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Nach der NordbrückensperrungUmweltverbände kritisieren Forderung nach schnellem Bau der Rheinspange

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Rheinspange A 553-Tunnel soll unter den Rhein gebaut werden. Kreisverkehr nordöstlich von Niederkassel kurz vor der Ortseinfahrt, wo der Tunnel rauskommen soll. 
Blickrichtung Niederkassel

Rheinspange A 553-Tunnel soll unter den Rhein gebaut werden. Kreisverkehr nordöstlich von Niederkassel kurz vor der Ortseinfahrt, wo der Tunnel rauskommen soll. Blickrichtung Niederkassel

Nach der Sperrung der Bonner Nordbrücke werden Forderungen nach einem beschleunigte Bau der Rheinspange laut. Mehrere Verbände kritisieren das scharf.

Umwelt- und Verkehrsinitiativen aus der Region Bonn/Rhein-Sieg erteilen allen Forderungen nach einem beschleunigten Bau der Rheinspange 553 eine Absage. „Statt die Autobahn GmbH, den Bundeshaushalt und die Region mit einer unnötigen Debatte um eine unsinnige Rheinspange zu belasten, fordern wir deutlich mehr Verantwortungsbewusstsein und mehr Zukunftskompetenz ein“, heißt es in einer gemeinsamen Stellungnahme von zwölf Organisationen.

Zu ihnen gehören neben dem Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) der Nabu, der ADFC, der Verkehrsclub Deutschland (VCD), der Landschaftsschutzverein Siebengebirge, das Bornheimer Klimaforum und die Parents for Future. Sie reagieren auf Äußerungen von Landrat Sebastian Schuster, dem Bonner Oberbürgermeister Guido Déus, dem Kölner Oberbürgermeister Torsten Burmester und anderen Vertretern der Metropolregion Rheinland. Sie hatten in der vergangenen Woche vor dem Hintergrund der Sperrung der Bonner Nordbrücke bei einem Besuch im Bundesverkehrsministerium über die zunehmend kritische Situation der Rheinquerungen im Rheinland gesprochen.

Dabei hatten die Vertreter der Metropolregion von der Bundesregierung unter anderem beschleunigte Ersatzneubauten und die Ertüchtigungen der Rheinquerungen, eine verlässliche Finanzierung kommunaler Brückenprojekte, die Stärkung des nachgeordneten Straßennetzes und „die prioritäre Umsetzung der Rheinspange553“ gefordert. Das Milliardenprojekt ist Teil des Bundesverkehrswegeplans. Es soll die rechtsrheinische Autobahn 59 über einen Tunnel unter dem Rhein zwischen Niederkassel und Wesseling mit der Linksrheinischen A 555 verbinden.

Mit ihren Forderungen zur Rheinspange zeigten Déus, Schuster und die weiteren Vertreter der Metropolregion, dass sie „die gesamtgesellschaftliche Situation noch nicht verstanden“ haben, so die Umwelt- und Verkehrsinitiativen. Sie berücksichtigten weder die enormen Klimakosten des fiktiven Bauwerks“, noch die „Herausforderung einer notwendigen Verkehrswende, die den motorisierten Kfz-Individualverkehr, auch den elektrischen (wegen des Platzbedarfs), mehr und mehr in Frage stellen muss“. Zudem habe der Bundeshaushalt „für teure neue Prestigeprojekte wirklich keine Reserven mehr“.

Gegen eine Umsetzung der Rheinspangenpläne spricht aus Sicht der Gegner des Projektes auch, dass sie die Probleme, die durch die Sperrung der Nordbrücke entstanden sind, nicht löst. Die Rheinspange „käme um Jahre zu spät“, so die Verbände. Das „Nordbrückenfiasko“ sei das Ergebnis einer falschen Fokussierung politischer Vertreter auf Neubauvorhaben, über die ein Bestandserhalt systematisch vernachlässigt worden sei. BUND, Nabu, ADFC und ihre Mitstreiter fordern eine frühe, kooperative Problemlösung, bei der alle Verkehrsträger mit bedacht werden müssten. „Die Sperrung der Nordbrücke ist eine verkehrspolitische Katastrophe, aber ebenso auch eine Chance für eine grundlegende Verkehrswende in der Region. Diese Chancen gilt es zu erkennen und auszugestalten“, heißt es in ihrer Stellungnahme.