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TierheimTroisdorfer Tierheim sucht Zuhause für drei Langzeitgäste

Im Troisdorfer Tierheim leben ein Rottweiler, ein Kater und ein Kaninchen seit Monaten, weil sich für sie bislang niemand als neue Besitzer gefunden hat.

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Tiger, ein Rottweiler-Rüde, kam unverschuldet ins Tierheim.

Eine Vielzahl an Tieren wird in die Tierheime im Rhein-Sieg-Kreis abgegeben, während es bei einigen schwieriger wird, sie wieder in ein Zuhause zu vermitteln. Im Tierheim Troisdorf, getragen vom Verein Tierschutz für den Rhein-Sieg-Kreis, hat sich deshalb eine Gruppe von Dauergästen gebildet, die schon lange auf ihre neuen Menschen warten.

Tiger hat eine sensible Seite

Da ist zunächst Tiger, ein Rottweiler-Rüde, rund 60 Zentimeter groß und im Januar 2021 geboren. Völlig unverschuldet kam er ins Tierheim. Menschen gegenüber zeigt er sich grundsätzlich freundlich, oft aber auch recht stürmisch, weil ihm die Erziehung fehlt. Er möchte seine ganze Freude kundtun, weiß jedoch nicht, welche Kraft in ihm steckt. Besonders schwierig sind Begegnungen mit anderen Rüden. Dann kann Tiger regelrecht „explodieren“ und seinen Frust, nicht zum anderen Hund zu dürfen, am anderen Leinenende auslassen. Läuft die Begegnung mit ausreichend Abstand und strukturiert ab, lässt er sich bei souveränen Menschen aber gut führen. Geduld und Frustrationstoleranz gehören bisher nicht zu seinen Stärken, daran muss dringend gearbeitet werden. Dabei hat der Rüde auch eine sensible Seite. Er tobt gern, genießt ausgiebige Kuscheleinheiten und liegt seinen Bezugspersonen wortwörtlich zu Füßen. Ausgiebige Gassirunden liebt er ebenso wie neue Eindrücke.

Für Tiger wünscht sich das Tierheim neue Menschen, die hunde- und rassekundig sind, souverän auftreten und klare, faire Führung bieten. Da er das Leben im Haus nicht kennt, kann er zunächst wohl nicht allein bleiben. Viel Zeit und Geduld seien nötig, die auch für die Erziehung gebraucht werden. Die Investition lohne sich aber, heißt es seitens des Tierheims. Eine erwachsene, passende Hündin als Gefährtin können sich die Tierschützer vorstellen, das müsste allerdings zunächst ausprobiert werden. Katzen und Kleintiere sollten nicht im Haushalt leben, ebenso wenig Kinder. Ein gut gesicherter Garten wäre ideal.

Kater Haru ist ein echtes Sensibelchen

Ganz anders ist Haru. Der Kater, Jahrgang 2022, ist ein Europäisch Kurzhaar und kastriert. „Haru ist ein echtes Sensibelchen“, heißt es seitens des Tierheims. Seine neuen Menschen sollten ein gutes Auge für ihn entwickeln und lernen, ihn richtig zu lesen. Fühlt er sich überfordert oder bedrängt, zeigt er das schnell an. Deshalb muss er sich jederzeit zurückziehen können. Hinzu kommt eine gesundheitliche Einschränkung: Haru hat Nierenprobleme, braucht Spezialfutter und wird derzeit medikamentös behandelt. Die Umstellung auf eine Diät verlangt Geduld, denn Katzen sind beim Futter oft wählerisch. Regelmäßige Tierarztbesuche gehören zum Alltag, und sie kosten Zeit und Geld. Für ihn wünscht sich das Tierheim ein liebevolles Zuhause in Wohnungshaltung. Ein gesicherter Garten oder Balkon wäre ein Pluspunkt. Vor allem aber sollten seine künftigen Menschen viel Zeit für ihn haben.

Riesenschecke namens Hope

Das Kleintier unter den Dauergästen ist Hope, eine weibliche Riesenschecke. Die Kaninchendame sei ein echter Pechvogel, heißt es im Tierheim. Sie leidet an chronischem Kaninchenschnupfen und einer dauerhaften Ohrenentzündung, die zu einer Kopfschiefhaltung führt.

Täglich bekommt sie Schmerzmittel, die sie nach Angaben des Tierheims sehr gut einnimmt. Hope ist E.c.-negativ getestet. Gesucht wird für sie ein ruhiges und nettes Partnertier. Kaninchen sind gesellige Tiere und fühlen sich in der Regel mit einem Artgenossen wohler als allein.

Hope, weibliche Riesenschecke.

Vermittlung verlangt mehr als den Wunsch nach einem Haustier

Die Schicksale dieser drei Tiere machen deutlich, dass Vermittlung mehr verlangt als den Wunsch nach einem Haustier. Wer ein Tier aufnimmt, übernimmt für viele Jahre Verantwortung, für Zeit, Geld und Nerven. Gerade bei Tieren mit Vorgeschichte oder gesundheitlichen Problemen lohnt es sich, vorab ehrlich zu prüfen, ob der eigene Alltag dazu passt. Der Hund braucht erfahrene Hände, der Kater Einfühlungsvermögen und medizinische Betreuung, das Kaninchen ein geduldiges Partnertier.

Wer eines dieser Tiere kennenlernen möchte, kann sich per E-Mail an vermittlung@tierheim-troisdorf.de wenden. Wichtig ist dabei die Angabe einer Rufnummer.

Telefonisch ist das Tierheim unter der Rufnummer 02241/127770-0 montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr erreichbar. Besucher sind sonntags von 14 bis 16 Uhr willkommen. (tis)