Schwarzer Dienstag für die Bahn in Nordrhein-Westfalen: Zwischen Köln und Düsseldorf sorgt ein Lkw-Fahrer im Berufsverkehr für Bahnchaos. Zwischen Werdohl und Plettenberg entgleisen zwei Güterzüge in einem Tunnel.
Schwarzer Tag für die Bahn in NRWEingeklemmter Lkw sorgt für Chaos zwischen Köln und Düsseldorf

Kleine Ursache, große Wirkung: Ein Lkw-Fahrer, der in Düsseldorf-Eller mit seinem Laster unter einer Bahnbrücke steckenblieb, hat in NRW am Dienstag für ein Bahnchaos gesorgt. Foto: dpa
Copyright: David Young/dpa
Kleine Ursache, große Wirkung. Weil ein Lkw-Fahrer die Höhe einer Eisenbahnbrücke im Düsseldorfer Stadtteil Eller unterschätzt hatte, ist der Bahnverkehr zwischen Köln und Düsseldorf am Dienstag bis in die Mittagstunden zum Teil völlig zum Erliegen gekommen. Erst gegen 14 Uhr war die Strecke wieder frei.
Der Lkw hatte sich gegen acht Uhr morgens in der Unterführung festgefahren und dabei ein paar Betonteile schwer beschädigt. Auf einer der verkehrsreichsten Strecken in NRW ging für Stunden zunächst gar nichts mehr, weil zuerst geprüft werden musste, ob die Brücke den Unfall ohne statische Mängel überstanden hat. Ein zusätzliches Problem wurde durch ein Straßenschild hervorgerufen, das an der Brücke hing und herabzufallen drohte.
Alternativroute über Wuppertal wegen Generalsanierung gesperrt
Der Fernverkehr zwischen Köln und dem Ruhrgebiet musste großräumig umgeleitet werden. Ein Teil der Fernzüge konnte auf einer Nebenstrecke über Duisburg-Wedau fahren. Etliche Verbindungen fielen jedoch komplett aus, weil die Alternativroute von Dortmund nach Köln, die über Hagen und Wuppertal führt, wegen der Generalsanierung noch bis zum 5. Juli gesperrt ist. Reisende von Köln nach Berlin mussten zum Teil den Umweg über Frankfurt/Main nehmen. Die Verspätungen und Zugausfälle hatten im Fernverkehr bis in den Abend bundesweite Auswirkungen.
Auch die beiden Regionalexpress-Linien RE1 und RE5, die zu den wichtigsten Pendlerrouten in NRW gehören, mussten weiträumig umgeleitet werden. Die S-Bahnlinien 1 und 6 wurden getrennt, fuhren aus Richtung Ruhrgebiet bis Düsseldorf Hauptbahnhof und aus Richtung Köln zum Teil nur bis Düsseldorf-Reisholz. Erst gegen 14 Uhr konnte die Strecke wieder komplett freigegeben werden.
Zwei Güterzüge entgleisen im Tunnel
In der Nacht zum Dienstag entgleiste auf der Strecke Hagen-Siegen gegen vier Uhr im Baukloher Tunnel zwischen Werdohl und Plettenberg ein Güterzug, nachdem er eine Achse verloren hatte. Nach Angaben der Bahn fuhr ein entgegenkommender Güterzug auf das Hindernis. Dabei sprangen ebenfalls mehrere Wagen aus den Schienen. Verletzt wurde niemand.

Zwei zum Teil entgleiste Güterzüge stehen auf der Strecke Hagen-Siegen nach einem Unfall in einem Tunnel zwischen Werdohl und Plettenberg. Foto: dpa
Copyright: Alex Talash/dpa
Die Strecke wird wohl länger gesperrt bleiben. Zur Bergung der entgleisten Wagen muss die Bahn einen Spezialzug einsetzen. Die beiden Regionallinien, die auf dieser Strecke fahren, werden zwischen Werdohl und Plettenberg durch Busse ersetzt. Die Züge können erst aus dem Tunnel gezogen werden, wenn die Unfalluntersuchung abgeschlossen ist. Danach wird geprüft, wie lange die Strecke repariert werden muss. Nach ersten Einschätzungen müssen mehrere beschädigte Betonschwellen ausgetauscht und die Gleise neu verlegt werden. Das dürfte mehrere Tage dauern.
Schweinetransporter landet im Graben
Nicht nur bei der Bahn gab es Probleme. Auch Autofahrer mussten am Dienstag viel Geduld aufbringen. Ein Schweinetransporter mit 170 Tieren ist auf der Autobahn 1 bei Köln umgekippt. Der 43 Jahre alte Fahrer wurde leicht verletzt, wie die Polizei berichtete. Der Transporter sei kurz nach Mitternacht auf der A1 Richtung Köln zwischen Wermelskirchen und Burscheid in den Graben gerutscht und auf die Seite gekippt. Mehrere Tiere seien gestorben. Einige seien so schwer verletzt worden, dass sie von Tierärzten vor Ort getötet werden mussten. Die lebenden Schweine wurden am Morgen in einen zweiten Transporter verladen, hieß es.
Der Abschnitt der Autobahn war für mehrere Stunden gesperrt, die Autos wurden an der Abfahrt Wermelskirchen abgeleitet. Die A1 wurde nach fast elf Stunden wieder für den Verkehr freigegeben. Die Unfallursache war laut Polizei zunächst unklar. (mit dpa)