Rund um den Allner See in HennefRadtour setzt Zeichen für Inklusion

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„Ein Recht auf Wind in den Haaren“ – unter diesem Motto ging es mit „Radeln ohne Alter“ um den Allner See.

Hennef – Christoph Lügering hatte den Stadtsoldatenplatz als Auftaktort für die erste inklusive Radtour der Stadt gewählt. Der Vorsitzende des Vereins „Radeln ohne Alter“ hatte gut daran getan, denn selbst dort wurde es angesichts der Vielzahl interessierter Teilnehmer ganz schön kuschelig. Die fünf eigenen Rikschas waren voll besetzt, die Kollegen aus Lohmar hatten zwei weitere mitgebracht. In langer Reihe standen sie vorneweg, dahinter formierten sich Rollstühle, Handbikes, Velomobile und normale Fahrräder.

Bürgermeister Mario Dahm zeigte sich in seinem Grußwort begeistert. Immerhin hatte seine Stabsstelle Inklusion kräftig mitgewirbelt und an der knackigen Premiere mit viel Publikum einen ordentlichen Anteil. „Die Organisatoren haben für das richtige Wetter gesorgt, und das in diesem Sommer“, sagte er in seinem kurzen Grußwort.

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Hellauf begeistert von der ersten inklusiven Radtour waren Teilnehmer wie Khalid.

„Bringt das Thema Inklusion im wahrsten Sinne des Wortes auf die Straße. Verkehr muss inklusiver werden.“ In den künftigen Planungen müsse das immer mitgedacht werden. Mit dem Masterplan Mobilität werde das Thema neu entwickelt.

Teilnehmer hoffen auf zweite Auflage

Lügering und seiner Frau Heleen gab er mit auf den Weg, dass es hoffentlich im kommenden Jahr eine zweite inklusive Radtour geben werde. Dann schnappte er sich sein Fahrrad und wartete auf den Start. Doch zunächst lobte die Vorsitzende der Kommission Inklusion des Stadtrats, Veronika Herchenbach-Herweg, das Engagement der Akteure, der umliegenden Seniorenzentren und der Sponsoren DLS, Sound College, die auch die Live-Musik beisteuerten, und des Eiscafés Remor.

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Die Stadt habe mit dem 2018 beschlossenen „Aktionsplan Hennef inklusiv“ einen Meilenstein geschaffen. „In den kommenden Monaten werden wir den überarbeiten“, erklärte sie. Viel habe sich schon getan. Mobilität bedeute Freiheit, die Möglichkeit vieler Erlebnisse und der Teilhabe an gesellschaftlichem Leben.

Und dann machte sich die beeindruckende Gruppe auf den Weg. Peter Sonntag von „Radeln ohne Alter“ hatte sich Rollstuhlfahrer Khalid auf die Plattform geschnallt. Wie ein Prinz winkte er glücklich strahlend den Passanten zu, die erst verwundert und dann zumeist begeistert auf die lange Reihe von Zwei- bis Dreirädern schaute, die sich da an ihnen vorbei schob.

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Rollstuhlfahrer waren ebenso dabei wie Handbikes (rechts), Rikschas und Fahrräder. Die Badegäste am See staunten.

Am Siegufer entlang ging es zum Horstmannsteg und anschließend eine Runde um den Allner See. An der Liegewiese zückten die Sonnenbadenden ihre Handys, freuten sich an der ungewöhnlichen Tour. „Das ist immer schön“, stellte Marliese Herkt fest, Stammgast bei „Radeln ohne Alter“. „Das war wunderbar. Soll einer sagen, in Hennef ist nix los.“ Axel Schneider hatte sie kutschiert.

Harry Grabowski, im E-Rollstuhl unterwegs, war nicht weniger zufrieden. „Super Klasse! Das war eine schöne, gemeinsame Tour, mal was Positives für ältere Leute und Behinderte“, erklärte er beim Abschluss am Stadtsoldatenplatz. Er dreht die Runde häufiger und schlug vor, ein Wartehäuschen irgendwo am See aufzubauen – als Unterstand, wenn es mal regnet. Christoph Lügering resümierte: „Ich sehe viele begeisterte Gesichter.“ Gute Chancen also 2022 für die zweite inklusive Radtour.

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