Rhein-Sieg-Kreis – Am Montagabend zog über den Rhein-Sieg-Kreis ein heftiges Unwetter hinweg: Zu insgesamt 150 Einsatzstellen ist die Feuerwehr bis 23.30 Uhr im Rhein-Sieg-Kreis gerufen worden. Zwölf Mitarbeiter koordinierten die Notrufe laut Angaben der Pressestelle des Rhein-Sieg-Kreis in der Kreisleitstelle.
Die bedrohliche dunkle schwarze Wolkenwand schob sich aus Bonn heran. Heftige Sturmböen knickten Äste ab, einige Bäume hielten den Kräften nicht stand und kippten um.
Weitere Unwetter möglich
Der Deutsche Wetterdienst warnt auch am Dienstag und in der Nacht zu Mittwoch erneut vor Unwettern. Starkregen um 30 Liter pro Quadratmeter und Hagel, Sturmböen um 100 km/h und vereinzelt Orkanböen bis 130 km/h sind möglich.
Wahnbachtalstraße gesperrt
Die Wahnbachtalstraße in Siegburg musste am Montagabend wegen abgebrochener Äste zwischenzeitlich gesperrt werden. Auch in der Dammstraße, Wolsdorfer Straße und der Wilhelm-Ostwald-Straße blockierten Äste die Fahrbahn. Die Feuerwehr räumte mit Hilfe einer Kehrmaschine des Bauhofs auf.
In Troisdorf ist die Feuerwehr am Abend zu zehn Einsätzen ausgerückt. Laut Angaben der Stadt auf ihrer Facebook-Seite hielt sich das Unwetter dort "in Grenzen". Die hauptamtliche Wache sowie die Löschgruppen Spich, Müllekoven und Altenrath waren mit 24 Leuten im Einsatz.
Auch in Neunkirchen-Seelscheid gab es wegen des Unwetters im Vergleich zu anderen Kommunen nur wenige Einsätze. Auf der B 56 in Pohlhausen beseitigten die Einsatzkräfte einen umgestürzten Baum:
In Lohmar wurde die Feuerwehr zu 14 Einsatzorten gerufen. Die Kräfte aus der Aggerstadt unterstützten am Abend zudem die Feuerwehr in Rösrath.
Wie groß die Hagelkörner waren, die am Pfingstmontag vom Himmel fielen, zeigt das YouTube-Video eines Anwohners in Hennef an der Burg Blankenberg:
Einsatzkräfte aus dem Kreis helfen in Düsseldorf
Am Dienstagmorgen dann wurden erneut zahlreiche Einheiten aus dem Rhein-Sieg-Kreis nach Sankt Augustin auf den Parkplatz des Aldi-Zentrallagers in Niederpleis alarmiert. Überörtliche Hilfeleistung war das Alarmstichwort. Mit mehr als 50 Fahrzeugen und 210 Einsatzkräften fuhr die Kolonne dann gegen 8 Uhr los in Richtung Düsseldorf.
Dort sollen die Kräfte aus dem Kreis die überforderten Feuerwehren bei der Beseitigung der Sturmschäden der vergangenen Nacht unterstützen. Düsseldorf hat es im Vergleich zum Rhein-Sieg-Kreis und Bonn nämlich viel heftiger getroffen.
Schutzmaßnahmen vor Hochwasser
Wegen des Unwetters gibt der Wasserverband des Rhein-Sieg-Kreises einige Tipps, was Anwohner von Bächen und Flüssen tun können, um sich vor dem Hochwasser zu schützen. Bewegliche Gegenstände wie Holzstapel, Gartenmöbel und Spielgeräte sollten sicher verstaut werden, in mindestens drei Meter Entfernung vom Ufer. „Unsere Erfahrung ist leider, dass von privaten Grundstücken weggeschwemmte Gegenstände die Rohre und wichtige Abflüsse verstopfen", sagt Geschäftsführerin Martina Hirschberg.
Unwetter stoppte die Züge
Auch wurden während des Unwetters die Bahnverbindungen des Nah und Fernverkehrs gestoppt. Bäume und Äste auf den Gleisen konnten durch die Einsatzkräfte aber schnell entfernt werden.