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Einbahnstraßen bleiben vorläufigVerkehrsversuch in Niederkassel wird weitergeführt

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Beim Verkehrsversuch in Niederkassel-Ranzel wurden mehrere Straßen zu Einbahnstraßen gemacht. Das stößt auf Kritik.

Beim Verkehrsversuch in Niederkassel-Ranzel wurden mehrere Straßen zu Einbahnstraßen gemacht. Das stößt auf Kritik.

Nach dem Beginn des halbjährigen Verkehrsversuchs Ende April häufen sich die Reaktionen aus der Bürgerschaft. Nicht alle sind positiv. 

Die WIN-Fraktion hat für den Ausschuss Bau und Verkehr den Antrag eingebracht, den Verkehrsversuch in Ranzel abzubrechen. Die anderen Ausschussmitglieder konnten die Kritik nachvollziehen, aber stimmten dem vorzeitigen Ende des Versuchs nicht zu.

Im Rahmen des Versuchs waren Ende April sechs Straßenzüge in Einbahnstraßen umgewandelt worden. Damit möchte die Stadtverwaltung nach eigenen Angaben die Verkehrssicherheit, besonders im Gebiet um die Drei-Linden-Gemeinschaftsgrundschule, erhöhen. Der Versuch läuft planmäßig über ein halbes Jahr. Nach dem Beginn folgten Beschwerden von ansässigen Geschäftsleuten, auch Unfälle wurden thematisiert.

Verkehrsversuch ist aus Sicht der WIN nicht erfolgreich

„Der Verkehrsversuch ist aus unserer Sicht nicht erfolgreich“, sagte Ralf Spickenbaum, Co-Vorsitzender der WIN-Fraktion, im Ausschuss. Ein Müllwagen sei verkehrt herum in eine Straße gefahren, Unfälle häuften sich, der finanzielle Druck auf die Geschäftsbetreiber steige. „Gerade die neue Straßenordnung in der Marie-Curie-Straße läuft gut, aber in Summe soll man den alten Zustand wiederherstellen“, forderte Spickenbaum. Die Geschäfte vor Ort seien nicht ausreichend betrachtet worden.

Er kritisierte zudem die Kommunikation seitens der Stadtverwaltung. Die WIN-Fraktion sei erst durch Facebook auf die Umsetzung des Verkehrsversuch aufmerksam geworden: „Das hat uns sehr überrascht.“ Zum Zeitpunkt des Beschlusses war die WIN noch nicht Mitglied im Ausschuss.

Bündnis 90/Die Grünen verweisen auf Reaktionen für weitere Planung

Der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Ralf Droske, pflichte Spickenbaum bei, dass die Umsetzung unvermittelt gestartet sei, sagte aber auch: „Die Grünen finden es den richtigen Weg, den Versuch zu machen.“ Bei dem betroffenen Gebiet handle es sich um einen Unfallschwerpunkt, eine Änderung sei notwendig – wenn auch zunächst ungewohnt.

Und: „Die Verwaltung sammelt die Beschwerden.“ Die Niederkasseler Verwaltung hatte eigens eine E-Mail-Adresse für Rückmeldungen zum Verkehrsversuch eingerichtet. Es gebe zudem positive Reaktionen, sagte Droske. Diese Anregungen seien für das weitere Vorgehen wertvoll. Falls keine Reaktionen mehr eingehen würden, könne man die Versuchszeit immer noch verkürzen.

CDU, SPD und FDP argumentieren für Fortführung des Verkehrsversuch

Dano Himmelrath, Fraktionsvorsitzender CDU, stimmte zu, dass die Einwände der Geschäftsleute berechtigt seien. Der Christdemokrat verwies aber auf eine Vielzahl dankbarer Rückmeldungen, etwa seitens der Eltern von Schulkindern. Angesichts der Bedenken eines Bäckers sprach Himmelrath von möglichen „Brötchenparkplätzen“. Diese sähen vor, dass Kundinnen und Kunden an der Porzer Straße halten und kurz Brötchen kaufen gehen könnten.

Bezüglich der bemängelten Unfälle ordnete die Verkehrsplanerin der Verwaltung, Fee Rebbe, ein, dass ein Unfall geschehen sei, da jemand verkehrt aus der Wahner Straße gefahren sei.

Helmut Plum (SPD) sagte: „Die Ausschüsse haben sich lange Zeit mit der Thematik beschäftigt.“ Der besagte Unfall habe mit dem Verkehrsversuch nichts zu tun – ein Fahrer habe schlichtweg die Vorfahrt missachtet. „Man muss als Autofahrer immer mit Veränderungen im Straßenverkehr rechnen“, so Plum. Für den Besuch von Geschäften müsse die Kundschaft im Zweifelsfall Umwege in Kauf nehmen. Weiter warf der Sozialdemokrat ein, dass ein Zwischenfazit erst nach drei Monaten sinnvoll sei.

Rudolf Wickel (FDP) betonte, die Politik versuche, den Schaden für Geschäftsleute wie den Ranzeler Bäcker, so gut es gehe, abzumildern. Der Verkehrsversuch sei für künftige Anpassungen aber zwingend notwendig.