Rund 200-mal öfter als im Vorjahr, nämlich in 19.932 Fällen, wurden Menschen im Rhein-Sieg-Kreis im Jahr 2025 Opfer von Straftaten.
KriminalitätsstatistikZahl der Wohnungseinbrüche in Rhein-Sieg deutlich gestiegen

Kathrin Schulze von der Einbruchsprävention der Polizei Rhein-Sieg demonstriert, dass ein eingeschlagenes Fenster mit einem abschließbaren Griff trotzdem standhalten kann.
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Die Zahl der Straftaten im Rhein-Sieg-Kreis ist im vergangenen Jahr insgesamt weiter zurückgegangen. Zugenommen haben jedoch Wohnungseinbrüche. Die Polizei gab die Zahlen am Montag bekannt. Stephan Wetzel, Leiter der Direktion Kriminalität der Kreispolizei, erläuterte, wie sich die Zahle und Art der Straftaten im Jahr 2025 im Vergleich zu den Vorjahren entwickelt haben.
Das Einsatzgebiet der Kreispolizeibehörde Rhein-Sieg umfasst den rechtsrheinischen Kreis ohne die Städte Bad Honnef und Königswinter. Diese zählen zum Bonner Einsatzgebiet. Während die Zahl der Straftaten allgemein in Nordrhein-Westfalen um drei Prozent zurückgegangen ist, ist sie im Rhein-Sieg-Kreis gestiegen: Rund 200-mal öfter als im Vorjahr, nämlich in 19.932 Fällen, wurden Menschen hier Opfer von Straftaten. „Insgesamt liegt diese Zahl aber immer noch unter dem Landesdurchschnitt – der Rhein-Sieg-Kreis bleibt eine sehr sichere Region“, betonte Wetzel.
Zahl der Wohnungseinbrüche im Rhein-Sieg-Kreis steigt
Wie hoch ist die Aufklärungsquote der Polizei?
„Wir verzeichnen einen Rückgang bei schweren Gewaltdelikten, Vergewaltigungen und Straßenraub. Gestiegen ist jedoch die Zahl der Wohnungseinbrüche“, sagte Wetzel. Leicht gesunken ist nach seiner Auskunft die Aufklärungsquote aller Straftaten, nach zwei Jahren mit verbesserten Zahlen sind im vergangenen Jahr 8725 Tatverdächtige ermittelt worden. Genau ein Drittel sind keine deutschen Staatsbürger. „Das können aber auch Reisende sein, denn der Anteil der ausländischen Tatverdächtigen, die hier wohnen, liegt bei zwölf Prozent.“

Die Wohnungseinbrüche im Rhein-Sieg-Kreis sind angestiegen.
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Wo wurden vermehrt Wohnungseinbrüche begangen?
Zugenommen hat die Zahl der Wohnungseinbrüche, vor allem in Niederkassel, Troisdorf und Lohmar. Gesunken ist sie dagegen in Ruppichteroth, Windeck und Much. Sie stieg insgesamt auf 253 Taten und fast genauso viele Versuche – im Vorjahr waren es noch 186 Einbrüche. Seit der Pandemie, wo viele Menschen daheim waren, steigt die Zahl weiter an. „Die Zahl der Versuche zeigt uns, dass die Täter scheiterten: Sie gehen immer den Weg des geringsten Widerstands, das heißt, wenn sie nicht sofort in ein Gebäude hinein gelangen, geben sie auf. Schutz und Prävention werden deshalb immer wichtiger“, schilderte Wetzel. Die Polizei biete Beratungsangebote dazu an.

Stephan Wetzel, Leiter der Direktion Kriminalität, stellte die Zahlen aus dem vergangenen Jahr vor.
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Wie sieht es bei Gewaltkriminalität aus?
Nach der Pandemie stieg die Zahl der Gewaltdelikte an. Einen Höhepunkt erreichten die Zahlen 2024, im vergangenen Jahr pendelten sie sich auf ähnlichem Niveau wie 2022 und 2023 ein. 752-mal wurden Menschen Opfer von Gewaltdelikten. Die Polizei zählte zwei versuchte Morde, zwei vollendete Totschläge und vier entsprechende Versuche. Wie ein Gericht diese Taten hinterher bewertet, spielt für die Polizei aber keine Rolle.
Zurückgegangen sind Sexualstraftaten und Körperverletzungen, leicht zugenommen haben Bedrohungen, Stalking und Nötigung. Um rund neun Prozent gesunken, auf 1031 Taten insgesamt, sind Fälle häuslicher Gewalt – sie wurden fast immer aufgeklärt. „Das ist aber kein Grund zur Freude, denn der Täter war meist der Partner – die Opfer wissen also, wer sie misshandelt hat. Studien zeigen, dass viele Taten nicht angezeigt werden, sie dürften in Wahrheit zehnmal höher liegen“, erläuterte Wetzel.
Ging Straßenkriminalität auch 2025 weiter zurück?
Im vergangenen Jahr sind weniger Menschen Opfer von Taschen- oder Fahrraddiebstählen geworden, auch Körperverletzungen auf der Straße sind zurückgegangen. Insgesamt ist die Zahl weiter rückläufig, sie ist mit 3881 Fällen die niedrigste im Fünfjahrestrend. „Wir sehen aber einen Anstieg von Sachbeschädigungen und Autodiebstählen. Auch Diebstähle an und aus Autos nehmen zu, zum Beispiel Handwerkerfahrzeugen. Das ist leider schwer aufzuklären, weil es nur wenig Spuren und kaum Zeugenhinweise gibt“, sagte Wetzel.
Steigen auch die Zahlen der Fälle von angezeigter Kinderpornografie?
Fälle von Kinderpornografie steigen mit der weiter verbreiteten Nutzung des Internets seit Jahren an, es gab im vergangenen Jahr 195 Anzeigen. „Unter den Tatverdächtigen sind aber auch Jugendliche, die vielleicht ein Bild im Klassen-Chat verbreiten“, betonte Wetzel. Die Aufklärungsquote steige weiter an. Die Polizei arbeite dabei mit dem Bundeskriminalamt und gemeinnützigen Organisationen aus den USA zusammen, die verbotene Bilder aufspürten: „Die technischen Möglichkeiten zur Ermittlung von Tätern, etwa durch IP-Adressen, nehmen weiter zu.“
Die ausführliche Statistik der Kreispolizei findet sich im Internet. Dort sind auch die Taten in den einzelnen Städten aufgeschlüsselt. https://rhein-sieg-kreis.polizei.nrw/sites/default/files/2026-03/PKS_Jahrbuch_2025_final.pdf
Die Polizei berät Bürgerinnen und Bürger im Rhein-Sieg-Kreis zum Schutz vor Wohnungseinbrüchen. In einem Vorführraum in Siegburg zeigt sie anhand von Modellen wirksame Riegel und Schlösser an Fenstern und Türen. Außerdem erklärt sie geeignete Maßnahmen von A wie Alarmanlage bis Z wie Zylinderschutz. Terminvereinbarung unter 02241/541-4777 oder per E-Mail an vorbeugung-su@polizei.nrw.de.
