Ein Sport für Jung und Alt – Im Dojang trainiert wird der moderne, olympische Vollkontakt-Wettkampfstil.
Auf die richtige Technik kommt es anNeuer Verein für Taekwondo in Sankt Augustin erhält viel Zulauf

Beine hoch beim Taekwondo – nicht jedes Mariechen im Karneval kann das auch so perfekt in dieser Höhe, links Trainer Ruben Montexier.
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Nach dem Aufwärmen sind die knappen Taekwondo-Kommandos „Charyôt“, „Kyôngle“ und „Sijak“ laut und deutlich zu hören. Die Wörter in koreanischer Sprache stehen für „Achtung“, „verbeugen“ und „anfangen“. „Im Wettkampf werden sie genauso verwendet, deshalb benutzen wir sie im Training“, berichtet Herbert Montexier. Er ist Vorsitzender des im Februar 2025 gegründeten gemeinnützigen Vereins Taekwondo-Gym Sankt Augustin. Die Ausübung des Sports stehe im Vordergrund, dazu komme die Förderung von Talenten.
Der Begriff setzt sich aus drei Wörtern zusammen: Tae steht für Fuß, Kwon für Faust, Do für Weg. Ruben, der Sohn Montexiers, begeisterte sich im Alter von sechs Jahren für diese Sportart und wurde schnell erfolgreich. So entstand neben dem Studium die Idee, mit einem neuen Verein in Sankt Augustin ein weiteres Angebot für die koreanische Kampfkunst anzubieten. Trainiert wird der moderne, olympische Vollkontakt-Wettkampfstil. Deshalb ist der Verein Mitglied in der Deutschen Taekwondo-Union (DTU), dem einzig anerkannten Verband für Taekwondo im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB), wie Montexier berichtet.
In Sankt Augustin können offizielle Gürtelprüfungen abgenommen werden
Die inzwischen mehr als 80 Mitglieder sind im Alter von fünf bis 52 Jahren. Die elfjährige Julia Fersch trägt stolz ihren grün-blauen Gürtel am weißen Trainingsanzug, der Dobok genannt wird. Sie tritt bald zum ersten Mal bei einem Wettkampf an. „Ich bin für kurze Zeit in einem anderen Verein geschwommen, aber Taekwondo macht mir mehr Spaß“, berichtet sie. Zu der koreanischen Sportart sei sie eher durch Zufall gekommen. „Mein Vater hat Plakate gesehen, und ich bin einfach mal zum Training gegangen.“ Schnell sei ihr klar gewesen, dass das ihr Sport sei.

In Sankt Augustin gibt es einen neuen Taekwondo-Verein, der auch gemeinnützig ist
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Nele Hohaus hat Taekwondo schon in anderen Vereinen trainiert. Die 21-Jährige schätzt die komplette Körperbeherrschung bei dieser Sportart. Das Sequenztraining von Ruben Montexier gefällt ihr besonders gut. Er ist offizieller DTU-Prüfer und kann Gürtelprüfungen abnehmen. die auch international anerkannt sind. „Wir achten auf Technik und Kondition“, erklärt er die Inhalte. Wobei der Schwerpunkt mit auf der Technik liege. Das sei im Wettkampf wichtig, denn eine gute Technikausbildung helfe im Taekwondo-Wettkampf, Präzision, Schnelligkeit und Effizienz zu sichern.
Das Aufwärmtraining ist vorbei. Die rot-blaue Schutzkleidung wird gemeinsam angezogen: Helm, Kampfweste, Arm-, Bein- und Tiefschutz bei Bedarf. Alles muss richtig sitzen. Das kontrollieren die Sportlerinnen und Sportler genau. Dann bilden sich Zweiergruppen und einzelne Fauststöße, Fußtritte und Abwehrtechniken werden geübt. Regelmäßig wechseln die Partner, damit auch mal Groß gegen Klein trainieren kann.
In Sankt Augustin wurde eine neue Trainingsfläche für Taekwondo geschaffen
Eine neue, rund 130 Quadratmeter große Trainingsstätte, Dojang genannt, wurde auf einer Bürofläche im Gebäude eines Fitnessstudios Am Kreuzeck 2a von den Mitgliedern des Vereines in Eigenleistung und ohne Zuschüsse gemeinsam gestaltet. „Wir haben modernsten zertifizierten Bodenbelag verlegt, der durch seine Dämpfungseigenschaften intensives Training ermöglicht, ohne die Gelenke unnötig zu belasten oder den festen Stand zu gefährden“, schildert Herbert Montexier. Durch das schnelle Wachsen des Vereins sei in der städtischen Halle am Bönnscher Weg zu wenig Platz gewesen. „Im neuen Dojang ergeben sich nun zusätzlich ganz neue Trainingsmöglichkeiten.“

Groß gegen Klein - beim Taekwondo kommt es auf die Technik an.
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Nachwuchssorgen haben die Sportlerinnen und Sportler nicht. Der Verein besitzt eine Schulsportlizenz, bietet demnächst Kurse an zwei Grundschulen an. „Wir dürfen Taekwondo in Schul-Arbeitsgemeinschaften unterrichten und kindgerechte Gürtelprüfungen bis zu einem bestimmten Schülergrad abzunehmen“, berichtet Ruben Montexier. Wichtig sei dabei kindgerechtes Training mit dem Fokus auf soziale Kompetenzen, Koordination und disziplinierter Bewegung „statt auf wilden, unkontrollierten Kampfsport“.
Das neue Konzept des Vereins hat sich rumgesprochen. Zwei weitere lizensierte Trainer sollen bald anfangen. Dann soll die Kooperation in den Schulen mit dem Schwerpunkt Breitensport ausgebaut werden. „Wenn sich dann das ein oder andere Talent findet, kann gerne im Verein intensiv für Turniere trainiert werden“, sagt Herbert Montexier. Ziel der Schulprojekte sei aber, die Begeisterung für die koreanische Kampfsportart „Taekwondo“ zu wecken mit seinen Werten und Philosophie wie Respekt, Höflichkeit, Selbstdisziplin und Durchhaltevermögen, die auch im Mittelpunkt des Training stehen und nicht nur der Leistungsgedanke.
Wer sich für den Verein interessiert, bekommt weitere Informationen in der Geschäftsstelle unter 02241/336338, per E-Mail: taekwondo-gym-sankt-augustin@t-online.de oder auf der Webseite des Vereins: www.taekwondo-sankt-augustin.de.
