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Haltestelle der StadtbahnNeubau in Königswinter dauert drei Monate länger

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Ein Mittelbahnsteig wird zurzeit an der Haltestelle Clemens-August-Straße gebaut. 

Königswinter – Es wäre wohl einem Wunder gleichgekommen, wenn ausgerechnet dieses Großprojekt nicht mit den Problemen zu kämpfen hätte, mit denen alle privaten und öffentlichen Bauherren in diesen Zeiten zu tun haben: Materialmangel und Preissteigerungen. „Das macht uns zu schaffen“, sagt Savas Aydin, der bei der SWB-Tochter Bus und Bahn das Projekt Neubau der Stadtbahnhaltestelle Clemens-August-Straße in Königswinter leitet.

Prominent an der Rheinpromenade gelegen, entsteht seit Anfang des Jahres ein neuer Mittelbahnsteig, der künftig einen barrierefreien Zugang zu den Bahnen der Linie 66 möglich macht. Vom Süden her führt dann eine 16 Meter lange Rampe auf den 55 Meter langen und 90 Zentimeter hohen Bahnsteig.

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Über eine Rampe ist die Haltestelle künftig zu erreichen.

Damit verschwindet die letzte nicht barrierefreie Haltestelle der Linie 66 auf den Gebieten der Städte Bad Honnef und Königswinter. Schienen, Stahl, Beton – an allem mangele es und alles werde teurer, sagen Projektleiter Aydin und einer seiner Kollegen, der seinen Namen nicht verraten möchte.

Hinzu komme Corona und der Einsatz vieler Handwerksbetriebe in den Flut-Gebieten. Wegen der schwierigen Gemengelage werde die neue Haltestelle wohl erst Ende Dezember fertig und nicht, wie ursprünglich geplant, im September. Aber auch dafür könne man nicht die Hand ins Feuer legen, schließlich baue man im Hochwassergebiet.

Denkmalgeschützter Friedhof neben der Haltestelle

Erste Pläne für den Umbau der Haltestelle sind schon vor 15 Jahren in Königswinter diskutiert worden, erinnert sich Savas Aydins Kollege. Schwierig war das Projekt auch wegen des denkmalgeschützten jüdischen Friedhofs und dessen ebenfalls unter Schutz stehenden Mauer gleich neben der Haltestelle. Es gibt einfach nicht viel Platz.

Inzwischen ist zwischen den neuverlegten Schienen aber schon zuerkennen, wo der neue Mittelbahnsteig hinkommt. Die entsprechenden Fertigbetonteile – insgesamt 55 Stück, jedes zwischen zwei und acht Tonnen schwer – würden gerade hergestellt, sagt Aydin. Wenn sie voraussichtlich Mitte/Ende September mit einem Kran in Position gebracht werden, muss der Bahnverkehr laut John noch einmal für ein bis zwei Wochen durch Busse ersetzt werden.

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Ein neues Weichenkreuz wurden bereits eingebaut, zwei Weichen sind schon ins Stellwerk eingebunden, so dass sie vom Fahrzeug aus bedient werden können. Auch die Masten mit den neuen Oberleitungen stehen. Von vielen Arbeiten bekomme der Fahrgast aber gar nichts mit, sagt Projektleiter Aydin. Etwa, wenn die Oberleitungen nachts installiert werden oder hinter einer Mauer am Park der Villa Leonhart ein neues Technikhaus gebaut wird, dessen Vorgänger mitten auf der Rheinpromenade stand.

„Königswinter bekommt eine schöne Haltestelle“, betont SWB-Sprecherin Veronika John mit Blick auf den neuen Bahnsteig, der mit Beleuchtungsmasten und Sitzgelegenheiten ausgestattet und mit einer modernen Stahl-Glas-Konstruktion überdacht wird. Auf 6,8 Millionen Euro hatten SWB Bus und Bahn die Kosten für das Projekt zuletzt beziffert, einschließlich Gleis- und Fahrleitungsbau sowie Bahnersatzverkehr. Aussagen zu einem aktuellen Kostenstand ließ sich Projektleiter Savas Aydin am Mittwoch nicht entlocken. Man müsse die Sachverhalte erstmal neu bewerten.