Viele Jahre lang wurde die Dreifachsporthalle am Niederkasseler Schulzentrum Süd als Unterkunft für Geflüchtete genutzt. Seit dieser Woche steht sie leer – vorerst.
GeflüchteteLetzte Bewohner verlassen die Mondorfer Dreifach-Sporthalle in Niederkassel

Jahrelang wurde die Mondorfer Dreifach-Sporthalle als Unterkunft für Geflüchtete genutzt. Jetzt konnten die dort lebenden Menschen anderweitig untergebracht werden. Die Zukunft der Halle ist ungewiss.
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Die Dreifach-Sporthalle in Niederkassel-Mondorf wird vorerst nicht mehr als Unterkunft für Geflüchtete genutzt. Das hat die Stadt am Freitag mitgeteilt. Demnach ist die Zahl der in der Halle untergebrachten Menschen mittlerweile auf weniger als 20 gesunken. „Für diese begrenzte Zahl an Menschen ist es nun möglich eine alternative Unterbringung zu organisieren“, heißt es in der Mitteilung der Stadt. Dazu sei die Belegung in anderen Unterkünften, „sozial verträglich“ verdichtet worden. Dies sei möglich geworden, nachdem Anfang Juni der Wegzug einer größeren Anzahl Geflüchteter anstehe und auf diese Weise ein ganzes Haus frei werde.
Den Vertrag mit dem in der Dreifachhalle eingesetzten Sicherheitsdienst hat die Stadt inzwischen gekündigt. Das entlastet den städtischen Haushalt erheblich. Wie der zuständige städtische Beigeordnete Carsten Walbröhl in der jüngsten Sitzung des Stadtrates mitgeteilt hatte, verursachte der Sicherheitsdienst für die Mondorfer Geflüchtetenunterkunft zuletzt Kosten in Höhe von 40.000 Euro pro Monat.
Stadt Niederkassel rechnet mit Eröffnung der ZUE frühestens im Winter 27/28
Das Vorgehen, die Halle freizuziehen sei, so Walbröhl, nun zwar kurzfristig umsetzbar gewesen. Allerdings sei dieser Schritt „nicht ganz risikofrei“. „Wir werden die Halle daher noch einige Zeit als eingerichtete, aber geschlossene Notunterkunft vorhalten“ so Walbröhl. Grund ist, dass die Stadt weiterhin mit der Zuweisung weiterer Geflüchteter rechnen muss. Entspannung dürfte bei diesem Thema erst die Eröffnung der geplanten Zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE) durch die Bezirksregierung Köln bringen. Diese soll auf einem rund 900 Quadratmeter großen Grundstück in unmittelbarer Nähe des Niederkasseler Kreisverkehrs entstehen. Der Container-Komplex soll Platz für bis zu 350 Menschen bieten. Bei der Stadt rechnet man mit einer Inbetriebnahme der ZUE „frühestens im Winter 27/28“, wie es im Rathaus heißt.
Wie es mit der Mondorfer Dreifach-Sporthalle weitergeht, die seit 2015 – abgesehen von wenigen Unterbrechungen – als Geflüchtetenunterkunft genutzt wurde und Schulen und Vereinen damit nicht mehr zur Verfügung stand, will die Stadt nach einer Untersuchung der Halle entscheiden. Entscheidend sei dabei unter anderem der Zustand des Sporthallenbodens, der für die Nutzung der Halle als Unterkunft mit OSB-Platten abgedeckt worden war. Klar ist bereits, dass die Halle erheblichen Sanierungsbedarf hat. In der Niederkasseler Politik wird derzeit aber auch darüber diskutiert, ob sie abgerissen und im Rheidter Sportpark-Süd neu gebaut wird.
