Rund 130 Rolltreppen wurden kurzfristig stillgelegt. In einem Fall war eine Frau zu Fall gekommen und wurde verletzt.
„Unmut verständlich“Rolltreppen-Chaos an NRW-Bahnhöfen – Fuhr plötzlich rückwärts, Frau verletzt

Eine abgesperrte Rolltreppe an einem Bahnhof – kein Einzelfall. Rund 130 Rolltreppen mussten vorübergehend abgestellt werden.
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An zahlreichen Rolltreppen an großen Bahnhöfen in Nordrhein-Westfalen und deutschlandweit kommt es seit Tagen zum Stillstand. Insgesamt seien laut einer Sprecherin der Deutschen Bahn um rund 130 Rolltreppen, die außer Betrieb genommen werden mussten. Die Bahn arbeite an einer Inbetriebnahme der Rolltreppen, die Sicherheitschecks laufen.
Auch in NRW waren den Angaben zufolge mehrere Bahnhöfe betroffen, unter anderem Rolltreppen am Bahnhof Flughafen Köln/Bonn. Die Bahn kündigte an, die Prüfungen und Reparaturen fortzusetzen. Bundesweit soll der Betrieb nach Abschluss der Arbeiten wieder schrittweise aufgenommen werden.
Rolltreppe fuhr plötzlich rückwärts – Frau verletzt
Grund für die vorübergehende Stilllegung sind demnach Probleme bei einem bestimmten Rolltreppen-Typ, die an vielen deutschen Bahnhöfen verbaut ist. Zwei Treppen dieses Typs seien mitten im Betrieb abrupt stehen geblieben, hieß es. Auch andere Rolltreppen dieses Typs würden nun auf „mögliche Defekte im Getriebe“ überprüft.
Die Defekte seien bereits am Sonntag (15. Februar) erstmals aufgetreten. Angaben der Bundespolizei Berlin zufolge soll eine Rolltreppe in einem Fall nicht nur stehen geblieben, sondern auch plötzlich rückwärtsgefahren sein.

Absperrungen an Rolltreppen am Hauptbahnhof Berlin. Hier soll eine Frau zu Fall gekommen sein, als eine Rolltreppe plötzlich rückwärts fuhr.
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Zu einem solchen Fall soll es am Berliner Hauptbahnhof gekommen sein. Als eine Rolltreppe plötzlich rückwärts gefahren ist, sei eine Frau darauf zu Fall gekommen und habe sich verletzt, so die Bundespolizei. Der Deutschen Bahn war der Vorfall bislang nicht bekannt.
Neben Berlin und Köln/Bonn waren unter anderem auch in Frankfurt am Main, Dresden, Hamburg und Düsseldorf Rolltreppen kurzfristig stillgelegt worden.
Ministerium zum Rolltreppen-Chaos an Bahnhöfen: „Unmut verständlich“
„Dass so viele Rolltreppen außer Betrieb genommen werden müssen, ist natürlich gerade für mobilitätseingeschränkte Menschen sehr ärgerlich und der Unmut verständlich“, sagte ein Sprecher von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) der „Rheinischen Post“ (Samstagsausgabe).
Die Bahn habe dem Ministerium versichert, dass sie aufgrund eines Defekts, der sich in einem abrupten Stopp geäußert habe, aus Vorsichtsgründen zu diesem Schritt gezwungen gewesen sei „und jetzt zusammen mit dem Hersteller mit Hochdruck an der Wiederinbetriebnahme gearbeitet wird“, fügte der Sprecher hinzu.
Am Samstag (21. Februar) seien die ersten Rolltreppen am Berliner Hauptbahnhof wieder in Betrieb gegangen. An der Freigabe an anderen Bahnhöfen in Deutschland arbeite man weiter unter Hochdruck. Zusätzliche Mitarbeitende unterstützen Reisende in den betroffenen Bahnhöfen. Mobilitätseingeschränkte Fahrgäste können weiterhin die Aufzüge nutzen, hieß es – die sollten für Betroffene freigehalten werden.

