Sankt Augustin – Ein 57 Jahre alter Autofahrer aus Lohmar ist noch an der Unfallstelle seinen schweren Verletzungen erlegen. Der Notarzt konnte nur noch den Tod feststellen. Der Mann war am Mittwoch gegen 12.25 Uhr auf der Autobahn 3 Richtung Frankfurt zwei Kilometer hinter dem Kreuz Bonn/Siegburg aus bislang ungeklärter Ursache nach rechts von der Fahrbahn abgekommen. Das Fahrzeug raste eine knapp drei Meter hohe Böschung hinauf und durchschlug das Buschwerk. Es wurde in die Luft geschleudert, überschlug sich und landete wieder auf den Rädern. Rund 60 Meter weiter blieb er auf einem Wirtschaftsweg liegen, von der Autobahn aus war er nun nicht mehr sichtbar. Der 57-jährige Fahrer wurde in seinem Wagen eingeklemmt.
Zeugen hatten den spektakulären Abflug beobachtet und sofort Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst alarmiert. Die Einsatzkräfte, die als erste eintrafen, mussten sich einen Weg bahnen. Wehrleute schnitten kleine Bäume und Sträucher weg, damit die Helfer zu dem Opfer vordringen konnten.
Sie schlugen eine Bresche durch die dichte Bepflanzung entlang des Standstreifens, um schweres Gerät an das Autowrack bringen zu können. Das benötigten sie, um später den Toten aus dem demolierten Wagen bergen zu können. Parallel dazu kreiste ein Polizeihubschrauber über der Einsatzstelle, um Bilder zu machen.
Zugleich aber suchten sie nach weiteren Insassen, die eventuell ins Freie geschleudert worden sein könnten. Darauf gab es zwar keine Hinweise, die Möglichkeit indes sollte ausgeschlossen werden. Aus diesem Grunde rückte auch eine Gruppe der Bonner Einsatzhundertschaft an, die das Gelände durchsuchte.Der Verkehr auf der A 3 Richtung Süden staute sich auf etwa zwei Kilometer Länge. Wegen einer Baustelle, eines erhitzten Reifens an einem Lastwagen sowie durch Schaulustige kam es auf der Gegenfahrbahn zu bis zu zehn Kilometer langen Fahrzeugschlange.
Das tragische Geschehen führte allerdings zu einem Zufallsfund, der die Drogenermittler beschäftigen wird. Unmittelbar am Wildfangzaun fanden die Polizisten eine Cannabis-Plantage. Säuberlich war ein von der A 3 aus nicht einzusehender Streifen von Büschen befreit worden. Etwa 15 Pflanzen waren, in Blumentöpfen zuvor hochgezogen, in die Erde eingesetzt worden. Am einen Ende der Reihe lag ein Sack Düngemittel versteckt unter Sträuchern, an der anderen Seite ein Wasserkanister sowie ein Schlauch, mit dem die Mini-Plantage bewässert werden konnte. Beamte der Autobahnpolizei zogen die charakteristisch aussehenden Pflanzen heraus und stellten sie ebenso sicher wie das Zubehör. Die Ermittlungen dauern an.