Trotz der kurzfristigen Absage von Bütten-Star Volker Weininger feierten Hennefer Karnevalisten eine grandiose Sitzung.
Riesenstimmung bei PrunksitzungIn Hennef funktioniert Karneval auch kurz nach Neujahr

Prunksitzung der 1. Hennefer Karnevalsgesellschaft Hennef 2026, Meiersheide
Copyright: Andrea Enzenberger
Das war ein Morgen, der einschlug wie ein kalter Konfettiregen. Einer von diesen Augenblicken, in denen Organisatoren einer restlos ausverkauften Prunksitzung plötzlich das Gefühl haben, jemand habe den Sauerstoffhahn zugedreht.
„Sitzungspräsident“ Volker Weininger, Hochkaräter im rheinischen Karneval und sonst eine sichere Bank wie der Dom in Köln, hatte seine Teilnahme kurzfristig abgesagt. Wenige Stunden vor dem Startschuss stand fest: Jetzt hieß es Ärmel hochkrempeln, Nerven wieder einsammeln und bis zum Abend ein neues Ass aus dem Narrenjacket zaubern, kurz: Weininger weg, Schock verdauen, Panik auch.
Hennefer Jecke machten aus der Notlösung einen Glanzpunkt mit Lachgarantie
Dass die Sitzung am Ende trotzdem ein karnevalistisches Feuerwerk mit Dauerzündung wurde, spricht Bände über die Routine der Ersten Hennefer Karnevalsgesellschaft. Klaus Rupprecht und Affe Willi sprangen ein wie zwei Jecken auf einen fahrenden Rosenmontagswagen. Das gut aufeinander eingestimmte Duo übernahm nicht nur souverän das Ruder, sondern machte aus der Notlösung einen Glanzpunkt mit Lachgarantie.
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Trump, das britische Königshaus, religiöse Sekten, Ärztemangel. Mit spitzer Zunge, viel Ironie und einem feinen Gespür fürs Publikum nahmen sie Alltag, Politik und private Absurditäten aufs Korn. Die Pointen saßen, der Saal tobte und klatschte so lange, bis Moderator und Sitzungspräsident Eric Raderschad den nächsten Programmpunkt ins Visier nahm.

Prunksitzung der 1. Hennefer Karnevalsgesellschaft Hennef 2026, Meiersheide
Copyright: Andrea Enzenberger
Weiteres Extra-Kamellchen der Prunksitzung: Für die Jecken in der Hennefer Meiersheide war spätestens am Samstagabend Schluss mit Kerzenscheinromantik und guten Vorsätzen. Stattdessen regierte der Frohsinn. Bunt kostümiert feierten sie sich durch ein hochkarätiges Programm, das fließend in eine lange Partynacht überging. Wer drinnen keinen Platz mehr fand, bekam im Foyer eine akustische Dusche aus guter Laune und jeckem Überschwang.
Der frühe Termin der Prunksitzung kam dabei nicht von ungefähr. Wegen der kurzen Session habe sich die Karnevalsgesellschaft schon im vergangenen Jahr bewusst für den vorgezogenen Termin entschieden, erklärte Pressewart Martin Dietrich. Eine Entscheidung, die sich als Volltreffer erwies.
Kölner Kultband Höner macht die Sitzung zur Party
Als schließlich die Kölner Kultband Höhner die Bühne enterte („Kennt jemand eine Gisela?“) kochte der Saal über. Das Publikum strömte nach vorn, knubbelte sich vor den Treppenstufen, tanzte auf den Stühlen und sang, von „Pass op pass op Prinzessin“ über „Schenk mir dein Herz“ und „Au revoir“ bis „Wann, wenn nicht jetzt“ ordentlich mit. In solchen Momenten zeigt der Karneval, was er kann, alles andere ist Nebensache.
Auch das Hennefer Prinzenpaar ließ sich den Abend nicht entgehen. Prinz Uli I. und Prinzessin Renate I. Steinhauer feierten mit ihrem Gefolge in der Loge und genossen sichtbar die ausgelassene Stimmung. Als das offizielle Programm endete, war noch lange nicht Schluss. Die Prunksitzung ging über in eine Party, die zeigte, dass Karneval auch drei Tage nach dem Jahreswechsel funktioniert.

