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Classic Cars MondorfIn Niederkassel wurden zwischen blitzenden Karossen Erinnerungen wach

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Classic Cars Ausstellung in Niederkassel-Mondorf.

Die Oldtimer-Show am Mondorfer Fähranleger bot zahlreiche Highlights, die viel Publikum anlockten.

Zum 21. Mal hatten die Oldtimerfreunde Niederkassel zur „Classic Cars Mondorf“ ans Rheinufer eingeladen.

Am Wochenende roch es am Mondorfer Fähranleger wieder nach Diesel und Motoröl, glänzte der Chrom und funkelten die Zierleisten. Zum 21. Mal hatten die Oldtimerfreunde Niederkassel zur „Classic Cars Mondorf“ ans Rheinufer eingeladen – und erneut waren mehrere Hundert Oldtimerfreunde aus ganz Deutschland mit ihren motorisierten Schmuckstücken angereist.

Bei der Jubiläumsveranstaltung im vergangenen Jahr waren die gut 30 Clubmitglieder vom Ansturm schier überrollt worden, wie Mitgründer Harald Schenk berichtet: „Es kamen schlicht zu viele Autos, die ungehindert auf das Gelände gefahren sind.“ Das sorgte für Stirnrunzeln bei der Stadt Niederkassel und bei der Polizei. Deshalb wurden die Oldtimer nun zunächst im Gewerbegebiet gesammelt und anschließend in Gruppen zum Veranstaltungsort gelotst. Zu den gut 500 vorab angemeldeten Teilnehmern dürften wieder etliche spontane Besucher hinzugekommen sein.

Wassereimer und Feuerlöscher standen auf dem trockenen Gelände bereit

Die Folgen der Hitze erwiesen sich als weitere Herausforderung. Das Gras an den Stellplätzen war komplett verdorrt und damit leicht brennbar. „Wir haben es deshalb stark heruntergeschnitten und überall Wassereimer sowie Feuerlöscher bereitgestellt“, berichtet Schenk. „Zudem hat die Feuerwehr das Areal zusätzlich gewässert.“ Unter jedem Oldtimer lag außerdem eine große Pappe, falls die Ölwanne inkontinent sein sollte.

Hingucker waren vor allem die „Hot Rods“, aufgemotzte US-Fahrzeuge aus den 1920er-Jahren

Hingucker waren vor allem die „Hot Rods“, aufgemotzte US-Fahrzeuge aus den 1920er-Jahren.

So konnten die teilnehmenden Sammler die Veranstaltung weitgehend sorgenfrei genießen. Die einen erzählten, wie sie einen verrosteten Metallkadaver in Hunderten Stunden Arbeit wieder in einen glänzenden Porsche verwandelt hatten, die anderen berichteten, dass sie den fehlenden linken Kotflügel ihrer Corvette eigens aus Neuseeland hätten einfliegen lassen. Es ist eine Welt, in der eine Servolenkung als neumodischer Schnickschnack gilt und das robuste Tackern eines Achtzylinders das Herz erwärmt.

Classic Cars Ausstellung in Niederkassel-Mondorf, schwarzer Oldtimer mit roten Sitzen und geöffneter Tür.

Da juckte es doch, einmal einzusteigen. Aber anfassen war eher unerwünscht.

Hingucker waren vor allem die „Hot Rods“, aufgemotzte US-Fahrzeuge aus den 1920er-Jahren, die Jahrzehnte später restauriert und stark motorisiert wurden. Je nach Zustand werden sie in Sammlerkreisen für mehrere Zehntausend Euro gehandelt. Ein weiterer Blickfang waren die üppigen Straßenkreuzer amerikanischer Produktion aus den 50er- und 60er-Jahren – mit reichlich Chrom und markanten Heckflossen. Anfassen unerwünscht, machten die Eigentümer deutlich: „Ich fummele ja auch nicht an Ihrer Frau“, wie ein Aufkleber warnte.

Mit dem VW-Käfer 1968 auf Hochzeitsreise in Italien

Oft waren aber auch die eher unspektakulären Exponate Publikumsmagneten: Ford Granadas, Fiat 500 oder Citroëns „Enten“, die bei vielen Besuchern Erinnerungen wachriefen. So standen Helga und Jürgen Becker aus Bonn fasziniert vor einem hellblauen VW-Käfer: „Mit so einem sind wir 1968 auf Hochzeitsreise nach Italien gefahren. Was wohl aus dem geworden ist?“ „Darin konnte man so schön kuscheln“, erinnerte sich seine Frau.

Typisch ebenfalls: ein Mercedes 200 aus den 1970er-Jahren – samt einer  Sammlung unvermeidlicher umhäkelter Klopapierrollen.

Bei Autos aus den 70ern durfte auch die umhäkelten Klorollen nicht fehlen.

Bei Autos aus den 70ern durfte auch die umhäkelten Klorollen nicht fehlen.

Auch Gastgeber Harald Schenk hatte eine passende Anekdote parat. Er fährt eine Mercedes-Heckflosse 230 S, Baujahr 1966, im Originalzustand: „Als ich es kaufte, hatte das Fahrzeug 20 Jahre unberührt in einer Garage gestanden – Lack, Leder, alles original.“ Nach der Erneuerung der Verschleißteile konnte Schenk direkt zum Tüv fahren.