Weinwanderweg neu ausgeschildertIn Oberdollendorfs Weinbergen ist viel zu erfahren

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Unter dem Motto „1000 Jahre Weinbau auf 2 Kilometern“ steht der neu ausgeschilderte Weinwanderweg. 

Königswinter – Anfang der 1970er Jahre stand der Weinbau in Oberdollendorf vor dem Aus. Die Parzellen der Eigentümer waren durch zahlreiche Teilungen zu klein geworden, um sie noch wirtschaftlich bearbeiten zu können.

Die Rettung des 1000 Jahre alten Weinbaus in Oberdollendorf brachte zwischen 1973 und 1979 ein Flurbereinigungsverfahren. „Gewaltige Erdbewegungen krempelten den Bereich unterhalb der ,Hülle’ regelrecht um“, heißt es auf einer Informationstafel, die ein Foto vom 10. April 1978 mit dem damaligen Bürgermeister der Stadt Königswinter, Günter Hank, bei der offiziellen, aber symbolischen Grundsteinlegung zeigt.

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Über die verschiedensten Aspekte des Weinbaus informieren die insgesamt elf Schilder des Weinwanderwegs in Oberdollendorf.

Diese Tafel ist – neben zehn anderen – neu auf dem Weinwanderweg installiert worden, der auf rund zwei Kilometern durch die Oberdollendorfer Weinberge führt. Der Naturpark Siebengebirge hat mit Unterstützung des NRW-Umweltministeriums, der Tourismus Siebengebirge GmbH, der Stadt Königswinter und der Winzerfamilie Blöser dessen alte Ausstattung ersetzt, die von Anfang der 1980er Jahre stammte, nicht mehr zeitgemäß und zum Teil marode war.

Maßnahme dient auch der Tourismusförderung

„Ein tolles Projekt“, sagte kürzlich Oliver Bremm, Chef der Tourismus Siebengebirge GmbH, im Ausschuss für Tourismus und Wirtschaftsförderung der Stadt Königswinter. Auf 20.000 Euro beläuft sich laut Bremm der Zuschuss des Bundesumweltministeriums, mit je 4000 Euro sind die Tourismus Siebengebirge GmbH und die Stadt dabei. Der Beschluss im Hauptausschuss fiel seinerzeit einstimmig. Denn die Maßnahme sei geeignet, den Tourismus nachhaltig zu fördern.

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Die neue Ausstattung mit Schildern, die an den Weinbergmauern montiert wurden oder auf Metallstelen in den Weinbergen stehen (am Aussichtspunkt „Hülle“ fehlte ein Panoramaschild am Mittwoch noch), schließt nach Einschätzung von Lucas Degenhardt vom Naturpark Siebengebirge „konzeptionell an die Kulturlandschaftsvermittlung am Drachenfels, auf dem Beethoven-Wanderweg und auf den Kapellenschleifen an“. Es sei ein weiterer Schritt hin zu einer einheitlichen Informationsvermittlung im Naturpark Siebengebirge.

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Einer der Info-Steine ist durch Graffiti teils unleserlich. 

Laut Winzer Josef Blöser ist der Weinwanderweg sehr beliebt; Gäste fragten im Weingut danach, und an den alten Automaten würden noch oft die Broschüren gezogen, die über den bisherigen Weg informierten. In die Neugestaltung war der Winzer nach eigenen Angaben eingebunden, achtete aber etwa auch darauf, dass die Stelen nicht dem Einsatz der Maschinen im Weg stehen. Die Neugestaltung sorge sicher für „mehr Ausstrahlung“, so Josef Blöser.

Projekte des Naturparks

Auch mit der Erneuerung des Oberdollendorfer Weinwanderwegs verfolgt die seit 2018 beim Rhein-Sieg-Kreis angesiedelte Verwaltung des Naturparks Siebengebirge als Nebeneffekt das Ziel, das sensible Naturschutzgebiet Siebengebirge von Besuchern zu entlasten. Eine Idee, die unter anderem auch mit den neuen Naturerlebnispfaden am Himberger See in Aegidienberg („Expedition Himberg“) und im Heisternbusch bei Berghausen („Zeitsprung“) verbunden ist, die diesen Herbst eingeweiht worden sind.

Neu im Naturpark ist seit Oktober auch die etwa 6,5 Kilometer lange „Genusstour Lecker-Ländchen“, deren Start- und Zielpunkt in Königswinter-Oelinghoven (Zur Heide 29a) liegt. Sie führt unter anderem durch das Lauterbachtal. (csc) 

Die insgesamt elf Schilder vermitteln Wissenswertes beispielsweise über die Geschichte des Weinbaus, über die unterschiedlichen Qualitäten von Weinen, über die Vorsorge vor Starkregen, über die harte Arbeit in den Weinbergen, über die Vielfalt der Rebsorten oder auch über Schädlingsbefall. Die Metallstelen und Tafeln aus Emaille sollen besser vor Vandalismus geschützt sein.

Denn am Aussichtspunkt Hülle etwa ist einer der großen Steine mit den glattgeschnittenen Oberflächen, die in den Weinbergen und rund um das Kloster Heisterbach historisches Wissen vermitteln, mit blauer Farbe besprüht worden und kaum noch lesbar.

Ausgangspunkt des Weinwanderwegs unter dem Motto „1000 Jahre Weinbau auf 2 Kilometern“ ist – je nach Gehrichtung – am Hüllenweg oder in der Bachstraße am Weingut Sülz.

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