27 Teams aus ganz Nordrhein-Westfalen zeigten in Siegburg ihr Können bei realitätsnahen Erste-Hilfe- und Rettungseinsätzen.
„Erste-Hilfe-Olympia“Siegburg wird zur Bühne für den Johanniter-Landeswettkampf Erste Hilfe

Christian Marxen (15) war einer der rund 50 Verletzten-Darsteller.
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„Erste-Hilfe-Olympia“ war das passende Motto für die zweijährlich an unterschiedlichen Orten stattfindende Großveranstaltung des Johanniter Landesverbands NRW am Samstag in Siegburg. Für die Kreisstadt war es die Premiere. Der Titel verbindet die Lebensrettung als zentralen Aspekt der evangelischen Hilfsorganisation mit dem olympischen Gedanken.
Unter diesem traten am Wochenende 27 Mannschaften aus verschiedenen der insgesamt 15 Johanniter-Regionalverbände in fünf Kategorien und verschiedenen Disziplinen zum „Landeswettkampf Erste Hilfe“, so die offizielle Bezeichnung, an. Von den Sanitätshelfenden (ab 16 Jahren) über die Jugend (12 bis 18 Jahren), den Kindern (6 bis 11) und den Rettungshundestaffeln bis zu den professionellen Rettungsdiensten legten sich die Ehrenamtler ins Zeug.
Landesvorstand lobt „optimale Voraussetzungen“ in Siegburg
Viel organisatorischen Aufwand bedeutete das für die Verantwortlichen um Landesvorstand Udo Schröder-Hörster. Der freute sich, „derart optimale Voraussetzungen vorgefunden“ zu haben, wie er gegenüber dieser Zeitung unterstrich. „Siegburg ist für uns eine tolle Stadt“, die Wettbewerbe seien zwischen Rhein-Sieg-Forum, Marktplatz und dem Michaelsberg, wo die Hundestaffeln die Prüfungen ablegten, „fussläufig“ zu erreichen.

Die fröhliche Kindergruppe ist das Team des Regionalverbands Bonn/Rhein-Sieg/Euskirchen und starteten in der Kategorie C (6 - 12 Jahre).
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„Auch der Bürgermeister kam uns sehr entgegen“, lobte Schröder-Hörster die Zuarbeit der Verwaltung. Er nannte die dreitägige Veranstaltung ein „Familienfest“, wenngleich beim Wettkampfgeschehen und dessen Bewertung freilich ein seriöser Massstab angelegt werde: „Wir sind kein Sportverein, wo man trainiert und sich in der Stärke misst. Es sind alles Helferinnen und Helfer, die aus realen Einsatzeinheiten kommen.“
Sie seien auch im täglichem Dienst ständig mit realem Einsatz konfrontiert. So sei der Landeswettkampf auch „eine Demonstration der Qualität und eine Bestätigung für den Einsatz der Helfenden“, hob Schröder-Hörster hervor. Schließlich müssten sie „in der Realität das leisten, was heute getestet wird.“ Das Ernsthafte des Wettbewerbs unterstrichen die Gelöbnisse der Teilnehmer, Schiedsrichter und Vorstandsmitglieder im Gottesdienst, unter anderem „gewissenhaft“ und „sportlich fair“ zu handeln.
Wunden der Verletzten-Darsteller wirkten täuschend echt
Von der Ersten Hilfe bis zum Rettungsdienst mussten die Prüflinge ihr Können unter Beweis stellen. Für die Realitätsnähe sorgten rund 50 Verletzten-Darsteller, deren Wunden vom offenen Bruch bis zur klaffenden Stirnverletzung ernüchternd echt wirkten. Svenja Bischoff aus Sankt Augustin war eine solche „Verletzte“. Sie hatte einen „schweren Herzinfarkt“ erlitten und wurde so behandelt „wie sie selbst bei einem eigenen Notfall versorgt werden möchte“. Auch ihre elfjährige Tochter Lea mimte ein Unfallopfer.

Einsatzkräfte transportieren eine Trage über über ein Hindernis.
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Alle Übungen waren dem Ausbildungsstand und Alter angemessen. Während etwa die „Profis“ eine Trage mit 70 Kilo Gewicht über einen Hindernisparcours wuchten mussten, wurde bei den Kindern die Koordinationsfähigkeit geprüft, indem sie, in der Schlange stehend, eine Wasserschüssel weiterreichen mussten.
„Vier Team-Mitglieder versorgen vollumfänglich zwei Verletzte“ hieß es lapidar bei einer Station für die Sanitätshelfenden. Was einfach klingt, erwies sich als komplexe Aufgabe, die nur dann einen Menschen vor Schlimmerem bewahrt, wenn die Routinen so funktionieren, wie es den staunenden und applaudierenden Zuschauern demonstriert wurde.
Großes Interesse weckte die Präsentation der Johanniter-eigenen Drohnenstaffel. An drei Fluggeräten erklärten Nils Kirner und Sabrina Schembera den heutigen Stand der Technik. Von Wärmebildkamera über Zoomkamera bis Suchscheinwerfer, Lautsprecher und Antikollisionsradar reicht der Ausstattungsumfang.
