Hagen – Vor rund sechs Jahren haben Beamte den bisher größten Fall von illegalem Welpenhandel in Deutschland aufgedeckt. Wie die „Bild"-Zeitung berichtet, startet am Freitag nun der Prozess gegen den Angeklagten vor dem Landgericht Hagen. Er und seine Familie sollen über Jahrzehnte in Kreuztal im Kreis Siegen-Wittgenstein mit Welpen aus Osteuropa gehandelt haben.
Der Verkauf der Tiere fand vordergründig über die Online-Plattform „Ebay-Kleinanzeigen" statt. Zuvor wurden die Hundewelpen günstig aus Osteuropa eingekauft, deren Stammbäume gefälscht und für mehr als 1.000 Euro an deutsche Kunden weiterverkauft.
Tote Tiere hinterm Haus verscharrt
Bei der Razzia 2016 konnten Polizisten und Tierschützer rund 101 Hunde in erbärmlichem Zustand sicherstellen. In verdreckten Käfigen lebten die Welpen unter völlig unzureichenden Bedingungen. Weil die Hunde zu früh von ihren Muttertieren getrennt wurden, erkrankten viele der Vierbeiner. Einige sind an den Folgen gestorben. Der Angeklagte soll die Kadaver schließlich hinter dem Haus verscharrt haben.
Ein Ermittler von damals erzählt, wie die Razzia abgelaufen ist: „Wir haben uns durch Scheinkäufer Zutritt zum Gelände verschafft. Das Anwesen ist ja durch Elektrozaun und mit frei laufenden Hunden gesichert. So konnten wir ungefährdet mit unseren Kräften eindringen.“
Das könnte Sie auch interessieren:
Eine Sprecherin der Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ geht davon aus, dass der Angeklagte und seine Familie Bestandteil eines international organisierten Welpenhändlerrings seien. Auch eine Tierärztin soll in den illegalen Welpenhandel verstrickt gewesen sein. Sie soll Impfpässe ausgestellt haben.
Ursprünglich war der Prozessauftakt für den 8. April geplant. Zwei der insgesamt sieben Angeklagten seien aber nicht erschienen. Die Anklageschrift wird somit erst am Freitag verlesen. (jpc)


