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Lage verschärftVerkehrsclub Deutschland fordert Entschädigung für Fahrgäste wegen Stadtbahnchaos

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Aus Sicherheitsgründen ist die Stadtbahnflotte der SWB aus dem Verkehr gezogen worden. Fahrgäste müssen seit Wochen mit erheblichen Beeinträchtigungen leben.

Aus Sicherheitsgründen ist die Stadtbahnflotte der SWB aus dem Verkehr gezogen worden. Fahrgäste müssen seit Wochen mit erheblichen Beeinträchtigungen leben. (Archivbild)

Weil die Bonner Stadtbahnen in der Werkstatt bleiben, müssen Fahrgäste mit Zugausfällen und Ersatzverkehr leben. Der VCD fordert Konsequenzen.

Angesichts der massiven Probleme im Stadtbahnverkehr der Bonner Stadtwerke Bus und Bahn (SWB) möchte der Verkehrsclub Deutschland (VCD) über Entschädigungen für Fahrgäste sprechen. „Die Fahrgäste der SWB werden aktuell extrem gebeutelt“, sagt Rainer Bohnet, der Vorsitzende des VCD-Kreisverbandes Bonn/Rhein-Sieg/Ahr. Verspätungen, Ausfälle und überfüllte Bahnen träfen zurzeit Tausende Menschen in der gesamten Region. „Insbesondere die Nutzer des Deutschlandtickets sollten in den Genuss einer Erstattung kommen“, so Bohnet.

Die SWB verfügten über die Daten aller Kunden, die das Deutschlandticket über sie gekauft haben, argumentiert der VCD. Eine Erstattung sei deshalb technisch machbar. Bohnet erinnert an die kostenfreie Nutzung des Bonner ÖPNV im Juni, die sich vorrangig an Autofahrende gerichtet habe, deren Arbeitsweg wegen der unerwarteten Komplettsperrung der Bonner Nordbrücke komplizierter wurde. „Alle Fahrgäste mit Ticket guckten dabei in die Röhre“, sagt Bohnet. Jetzt habe sich die Lage durch den Ausfall der Bonner Stadtbahnzüge dramatisch verschärft. Finanzielle Entschädigungen sollten daher nicht tabu sein, so der VCD.

VCD Bonn/Rhein-Sieg fordert harte Konsequenzen

Unterdessen wird der Bahnersatzverkehr (BE) für die aus dem Verkehrgezogenen Stadtbahnzüge vorerst weiterlaufen. Vor einer Woche hatten die Stadtwerke die ersten außer Betrieb genommenen Fahrzeuge wieder auf die Schiene gebracht, am Montag aber schon wieder außer Dienst gestellt, weil zuvor noch weitere Prüfungen notwendig seien, hieß es. Die Stadtbahnlinie 66 wird ersetzt durch den Bus BE 66, der zwischen Ramersdorf und Königswinter beziehungsweise Bad Honnef fährt. Von Ramersdorf zum Bonner Hauptbahnhof fährt dann der BE 68. Zwischen Bonn-Vilich und Siegburg fährt der BE 67. Ab Vilich bis zum Bonner Hauptbahnhof pendeln dann die Stadtbahnen der Reihe K5000. Sonntags fahren Bahnen auf der gesamten Linie 66. Die Anzahl der Fahrzeuge reiche für den Sonntagsfahrplan aus, erläutern die SWB.

Wegen des Bonner Stadtbahnchaos fahren zwischen Siegburg und Bonn-Vilich vorerst Ersatzbusse anstatt der  Stadtbahnlinie 66.

Wegen des Bonner Stadtbahnchaos fahren zwischen Siegburg und Bonn-Vilich vorerst Ersatzbusse anstatt der Stadtbahnlinie 66. (Archivbild)

Wie zuvor schon die Politik im Rhein-Sieg-Kreis fordert unterdessen auch der VCD, dass nach dem „Stadtbahnchaos harte Konsequenzen“ gezogen werden. Es handele sich „ohne jeden Zweifel um ein strukturelles Systemversagen“, sagt Bohnet. Gefordert seien jetzt die Aufsichtsräte der SWB und Bonns Oberbürgermeister Guido Déus. „Die Auswirkungen des beispiellosen Chaos erstrecken sich auf die gesamte Region und auf Tausende Pendler und Schüler. Deshalb sollte die Stadt Bonn als Aufgabenträger für den Öffentlichen Personennahverkehr prüfen, ob die Gelder für die Bestellung der Verkehrsleistungen gekürzt werden können“, sagt der VCD-Kreisvorsitzende.

„Selbstverständlich“ müsse die Geschäftsführung der SWB dafür die Verantwortung übernehmen. Fahrerinnen und Fahrer von Bussen und Bahnen sowie der Werkstattpersonal der SWB nimmt Bohnet, der auch Vorsitzender des Ortsverbandes Bonn/Rhein-Sieg der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) ist, ausdrücklich vor Kritik in Schutz. Diese arbeiteten „am Limit“. „Die Rahmenbedingungen und die Verantwortlichen sowie die Kommunikation sind hingegen völlig aus dem Ruder gelaufen“,so Bohnet.