Nach zwei Jahren ist nun auch die letzte bunte Kuh zurück am Golfplatz Haus Dürresbach in Hennef.
200 Stunden Arbeit je KuhKunstkolleg restaurierte Kühe vom Hennefer Golfplatz

Lara Kirsch, Iliana Tsoussis, Enea Pätkau und Julia Jackes (von rechts) haben die Kuh Hilde restauriert, bei der Übergabe freue sich Clubmanager Stephan Axer.
Copyright: Rhein-Sieg-Akademie Kunstkolleg
Seit den 1990er Jahren waren sie ein farbenfroher Blickfang auf dem Golfplatz in Hennef am Haus Dürrenbach: drei Kühe aus Kunststoff, gestaltet von der Künstlerin Andrea Hochstrat aus der Schweiz. Doch Wind und Wetter hatten den Skulpturen zugesetzt, die zwischen Loch 18 und dem Clubhaus aufgestellt waren. Kurz: der Lack war ab! In vielen Stunden Kleinarbeit haben Schülerinnen und Schüler des Kunstkollegs in Hennef die drei Kühe wieder instand gesetzt. Das letzte Tier ging dieser Tage wieder auf die Reise zum Golfplatz.
Die Hennefer Kühe heißen Berta, Bella und Hilde
Die erste Kuh wurde von den Schülerinnen auf den Namen „Berta“ getauft, für die zweite wurde im Rahmen einer Mitgliederaktion des Golfclubs von den Mitgliedern der Name „Bella“ ausgewählt, die dritte Kuh heißt Hilde. Während der Projektwoche Anfang Juli ging es mit Spachtelmasse, Farbe, Lack, Spatel und Pinsel ans Werk. Die ursprüngliche Gestaltung der Künstlerin sollte erhalten bleiben, daher mussten die Farbnuancen genau getroffen werden.
Mehrere Tage waren die jungen Restauratoren von morgens bis zum späten Nachmittag beschäftigt. Zum Sommerfest des Kunstkollegs durfte die Kuh dann raus. Und rechtzeitig zum „Preis der Präsidenten“ auf dem Golfplatz erstrahlte dort die ganze kleine Herde in frischem Glanz!

Schäden wie diese musstenbei der Restaurierung aufwändig beseitigt werden.
Copyright: Archivfoto: Ralf Rohrmoser-von Glasow
„Schon aufwendig“ seien die Arbeiten gewesen, berichtete Dr. Helga Stoverock, Leitung des Fachbereichs Kunst am Hennefer Kolleg. „Zuerst wurden die Kühe geschrubbt, von Dreck und Moos befreit und Ameisen aus den löchrigen Hufen vertrieben“, danach. Danach wurden Risse und Löcher mit Glasfasermatten und Polyesterharz verschlossen, wie sie auch für Autokarosserien verwendet werden.

In der Rhein-Sieg-Akademie Kunstkolleg Hennef wurden die drei Kühe restauriert.
Copyright: Rhein-Sieg-Akademie Kunstkolleg
Die reparierten Flächen wurden glattgeschmirgelt und Acrylfarben passend angemischt. „Das waren teilweise fast 30 Farbnuancen“, so Helga Stoverock. Zuletzt wurde jede mit Klarlack überzogen für Glanz und Haltbarkeit. Das dauert: „In jeder Kuh stecken bis zu 200 Stunden Arbeit“, so die Pädagogin.
Ein besonders spannendes Projekt für die Schülerinnen und Schüler sei die Aufarbeitung der Kühe gewesen, sagte auch Ulrike M. Schlie, Mitglied der Schulleitung und Pressesprecherin des Rhein Sieg Akademie Kunstkollegs, die die Kooperation verantwortete: Normalerweise würden Wandgestaltungen oder Bemalungen angefragt. Die Kühe seien „ein bisschen Teil der Kunstkolleg-Familie geworden“, so Schlie. Immerhin waren sie fast 2 Jahre dort untergebracht.

Fest verzurrt auf der Ladefläche ging Kuh Hilde auf die Reise zum Golfplatz.
Copyright: Rhein-Sieg-Akademie Kunstkolleg
Über die Rückkehr der dritten und letzten der Skulpturen freute sich Stephan Axer, Clubmanager des Golfclubs Rhein-Sieg. Gemeinsam begrüßten die Tiere nun wieder Mitglieder und Gäste, sie verliehen der Anlage einen besonderen Charme. „Sie bereichern den Club nachhaltig, schaffen Freude bei Mitgliedern und Gästen und setzen zugleich ein lebendiges Zeichen für Hennef."
Zufrieden zeigten sich auch Iliana Tsoussis - die gerade erfolgreich die 10 Klasse absolviert hat und für ihre Leistungen mit dem Hennefer Schülerpreis ausgezeichnet wurde - ihre Mitschülerin Lara Kirsch, auch erfolgreiche Absolventin von Klasse 10, Enea Pätkau aus der Klasse 9b und Oberstufenschülerin Julia Jackes. Sie verabschiedeten die Kuh Hilde, bevor es auf die Ladefläche des LKWs ging: „Wir haben soviel Zeit mit Hilde verbracht, sie geschmirgelt, bemalt und lackiert und finden, dass sie jetzt wieder toll aussieht. Das Projekt hat echt Spaß gemacht und natürlich sind wir jetzt bei ihrem Abschied dabei.“
