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SaftgewinnungSo wird die Apfelernte in Rhein-Sieg und wo die Früchte gepresst werden können

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Der Spätsommer ist die Zeit, in der die Äpfel reif werden.

Der Spätsommer ist die Zeit, in der die Äpfel reif werden.

Mehrere Anlaufstellen im Rhein-Sieg-Kreis nehmen das Obst an und pressen daraus Saft – wir sagen, wo und wann.

Wer einen Apfelbaum im Garten hat, kann sich das ganze Jahr daran erfreuen: Im Frühjahr blüht er, im Spätsommer schenkt er Früchte. Bei mehreren Bäumen können da mehrere Hundert Kilo zusammenkommen. Damit die nicht verfaulen, nehmen mehrere Anlaufstellen im Rhein-Sieg-Kreis das Obst an und pressen daraus Saft, den die Lieferantinnen und Lieferanten teilweise direkt mitnehmen können.

Die Biologische Station in Eitorf stellt sich wieder an mehreren Standorten auf. Die öffentliche Apfelannahme wird am 26. und 27. September stattfinden, in Königswinter-Oberpleis wie gewohnt an beiden Tagen bei Baustoffe Klein. „Im Siegtal werden wir uns dieses Mal aufteilen: Am Samstag findet die Annahme am Wiesengut in Hennef statt, am Sonntag vor ZF Friedrichshafen in Eitorf. Damit wollen wir diese beiden Annahmestellen besser auslasten“, kündigt Steffen Steenken an, Geschäftsführer der Biologischen Station.

In diesem Jahr wird keine große Ausbeute der Apfelernte erwartet

Wie in den Vorjahren gibt es für 100 Kilo Äpfel rund zehn Liter Saft. „Dieser stammt aus der Vorjahresernte, die verarbeiteten Äpfel kommen zu etwa einem Drittel von unseren eigenen Naturschutzflächen im Siebengebirge. Zwei Drittel stammen von den Äpfeln aus privaten Gärten, die uns bei der letzten Annahme geliefert wurden.“ Wer keinen Apfelsaft wolle, könne sein Obst auch gegen Geld eintauschen: 100 Kilo entsprechen dann etwa 15 Euro. „Dies muss aber zwingend vorher angemeldet werden, damit wir genug Geld vor Ort haben. Saft haben wir in der Regel genug vorrätig“, betont Steenken.

Mit einer allzu großen Ausbeute rechnet er in diesem Jahr nicht: „Obwohl der Behang der Bäume im Frühsommer noch recht gut aussah, rechnen wir aufgrund der zurückliegenden Dürre mit einer mäßigen bis schlechten Ernte.“ Die Bäume hätten in der Dürrephase viele Früchte abgeworfen, um sich zu schützen, Äpfel, die jetzt noch an den Bäumen hingen, seien mangels Wasser oft vergleichsweise klein geblieben. Zudem wiesen die Äpfel auf den Sonnenseiten der Bäume oft starke Hitzeschäden auf, sodass ein Teil dieser Äpfel bis zur Ernte Faulstellen entwickeln könne und nicht mehr für Saft geeignet sei.

Der Spätsommer ist die Zeit, in der die Äpfel reif werden.

Der Spätsommer ist die Zeit, in der die Äpfel reif werden.

„Grundsätzlich hat uns die Hitze sehr zugesetzt: Eigentlich hätten wir in den vergangenen zwei Monaten unsere jungen Obstbäume intensiv wässern müssen. Wir halten jedoch auch Schafe und mussten uns zunächst um die Wasserversorgung unserer Herde kümmern. Das Gießen der Bäume kam daher zu kurz.“ Dadurch seien einige Bäume bereits verloren, wie viele genau, könne er nicht sagen. „Abgesehen davon war die Dürre natürlich auch eine Katastrophe für Flora und Fauna, wobei die Auswirkungen bei vielen Arten erst im nächsten Jahr wirklich sichtbar werden. Wir werden also die Bestandseinbrüche oftmals erst beobachten, wenn diese Dürre schon längst wieder aus den meisten Köpfen verschwunden ist.“

Mobile Saftpresse ist in Hennef unterwegs

Während auf einigen Wiesen schon die Äpfel von den Bäumen plumpsen, laufen auf dem Hof von Anika und Detlev Müller die Vorbereitungen für die Weiterverarbeitung: Im September und Oktober wird ihre Saftpresse Tonnen von Äpfeln, Birnen und Quitten zu frischem Saft verarbeiten. Das Ehepaar hat die Presse von den Familien Dinspel und Baumann übernommen, die jahrelang eine feste Adresse für die Apfelernte waren.

„Vor zwei Jahren sagten sie uns nebenbei, dass sie ihre mobile Presse abgeben wollen. Wir haben selber eine Streuobstwiese hinter dem Haus und kamen jahrelang zum Pressen. Da ist bei uns der Gedanke gereift, dass wir das übernehmen könnten“, schildert Detlev Müller. So wurde aus den „Obstfreunden“ „Der Saftladen“. Das Ehepaar Müller lebt in Zumhof oberhalb des Hanfbachtals, nur vier Kilometer vom alten Standort entfernt. „Für die Baumanns ist das eine emotionale Geschichte, sie haben das ja fast 15 Jahre gemacht. Deswegen sind sie in diesem Jahr noch einmal dabei“, erzählt Anika Müller.

Aufgebaut ist die mobile Saftpresse schnell, doch die Reinigung ist aufwendig.

Aufgebaut ist die mobile Saftpresse schnell, doch die Reinigung ist aufwendig.

Die mobile Saftpresse ist auf einen Anhänger montiert und verarbeitet Äpfel, Birnen und Quitten binnen Minuten zu Saft, der erhitzt und in tragbare Behälter gefüllt wird. „So können die Kunden garantiert den Saft ihrer eigenen Früchte mitnehmen, statt ihn bloß einzutauschen“, sagt sie. Bis dahin müssen sie noch den Pressplatz herrichten: Mit einem Minibagger und einem Radlader bauen sie eine Zufahrt zu ihrem Hof, um das erwartete Verkehrsaufkommen zu bewältigen. „Wir sind gut aufgestellt und erwarten den Start mit freudiger Spannung“, versichert Detlev Müller. „Wir haben vergangene Saison beim Pressen geholfen und wurden eingearbeitet. Es gab auch viel positives Feedback, dass wir das weiterführen.“

Ob die Maschine 50 Kilo oder drei Tonnen verarbeite, mache beim Arbeitsaufwand keinen Unterschied. „Deswegen nehmen wir Mengen ab 50 Kilo entgegen. Bei Mengen über drei Tonnen können wir nach Vereinbarung vorbeikommen“, sagt Anika Müller. Durch ihre Säure seien Äpfel leicht zu pasteurisieren, der Saft sei zwei Jahre haltbar. Ein Fünf-Kilo-Pack koste sieben Euro, ein Drei-Liter-Paket 4,80 Euro. „Das Große lohnt sich preislich mehr, aber das kleine ist ein schönes Geschenk“, sagt Müller. „Es sind keine Pestizide oder Zusatzstoffe drin, es ist der reine Saft.“


Alle Termine und Adressen auf einen Blick

Die Biologische Station Eitorf nimmt Äpfel an drei Standorten entgegen: Am 26. und 27. September bei Baustoffe Klein in Königswinter-Oberpleis, In der Brückenwiese 11-13. Am Samstag stehen die Container von 15 bis 18 Uhr bereit, am Sonntag von 10 bis 15 Uhr. Am 26. September findet die Annahme in Hennef, Siegaue 16, statt; am Sonntag in Eitorf bei ZF Sachs an der Bogestraße 50. Die Zeiten gleichen denen in Königswinter.

„Der Saftladen“, ehemals „Obstfreunde Siegtal“, Zumhof 2 in Hennef: Die Presstermine finden an jedem Samstag und Sonntag im September und Oktober statt, eine Anmeldung unter www.dersaftladenhennef.de ist zwingend erforderlich. Die Äpfel sollten ungespritzt und in losen Säcken oder Wannen angeliefert werden und frei von Faulstellen sein – es gilt der Grundsatz: Was man nicht mehr essen würde, sollte auch niemand trinken. Druckstellen sind dagegen kein Problem.