Der Doppelhaushalt 2026/27 steht unter einem strengen Spardiktat, um ein Haushaltssicherungskonzept zu vermeiden.
Im dritten AnlaufMehrheit im Troisdorfer Stadtrat für den Haushalt

Gesichert ist vorerst die Zukunft der Verbraucherzentrale am Kölner Platz in Troisdorf.
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Zum ersten, zum zweiten und zum dritten: Nach mehreren vergeblichen Anläufen fand der Doppelhaushalt 2026/27 für Troisdorf am Dienstag, 25. August, eine Mehrheit. In den Sitzungen des Stadtrats im Mai und Juli hatte eine Mehrheit der Ratsmitglieder das Zahlenwerk abgelehnt. Wer nun für die Satzung stimmte, ist nicht bekannt.
Troisdorfer CDU-Fraktion erreichte geheime Abstimmung
Denn auf Antrag der CDU wurde geheim abgestimmt. „Das kann dazu beitragen, dass jeder freier entscheiden kann“, hatte der Fraktionsvorsitzende Friedhelm Herrmann das für eine Haushaltsabstimmung ungewöhnliche Ansinnen begründet. Andere Fraktionen machten aus ihrer Position indes kein Geheimnis.
„Wir lehnen das natürlich ab“, machte für die Grünen der Fraktionssprecher Thomas Möws klar. Jeder und jede in Troisdorf sollte wissen, wer diesem Haushalt zustimmt. Seine Fraktion werde das nicht tun, sei doch „alles, was zukünftiges Potenzial hat, rausgestrichen worden“. Es gebe viel Kritik, kommentierte für die SPD Daniel Engel. Um den Haushalt nicht weiter zu blockieren, werde sich die SPD aber der Stimme enthalten.
Troisdorfer Stadtrat tagte in den Sommerferien – Ratsmitglieder fehlten
Auch die FDP/UWG-Fraktion werde das tun, sagte ihr Vorsitzender Tobias Kollmorgen. Die CDU habe sich ein Stück weit bewegt, konstatierte er wie zuvor SPD-Mann Daniel Engel. Kürzungen beim Unterhalt der Infrastruktur aber beinhalteten „die Steuererhöhungen der Zukunft“, so Kollmorgen. „Wir wollen keine Nordbrücke 2.0 wegen fehlender Investitionen.“
26 namentlich nicht bekannte Ratsmitglieder stimmten für den Haushalt, elf lehnten ihn ab; 14 Stimmberechtigte enthielten sich. Wegen der in den Sommerferien anberaumten Sondersitzung hatten in der CDU-Fraktion zwei von 21 Ratsmitgliedern gefehlt, die AfD war vollzählig erschienen (sieben Sitze). Die SPD war mit 13 statt 14 Mitgliedern vertreten, die Grünen hatten an diesem Abend fünf Stimmen zu vergeben. Das Trio der FDP/UWG-Fraktion war komplett, ebenso die Linke (zwei) und BSW (ein Sitz im Stadtrat).
Die Aufstellung des Haushalts und die Beratungen in den zurückliegenden Monaten waren bestimmt gewesen vom strengen Spardiktat und einem drohenden Haushaltssicherungskonzept. „Wir haben den Haushalt durchforstet“, erklärte Kämmerin Sabine Wendt. Teilweise seien Einsparungen möglich angesichts des weit fortgeschrittenen Jahres. Kürzungen seien aber auch notwendig, blieben doch die Gewerbesteuereinnahmen hinter den Erwartungen noch weiter zurück.

Erneut verschoben ist der Neubau eines Feuerwehrgerätehauses für Bergheim unweit des Rewe-Marktes.
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Ein Minus von 300.000 Euro allein 2026 steht im Plan für „Substanzerhaltung Infrastruktur“ (und 100.000 Euro weniger 2027), 50.000 Euro weniger für das Straßenbegleitgrün. Für den Straßenbau gibt es 200.000 Euro weniger im laufenden und 400.000 Euro weniger im nächsten Jahr.
Investitionen in Turnhalle und Gerätehäuser der Feuerwehr verschoben
„Zeitlich gestreckt“ werde die Einrichtung eines weiteren Stadtteilzentrums, erklärte die Erste Beigeordnete Tanja Gaspers. Auch der Neubau einer Zweifach-Sporthalle wird um zwei Jahre verschoben, was den Doppelhaushalt 2026/27 um eine Million Euro entlastet. Investitionen in die Feuerwehrgerätehäuser Oberlar und Bergheim werden zunächst verschoben und zudem reduziert, das gilt auch für die Erweiterung in Spich: kein Geld in 2026, 400.000 Euro weniger im kommmenden Jahr.

Für das Naherholungskonzept Rotter See steht kein Geld mehr im Haushalt.
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Komplett gekippt ist mit der Verabschiedung des Doppelhaushalts das Naherholungskonzept für den Rotter See, auch das Integrierte Handlungskonzept Oberlar wurde auf Null gesetzt.
Verbraucherberatung in Troisdorf bleibt über 2029 hinaus erhalten
Zumindest in Teilen gute Nachrichten gab es an diesem Abend für die Verbraucherzentrale in Troisdorf: Nachdem im Frühjahr zunächst das Aus für die Beratungsstelle am Kölner Platz beschlossen worden war, gibt es nun eine Perspektive über 2029 hinaus. Im Jahr 2030 wird der städtische Zuschuss um 21.000 Euro auf dann noch 125.000 Euro gesenkt. Zudem soll die Verwaltung mit dem Rhein-Sieg-Kreis über eine mögliche Übernahme dieses Zuschusses verhandeln. Auslaufen wird hingegen die Umweltberatung.
Auch die freien Träger der Jugendhilfe können nach der Sitzung ein ein klein wenig durchatmen: An die Stelle einer Kündigung der bisherigen Verträge, ebenfalls seit dem Frühsommer in der Diskussion, tritt nun das „Einfrieren“ der städtischen Zuschüsse ab 2028 bis 2030 auf dem Niveau des laufenden Jahres 2026. Gespräche über mögliche Einsparpotenziale bei Sach- und Verwaltungskosten sollen folgen.
