbeit

Die Idee dazu hatte die Sozialarbeiterin Lena Ehmer, die selbst der queeren Community angehört. Sie arbeitete längere Zeit im Troisdorfer Jugendtreff „Q“, einem offenen Safe Space für Jugendliche, der LSBTIAQ*-Community. Da im linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis bislang ein solches Angebot fehlte, bewarb sie sich initiativ bei der Jugendförderung der Stadt Bornheim. Dort zeigte man sich von der Idee begeistert, und so kam die Idee des ersten queeren Jugendtreffs im Kulturraum in Sechtem in Gang.

Los ging es in den Sommerferien: „Schritt für Schritt bauen wir das Angebot auf. Jede und jeder ist eingeladen vorbeizukommen und mitzumachen, worauf er oder sie Lust hat.“ Die Angebote reichen von Do-It-Yourself (DIY) Aktionen, über gemeinsames Kochen und Backen, bis hin zu Musik hören, Chillen und Freunde oder Freundinnen treffen.

25 Bewerbungen unter dem Motto „Lautstark, leisezart“

Mit der Eröffnung des Treffs wurde auch der erste queere Literaturpreis im Rhein-Sieg-Kreis ausgeschrieben. 25 Bewerbungen gingen ein von Troisdorf bis Sankt Augustin bis hin zu Bornheim. Der Wettbewerb stand unter dem Motto „Lautstark, leisezart“.

„Es wurden großartige Texte eingereicht, unsere Jury war begeistert“, freute sich Lena Ehmer. „Alle Texte waren phänomenal, sehr unterschiedlich und vielseitig“, schwärmte Juror Ahmet Rustemi vom Stadtjugendring Bornheim.

Mitjuror Bernd Schöneck, Journalist und Autor, sagte: „Es war unheimlich spannend, die Texte zu lesen, die Gedanken schweifen zu lassen, ab und zu die Augen zu schließen, und sich in die Gedankenwelt der Autorinnen und der Autoren hineinzuversetzen.

Die Gewinnertexte

Der erste Preis ging an den Text „Proud and Loud“ von Noah, der sich mit seinen innersten Gefühlen auseinandersetzte, so dass auch nicht queere Menschen nachvollziehen konnten, was er empfindet, beschrieb Rustemi.

Über den zweiten Platz freute sich Abigail mit dem Text „Gestern, heute, morgen“. Manchmal fehle anderen das Bewusstsein dafür, was andere Menschen denken und fühlen: „Das gibt dieser Text wunderbar wider“, lobte Rustemi. Schöneck fügte hinzu: „Dieser Text hat mich gefesselt. Abigail versucht im Tagesverlauf mit dem Strom zu schwimmen, doch je später es wird, desto stärker kommen die Dämonen, die Unsicherheiten und Ängste hervor. Das ging sehr unter die Haut.“

Noel wählte ein ganz außergewöhnliches Genre. Er erreichte einen auf Englisch verfassten Songtext mit dem Titel „There’s a Good Side to Loving Me“ ein. Einen Liedtext einzureichen, das sei sehr ungewöhnlich und mutig, betonte Rustemi: „Der Text enthält schöne Metaphern, so muss Musik aufgebaut sein.“ Alle Gewinner erhielten jeweils eine Urkunde sowie einen Gutschein vom Eiscafé Veronesi in Bornheim.

Als Vertreterin der Bornheimer Lokalpolitik brachte die Travestiekünstlerin Charlene de Verre aus Roisdorf Grußworte. Als gelernte Buchhändlerin sei sie von Fach: „Ich freue mich sehr, dass dieser Wettbewerb in Bornheim ins Leben gerufen wurde. Da möge bitte noch mehr kommen. Diese Kostproben klingen auf jeden Fall schon einmal sehr vielversprechend.“ (fes)