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Platz zum Chillen und SpielenNeues Jugendmobil „Streetbox“ in Windeck eingeweiht

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Eine Gruppe Menschen steht vor dem Jugendmobil auf einem Parkplatz.

Am 1A-Jugendtreff in Rosbach wurde die neue „Streetbox“ für Windeck gemeinsam mit Gästen gefeiert. Rechts vorn: die Leiterin der „Streetbox“ Isabel Zervos, dahinter ihr Kollege Daniel Krauß.

Die neue „Streetbox“ bringt die Jugendarbeit wieder in die Außenorte der flächengrößten Gemeinde im Rhein-Sieg-Kreis. 

Die neue „Streetbox“, das Jugendmobil für Windeck, hat einen Quantensprung gemacht. Das Vorgängermodell war seit 2023 nicht mehr einsetzbar. Häufige Reparaturen und keine Heizung im Winter waren sowohl eine Zumutung für die jungen Besucherinnen und Besucher als auch für Leiterin Isabel Zervos und Mitarbeiter Daniel Krauß. Nach zwei Jahren Wartezeit wurde jetzt am 1A-Jugendtreff in Rosbach die Neuanschaffung, ein Mercedes Sprinter, freudig gefeiert.

Kalle Jansen, Fachbereichsleiter für offene Kinder- und Jugendarbeit der Katholischen Jugendagentur Bonn KJA (KJA), begrüßte die Gäste und stellte das Mobil vor. Zur Wahl des Fahrzeugs sagte er später, ausschlaggebend sei gewesen, dass es das größte Auto sei, das mit dem Führerschein Klasse B gefahren werden könne.

Zusammenhalt, Essen, Spiele: Jugendliche entwerfen Außenfolierung selbst

Ein Campingbauer hat es nach den Wünschen der Nutzer eingerichtet. In der Rückfront ist ein Regalsystem untergebracht, um allerlei Spiele, Getränke, Essensvorräte mitzuführen. Das Innere ist als Chill-, Spiel- und Kommunikationsfläche mit umlaufenden Sitzmöglichkeiten, Stauraum und einem versenkbaren Bildschirm ausgebaut.

Die Fenster sind mit Folierung versehen, damit niemand hineinschauen kann. Die Vorlagen für die Außenfolierung des Fahrzeugs haben die Jugendlichen selbst entworfen, „Feso Design“ aus Windeck hat sie gedruckt. „Diese Symbole stehen dafür, was ihnen wichtig ist: Zusammenhalt, Essen, Spiele, Gespräche und Hilfe“, erläutert die Leiterin.

Drei Männer sitzen auf den Polstern im Jugendmobil und unterhalten sich.

Sitzprobe in der „Streetbox“ (v.r.n.l.): Kalle Jansen (Fachbereichsleiter für offene Kinder- und Jugendarbeit vom KJA), Florian Grünhäuser (Regionalmanagement der Leader Förderung) und Daniel Flemm vom Jugendamt des Kreises.

Auf dem Dach ist eine Solaranlage installiert, denn an sämtlichen Windecker Anlaufstellen fehlt ein Stromzugang. Außerdem gibt es nun eine funktionierende Standheizung. „Unsere Gäste waren in der kalten Jahreszeit manchmal in drei Decken eingewickelt“, schildert Zervos.

„Streetbox“ als mobile Ergänzung zu den Jugendhäusern und Villa Laurentius

Sie und Kollege Krauß bringen die Jugendarbeit in die Außenorte der flächengrößten Gemeinde im Rhein-Sieg-Kreis. Sie sind die mobile Ergänzung zu den beiden Windecker Jugendhäusern, dem 1A-Jugendtreff und der Dattenfelder Villa Laurentius – alle in Trägerschaft der KJA. Montags von 15 bis 19 Uhr steht die „Streetbox“ in Imhausen. „Der Ort ist schlecht an den öffentlichen Nahverkehr angebunden, es fehlt der Anschluss an andere Jugendliche und ein Ort, wo sie hinkommen können“, erläutert Zervos.

Mittwochs von 13 bis 17 Uhr erwartet die „Streetbox“ am Bahnhof Herchen die Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule und des Bodelschwingh-Gymnasiums. Freitags von 15 bis 19 Uhr steht sie am Fitness-Container des SV Leuscheid. Ein großes Außenzelt steht zusätzlich zur Verfügung.

Die Finanzierung des 85.300 Euro teuren Fahrzeugs wurde erst möglich durch die Leader-Förderung „Vom Bergischen zur Sieg“, die 70 Prozent der Kosten übernahm. Das Kreisjugendamt (23.000 Euro) und das Erzbistum Köln (9000 Euro) übernahmen den Rest. Lothar Peukert und Petra Buttelmann vom Förderverein des Jugendtreffs überreichten zur Einweihung des Jugendmobils ein großes Paket mit einer Spielkonsole.