Abhilfe soll ein Neubau mit Mobilräumen auf dem Schulgelände schaffen, der schon zum Schuljahr 2027/2028 stehen könnte.
Dringende RaumnotZu viele Schüler, zu wenig Räume im Siegburger Anno-Gymnasium

Im Anno-Gymnasium an der Siegburger Zeithstraße herrscht Raumnot.
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Schon notorisch von Raumnot geplagt ist das Anno-Gymnasium, Schülerinnen und Schüler wissen zwischen den Stunden kaum wohin mit sich, sitzen mitunter in den Treppenhäusern. Doch jetzt bahnt sich eine Lösung an: Dem Schulausschuss lagen Überlegungen vor, auf einem kaum genutzten und abgelegenen Hügel zum Yuzawa-Weg hin ein zweistöckiges Gebäude aus Mobilraumeinheiten zu errichten, das Platz für acht Fachräume bietet. Die Vorlage sieht dabei zunächst einen Chemietrakt auf einer Ebene mit vier Räumen vor, die aber aufgestockt werden kann.
Der zuständige Beigeordnete Matthias Bamberger stellte für die nächste Sitzung des Ausschusses Anfang Oktober einen Beschlussvorschlag auf Basis einer Machbarkeitsstudie in Aussicht. Dann könne schon zum Schuljahr 2027/28 ein Neubau genutzt werden. Ein weiterer Raum soll durch Umzüge im Bestandsgebäude frei werden.
Kleine Oberstufe als historisches Glück
Schulleiter Sebastian Kaas nannte den September 2027 als kritischen Zeitpunkt. Ihm wäre lieber gewesen, die Räume hätten bereits zum kommenden September zur Verfügung gestanden. Es sei ein „historisches Glück“, dass es derzeit nur eine Oberstufe mit 84 Schülerinnen und Schülern gebe, die im kommenden Jahr Abitur machten.
Simon Skibitzky (SPD) befand: „Das Problem ist leider dringlich“, seine Fraktion werde sich gern an einem konstruktiven Austausch beteiligen. Er dankte dem Schülersprecher des Gymnasiums, der eine Präsentation gefertigt hatte. Schüler seien dort zusehen, die zwischen Unterrichtsstunden in Treppenhäusern und auf Fensterbänken sitzen.

Auf diesem Areal soll ein Neubau für zusätzliche Fachräume entstehen. Schulleiter Sebastian Kaas mit Stellvertreterin Cordula Engel.
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Jürgen Peter (CDU) äußerte sich in Bezug auf den Zeitplan skeptisch: Es sei „außerordentlich ambitioniert“, beim Bau diese Geschwindigkeit zu erreichen. Bamberger entgegnete, es gehe um eine Mobilraumanlage auf planer Fläche ohne sanitäre Anlagen und mit Außenzugängen statt Innenfluren. „Das ist eine andere Form des Bauens.“
Schulleiter Sebastian Kaas betonte vor dem Gremium, dass der Raumbedarf bis 2028/2030 noch weiter steigen werde. Für ein Jahr könne man zusammenrücken und improvisieren, aber eben zum letzten Mal. Es sei aus Sicht der Stadt besser, konsumtive Kosten für Leihcontainer zu vermeiden und stattdessen langfristig in ein Gebäude zu investieren.
Zahl der Anmeldungen kontinuierlich gestiegen
Seit 2018 bereits, so Kaas nach der Sitzung, sei der Raumbedarf an seiner Schule durch die Umstellung von G8 auf G9 bekannt gewesen. Die Zahl der Anmeldungen sei seitdem kontinuierlich gestiegen. Seit 2022, so hat er nachgehalten, habe das Gymnasium den Bedarf dabei mit acht bis elf zusätzlichen Räumen beziffert – dafür würde ein Neubau mit nur einer Etage nicht ausreichen.
Schülerrat, Schulpflegschaft, Lehrer- und auch Schulkonferenz hätten dazu intensive Beratungsgespräche geführt – eine weitere Verzögerung sei nicht zu verantworten. Was bereits jetzt bei nur acht Jahrgängen fehle, seien ausreichend große Klassen- und Zusatzräume für Gruppenarbeiten, Besprechungen und Beratungen. Die Oberstufe benötige dringend einen Aufenthaltsraum. Kaas pocht dabei auf das Schulgesetz des Landes Nordrhein-Westfalen, das Schulträger verpflichtet, Schulanlagen, Gebäude, Einrichtungen und Lehrmittel für einen ordnungsgemäßen Unterricht bereitzustellen.
