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Verdacht auf BotulismusStadt Troisdorf sperrt Rotter See nach dem Fund toter Vögel

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Fahrzeuge von Feuerwehr, Ordnungsamt und DLRG am Ufer eines Baggersees.

Am geräumten Badestrand sammelten sich die Fahrzeuge der Einsatzkräfte.

Am Freitag und Samstag waren mehrere tote Wasservögel entdeckt worden. Das Nervengift Botulin entsteht im anhaltend warmen Wasser.

Am Rotter See in Troisdorf sind am Freitag und Samstag mehrere tote Wasservögel entdeckt worden. Die Ursache ist noch unklar, Wasserproben sollen Aufklärung geben. Die Stadt hat den Uferbereich und den beliebten Badestand vorsorglich sperren lassen.

Die Stadt Troisdorf nehme die Funde der verendeten und erkrankten Tiere am Rotter See sehr ernst, teilte die Pressestelle der Stadt mit. Unmittelbar nach Bekanntwerden der Vorfälle seien die zuständigen Fachbehörden informiert worden, darunter das Veterinäramt des Rhein-Sieg-Kreises. „Gleichzeitig wurden mögliche Ursachen geprüft, auch die Ergebnisse der Untersuchung einer aktuellen Wasserprobe stehen noch aus“, sagt Pressesprecher Marc Eickelmann.

Am Samstagmittag setzte die Stadt die Suche nach geschwächten und toten Tieren am Seeufer fort. Das Ordnungsamt ließ den Badestrand räumen, die Gäste packten ihre Handtücher und Sonnenschirme zusammen und zogen von dannen. Außerdem zogen die Beschäftigten der Stadt Absperrband rund um die Zugänge und den Uferbereich des Sees, der unter Naturschutz steht. Vom Land aus und zu Wasser suchten die Behörden nach weiteren Tieren, unterstützt wurden sie dabei von Feuerwehr und DLRG, die mit einem Boot über den See fuhr.

Einsatzkräfte der Feuerwehr und DLRG an einem Badesee.

Angehörige der Feuerwehr haben sich sicherheitshalber Schutzanzüge übergezogen.

„Wir haben am Samstag eine geschwächte Ente und eine kranke Amsel gefunden, außerdem ein krankes Nutria“, sagt Jordan Wieland, 1. Vorsitzender des Kölner Vereins „Team für Tiere“. „Wir bringen sie in Auffangstationen in der Region. Sie brauchen jetzt Medikamente und Infusionen, um eine Überlebenschance zu haben.“ Die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer werden häufig hinzu gerufen, wenn die Behörden im Rhein-Sieg-Kreis mit Tieren konfrontiert werden. Sie waren bereits am Freitag am Rotter See im Einsatz.

Helfer aus Köln entdeckten 17 verendete Vögel

„Wir wurden gerufen, um zwei Jungschwäne und eine Ente zu sichern. Dabei fiel auf, dass weitere Tiere tot entlang des Ufers lagen. Wir haben dann mit der Feuerwehr den Uferbereich abgesucht und insgesamt 17 tote Vögel gefunden“, berichtete Wieland.

Betroffen seien Schwäne, Nilgänse, Blesshühner und Enten. „Die Vögel lassen die Köpfe hängen, was ein deutliches Zeichen ist, dass etwas nicht stimmt. Schwäne schnappen und schlagen mit den Flügeln, wenn man ihnen zu nahe kommt, jetzt aber konnte man sie einfach packen.“

Der Badesee in Troisdorf bräuchte jetzt viel Frischwasser

Wieland vermutet Botulismus als Ursache für das Massensterben, auch die Stadt äußert den Verdacht. „Das ist ein Nervengift. Das entsteht, wenn es im Wasser zu warm ist. Bei den Tieren führt das zu Lähmungserscheinungen. Es bräuchte jetzt große Mengen Frischwasser, zum Beispiel durch tagelangen Regen, um Sauerstoff ins Wasser zu bringen.

Bei einem ähnlichen Fall in Wesseling, wo die gleichen Symptome aufgetreten seien, sei eine Woche lang Frischwasser in den See geleitet worden. „Der war allerdings viel kleiner – was hier passieren wird, kann ich nicht sagen“, äußerte er.

Bis zum Abschluss der Untersuchungen bittet die Stadt alle Besucherinnen und Besucher des Rotter Sees um besondere Vorsicht
Pressesprecher Marc Eickelmann

Doch gesichert ist diese Annahme nicht, betont die Stadt. Bei der letzten Untersuchung vor etwa zehn Tagen sei die Wasserqualität noch gut gewesen. Eine jetzt entnommene Probe stehe noch aus. „Bis zum Abschluss der Untersuchungen bittet die Stadt alle Besucherinnen und Besucher des Rotter Sees um besondere Vorsicht. Tote oder offensichtlich kranke Wasservögel dürfen nicht angefasst werden. Hunde sind von Kadavern und erkrankten Tieren fernzuhalten“, sagt Marc Eickelmann. Wer ein krankes oder totes Tier entdecke, solle diese der Stadt oder dem Veterinäramt melden. Auf jeden Fall solle man fortan nicht mehr ins Wasser gehen, auch Hunde sollte nicht mehr dort schwimmen. Die Stadt werde die Ergebnisse der Untersuchungen mitteilen, sobald sie vorlägen.