Königswinter – Nach einem schweren Lastwagen-Unfall war die Autobahn 3 in Richtung Köln gestern bis in den Nachmittag hinein gesperrt. Ein Lastwagen aus Belgien, der Kunststoffgranulat geladen hatte, wurde völlig zerstört, er hatte außerdem gebrannt. Ein Laster aus Duisburg mit Autoteilen wurde schwer beschädigt.
Dragi Rajinovic stand der Schrecken ins Gesicht geschrieben. Kurz nach 5 Uhr am Mittwochmorgen war er mit seinem Lastwagen rund 500 Meter vor der Abfahrt Siebengebirge mit einem Getriebeschaden auf der Standspur liegengeblieben. Gerade wollte der 57-Jährige aussteigen, um ein Warndreieck aufzustellen, da prallte ein belgischer Kollege mit seinem Laster auf den stehenden Auflieger. „Ich habe nur noch ein lautes Krachen gehört“, beschrieb Rajinovic. Der Belgische Lastwagen hatte den Auflieger hinten links erwischt. Metallteile hatten nur wenige Zentimeter neben dem Kopf des Fahrers die Windschutzscheibe durchbohrt. Der Laster schoss auf die linke Spur und blieb zerstört liegen. Wie durch ein Wunder fuhr dort gerade kein Personenwagen. Nachfolgende Fahrzeuge konnten bremsen. Die Lastwagenfahrer blieben unverletzt.
Aus dem Laster liefen Flüssigkeiten auf die heißen Bremsen und fingen Feuer. Rajinovic, sein belgischer Kollege und ein weiterer Autofahrer versuchten mit Feuerlöschern den Brand zu bekämpfen. Gleichzeitig wurden Polizei und Feuerwehr alarmiert.
„Zehn Minuten später und der ganze Laster hätte gebrannt“, beschreibt Franz-Josef Tix, Löschzugführer der Königswinterer Einheit Aegidienberg. Zum Glück habe das Kunststoffgranulat keine Zündtemperatur erreicht. Etwa 50 Wehrleute waren im Einsatz neben der eigenen die Einheit Ittenbach.
Spuren deuten darauf hin, dass der Belgier rund einen Meter zu weit rechts fuhr. Ob ihm die Sicht durch ein vorausfahrendes Fahrzeug versperrt war, stehe noch nicht fest, berichtete Polizeihauptkommissar David Mettelsiefen. Seine Kollegen konnten die Autobahn erst am Nachmittag wieder freigeben. Mettelsiefen war froh, dass sich erste Meldungen, der belgische Auflieger sei mit Schnellzement beladen, nicht bestätigten. „Nicht auszudenken, was die Mischung aus Schnellzement und Löschwasser angerichtet hätte.“
Für Dragi Rajinovic war die Fahrt zuende. Er wurde abgeholt. Weil er selbst gerade einen neuen Lastwagen bekommt, vertrat der Duisburger auf der A 3 einen kranken Kollegen. Am Dienstagabend war er um 22 Uhr in Dingolfing gestartet und wollte BMW-Teile nach Krefeld bringen. Dort sollte er um 7 Uhr ankommen. Jetzt ist er froh, dass er mit dem Leben davon gekommen ist: „Zum Glück nur Sachschaden. Aber der Kollege ist völlig fertig“, beschreibt er.