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SchulstartPolizei zeigt in Wolsdorf an der Grundschule Präsenz

4 min
Die Polizeibeamten haben am Mittwochmorgen an der Grundschule Wolsdorf vor allem die Sicherheit der Kinder im Blick.

Die Polizeibeamten haben am Mittwochmorgen an der Grundschule Wolsdorf vor allem die Sicherheit der Kinder im Blick. 

In Siegburg war die Polizei mit den Verkehrssicherheitsbeamten, der Bezirksdienstbeamtin und dem Verkehrsdienst vor Ort.  

Es ist Mittwochmorgen, 7.20 Uhr. Vor der Gemeinschaftsgrundschule im Siegburger Stadtteil Wolsdorf zeigte die Polizei ungewöhnlich große Präsenz. Die Kollegen vom Verkehrsdienst sind mit vier Beamten vor Ort. Die für Wolsdorf zuständige Bezirksdienstbeamtin Claudia Müller freut sich über den Besuch der beiden Verkehrssicherheitsbeamten Stefanie Lenzen und Stephan Hesse. 

Um kurz vor 8 wird es in Wolsdorf voll auf der Jacobstraße

Es ist nach sechseinhalb Wochen Ferien der erste Schultag und gerade herrschte noch Ruhe im Verkehr auf der Jacobstraße. Dann geht es plötzlich los. Eltern mit Kindern oder auch einzelne Kinder nähern sich dem Zebrastreifen. Immer mehr Autos sorgen für reges Verkehrsaufkommen.  

Die Beamten vom Verkehrsdienst arbeiten mit ihren Kellen, schauen in die Fahrzeuge und überprüfen vor allem, ob auch die Kinder auf den Rücksitzen angeschnallt sind.

„Für uns ist das eine ganz besonders Zeit, weil viele Erstklässler neu auf den Straßen sind und noch üben müssen, wie sie sicher zur Schule kommen“, sagt Stefanie Lenzen. Besonders wichtig ist den Beamten die Sichtbarkeit der Kinder. Von daher tragen sie selbst knallgelb-reflektierende Kleidung.  

Die beiden Verkehrssicherheitsberater Stefanie Lenzen und Stephan Hesse waren am Mittwochmorgen in Wolsdorf vor Ort.

Die beiden Verkehrssicherheitsberater Stefanie Lenzen und Stephan Hesse waren am Mittwochmorgen in Wolsdorf vor Ort.

„Helle Kleidung ist immer besser sichtbar als dunkle Kleidung. Auch Accessoires können helfen“, ergänzt Stephan Hesse und fügt an: „Wir tragen sie in unseren speziellen Unoformanteilen vor.“

Vorbildlich geht ein Kind vor dem Zebrastreifen vor der Grundschule über die Jacobstraße. Es wartet, bis das Auto komplett zum Stehen kommt, schaut vorher nach links und nach rechts und bekommt von Stephan Hesse den Daumen nach oben. „Sehr gut gemacht“, sagt der Beamte. 

Die Verkehrssicherheitsbeamten führen regelmäßig an Schulen Trainings durch. „Wir begeben und relativ schnell mit den Kindern in den öffentlichen Verkehrsraum. Wir schauen uns die Umgebung der Schulen an und stimmen daraufhin das Training ab“, fügt er an.

Präsenz zeigte die Polizei in Wosldorf am ersten Schultag nach den Ferien.

Präsenz zeigte die Polizei in Wosldorf am ersten Schultag nach den Ferien.

Dann geht es um die Bedeutung des Gehweges, des Bürgersteigs und die Grenze zur Fahrbahn und deren Bedeutung. Wie überquere ich die Fahrbahn, welche Hilfsmittel gibt es und wie verhält man sich an einem Zebrastreifen. Und natürlich das richtige Verhalten an Ampeln wird trainiert. 

„Wir lassen die Kinder das alles praktisch umsetzen mit uns und so locker wie möglich“, ergänzt Stephan Hesse. So eine Trainingseinheit an einer Schule dauert in etwa 45 bis 60 Minuten.

Es gebe im Rhein-Sieg-Kreis sieben Kollegen, die sich ausschließlich um das Thema Verkehrsicherheit kümmern. Hesse selbst ist für den Bereich Eitorf und Hennef zuständig, mit 13 Grundschulen, Stefanie Lenzen betreut in Siegburg zwölf Grundschulen.

Neben Schultraining gehört dazu auch Fahrradtraining und die Kollegen decken auch andere Ziel und Altersgruppen ab. „Wir sind auch an den weiterführenden Schulen mit einem Rauschbrillen-Parcours oder für den toten Winkel zu trainieren unterwegs“, sagt Stefanie Lenzen. Aber in Kitas sind die Beamten präsent und bieten für Senioren Pedelecs-Trainings an. 

So manches Protokoll wurde in der frühen Morgenstunde ausgestellt.

So manches Protokoll wurde in der frühen Morgenstunde ausgestellt.

Schlussendlich richten die Beamten noch einen eindringlichen Appell an die Eltern. „Wir sind nur einen Tag im Jahr bei den Kindern zum Üben in der Schule. Die Eltern sind 365 mit den Kindern unterwegs“, erläutert Stefanie Lenzen. Es sei ganz wichtig, dass die Eltern das Fundament bilden für das Training des Schulweges. „Wir wünschen uns, dass die Eltern zu Fuß den Weg zur Schule üben“, ergänzt sie. Das sei den Beamten ein großes Anliegen.  

Es gehe so wenig wie möglich das Auto zu benutzen. Das Problem der Eltern-Taxis sei auch in der engen Straße in Wolsdorf ein Problem. Gerade ausgesprochen stauen sich um Viertel vor 8 Uhr zahlreiche Autos vor dem Zebrastreifen vor der Grundschule. Und offensichtlich ist das nicht nur der morgendliche Berufsverkehr, sondern auch zahlreiche Eltern, die ihre Kinder zur Schule bringen.

„Es geht darum, so wenig wie möglich das Auto zu benutzen. Jeder Meter, den ein Kind bewusst geht, ist ein echter Vorteil“, so Stephan Hesse. Derweil laufen die präventiven Maßnahmen weiter. Immer wieder halten die Beamten Fahrzeuge an und überprüfen in der zehnminütigen Stoßzeit vor dem Schulbeginn, ob zum Beispiel die Kinder angeschnallt sind.  

Rrund 200 Grundschüler gehen auf die Schule in Wolsdorf

Rund 200 Grundschüler gehen in Wolsdorf in die Gemeinschaftsgrundschule. Am Donnerstag, den 28. August, freut sich Schulleiter Thomas Thumser auf insgesamt 42 Erstklässler, für die die Ferien einen Tag länger dauern. „Wir weisen auf jedem Erstklässler-Treffen immer daraufhin, dass die Eltern zusammen mit den Kindern zu Fuß zur Schule gehen sollen“, sagt der Schulleiter und kennt das Problem der Eltern-Taxis ganz genau. 

Mittlerweile schlägt die Kirchglocke achtmal und es kehrt in die Jacobstraße in Wolsdorf wieder Ruhe ein. Die Bilanz der Beamten in nur gut 20 Minuten Überprüfung ist ernüchternd. Viermal wurde ein Bußgeld wegen fehlender Kindersicherung ausgestellt. Einmal war der Tüv abgelaufen und einmal erwischten die Beamten jemanden mit einer verbotenen Handynutzung.  

6100 Einschulungen

Zirka 6100 i-Dötzchen machen sich am heutigen Donnerstag erstmals auf den Weg zur Schule. Der Rhein-Sieg-Kreis weist in einer Presseerklärung alle Verkehrsteilnehmer auf erhöhte Vorsicht und Rücksichtnahme. Wie man am besten mit Kindern den Schulweg üben kann, zeigt der Kreis im Internet.

Interessierte oder besorgte Eltern können sich bei Fragen an das Straßenverkehrsamt des Rhein-Sieg-Kreises wenden. Unter der Telefonnummer 02241/13-2001 oder per E-Mail an verkehrssicherheit@rhein-sieg-kreis.de gibt es weitere Informationen. (que)