Wütende ElternIn Niederkassel können nicht mehr alle Kinder in der OGS betreut werden

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Es ist die Rheidter-Werth-Schule in Niederkassel Rheidt zu sehen.

Die OGS-Plätze werden nur für einen Teil der neuen Schüler reichen.

In Niederkassel werden Kinder künftig nur noch unter bestimmten Bedingungen in der OGS betreut. Eltern schreiben einen offenen Brief an die Stadt.

Bei vielen Niederkasseler Eltern liegen die Nerven blank. Bereits seit vielen Monaten müssen sie bei der Kinderbetreuung in den städtischen Kitas vor allem wegen Personalmangel erhebliche Einschränkungen bei den Betreuungszeiten hinnehmen. In diesen Tagen hat die Stadtverwaltung angekündigt, das Verpflegungsgeld für die Kitas deutlich zu erhöhen.

Und vor wenigen Wochen flatterte Eltern in Niederkassel-Ort und Rheidt zu allem Überfluss ein Brief des Vereins Betreute Schulen ins Haus, in dem dieser ankündigt, ihre Kinder nur noch unter bestimmten Bedingungen in der Offenen Ganztagsschule (OGS) zu betreuen: Nämlich nur, wenn beide Elternteile berufstätig, im Studium oder einer Ausbildung sind, wenn Eltern alleinerziehend und berufstätig oder in einer Ausbildung sind, oder wenn besondere pädagogische Gründe für eine OGS-Betreuung vorliegen.

OGS-Plätze nur für einen Teil der neuen Schüler

„Es reicht“ heißt es deshalb in einem offenen Brief, den betroffene Eltern an Bürgermeister Stephan Vehreschild und den Verein Betreute Schulen geschrieben haben. Denn auch nur für einen Teil der Jungen und Mädchen, die zum Schuljahr 2023/2024 in den Grundschulen in Rheidt und Niederkassel-Ort eingeschult werden sollen, wird es dann Plätze in der OGS geben.

Und das hat ungeahnte Folgen für den Alltag vieler Familien, die nun zusehen müssen, wie sie eine nachmittägliche Kinderbetreuung organisieren können. „Nachdem also viele Eltern ihrem Arbeitgeber eine Reduzierung der Betreuungszeiten und damit einhergehende Auswirkungen auf das bestehende Arbeitszeitmodell verkaufen mussten, heißt es nun den Arbeitgeber darüber zu informieren, dass die Abholzeit der Kinder mit Eintritt in die Schule bei 11.40 Uhr beziehungsweise an einem Tag bei 12.45 Uhr (Niederkassel-Ort) liegen wird.

Probleme in den Ferien

Darüber hinaus bedeutet dies auch, dass eine Ferienbetreuung für diese Kinder nicht gegeben sein wird und damit beispielsweise im Jahr 2024 63 Ferientage durch die Eltern überbrückt werden müssen“, heißt es in dem Brief der aufgebrachten Eltern.

Für viele betroffene Familien seien die letzten Wochen vor der Einschulung der Kinder „vor allem von Existenzängsten geprägt und der Frage, wie es möglich sein wird, die Herausforderung der Einschulung ohne Aussicht auf einen OGS-Platz zu stemmen“. Die Eltern fühlen sich sowohl von der Stadt als auch vom OGS-Träger alleingelassen.

Träger verweist auf Personalmangel

Der Träger verweise lediglich auf den bestehenden Personalmangel, die Stadt weise jede Schuld von sich und wälze diese vollständig auf „Betreute Schulen“ ab. „Dass die Stadt Niederkassel dieses Problem jedoch selbst befeuert, indem immer mehr Familien durch den Ausweis weiterer Neubaugebiete nach Niederkassel geholt werden, ohne gleichzeitig entsprechende Rahmenbedingungen für diese Familien zu schaffen, wird dabei nicht weiter thematisiert“, beklagen die Eltern.

Sie fordern konkrete Vorschläge zur Behebung der Misere, die ihrer Vorstellung nach von einer Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Beschäftigten der OGS bis hin zu einem möglichen Trägerwechsel reichen könnten.

„Für Sie geht es um die nächste Wahl. Für den Niederkasseler Handel und das Gewerbe um Arbeitskräfte und Wirtschaftskraft. Für die Bürger um ein lebenswertes Niederkassel. Und an erster Stelle geht es um unsere Kinder“, schreiben die Eltern und beenden ihren Brief an den Bürgermeister mit einem eindringlichen Appell: „Handeln Sie!“


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