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Das Konzept darf nicht in der Schublade enden

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Bambergquartier, auf dem alten Sportplatz des Siegburger SV 04 sollen Wohnhäuser gebaut werden

Auf dem alten Sportplatz des Siegburger SV 04 sollen Wohnhäuser gebaut werden. Doch das Vorhaben kommt nicht voran.

Andreas Helfer zum Klimaanpassungskonzept von Rhein-Sieg-Kreis und Kreisstadt Siegburg.

Nach der Hitzewelle ist vor der Hitzewelle, das dürfte seit dem vergangenen Juni wohl auch dem letzten Zweifler klar geworden sein. Und bei allem Streit über Klimaschutzziele: Klar ist auch, dass es jetzt schon um Schadensbegrenzung geht. Dabei steht die bange Frage im Raum, was Kommunen über leisten können, um bei Temperaturen um die 40 Grad-Marke noch ein erträgliches Leben zu gewährleisten.

Ganz klar: Auf dem Weg dahin ist schon einiges geleistet worden, was sich auch in der Kreisstadt belegen lässt: Ein riesiges Parkhaus im Haufeld bekommt eine grüne Fassade, am Mühlengraben findet sich ein lauschiges Plätzchen mit einer Treppenlage, es gibt Trinkwasserspender und den neu gestalteten Michaelsberg mit vielen schattigen Plätzen, der alte Friedhof an der Johannesstraße wird zum Leisepark, die Liste ließ sich fortsetzen.

Geld und Mut sind gefragt

Grell zeigen sich aber auch die Sünden der Vergangenheit: die riesigen Pflasterflächen der Parkplätze auf dem ehemaligen Lüghausengelände, am Kaufland, am Stallberger Rewe oder auf dem Supermarkt-Areal an der Luisenstraße etwa. Allesamt stammen sie aus Zeit, als schon vor den Folgen des Klimawandels gewarnt wurde.

Es ist höchste Zeit, dass solche Fehlplanungen korrigiert werden. Altenheime, Kitas und Schulen, in denen Kinder und Senioren bei Hitze weder leben noch lernen können, müssen als Infrastukturprobleme so ernst genommen werden wie die marode Bonner Nordbrücke. Es wird Ideen, viel Geld und noch mehr Mut brauchen, um solche Baustellen anzupacken.

Projekt mit Vorbildcharakter

Um nur einmal ein Beispiel in Siegburg zu nennen: Seit vielen Jahren scheitern Politik und Stadtverwaltung daran, auf dem alten SV-04-Sportpalatz eine Wohnbebauung  zu schaffen. Die Grundwassersituation ist problematisch, in die Tiefe kann kaum gebaut werden. Private Investoren fanden sich nicht, Anwohner fürchten um zusätzlichen Parkdruck im Viertel.

Dort, mitten in einem dicht besiedelten Viertel, eine grüne Lunge zu schaffen, vielleicht mit einer kleinen Wasserfläche, mit schattigen Bäumen und Spielgeräten, wäre ein ehrgeiziges Projekt ganz im Sinne des Klimaanpassungskonzepts. Und viele weitere müssten folgen, nicht nur in Siegburg. Sollte das Konzept, wie so viele andere, als  Sammlung guter Absichten in einer Behördenschublade enden, wäre das wohl diesmal fatal.