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Auf der Flucht erschossenSechsjähriger Junge stirbt in den Armen der Mutter

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Zerstörtes Auto Charkiw 2403

Ein zerstörtes Auto steht vor einem durch Beschuss zerstörtem Wohnhaus in Charkiw (Symbolbild).

Sie sind auf der Flucht, als das Unfassbare geschieht: Das Auto einer ukrainischen Familie gerät auf dem Weg aus Kiew heraus unter Beschuss. Vier der sechs Insassen erleiden Schussverletzungen, zwei werden sofort getötet. Darunter der sechsjährige Maxym.

Es war einer der ersten Angriffe auf die ukrainische Hauptstadt, am 26. Februar. Nun hat die 31-jährige Mutter des erschossenen Jungen, Anna Chechelnytska, ihre grausame Geschichte der britischen Zeitung „Daily Mail“ erzählt.

Beschuss erfolgte aus nächster Nähe

„Mama, ich will nicht sterben. Ich bin zu jung.“ Das seien die Worte Maxyms nur wenige Stunden vor dem tödlichen Beschuss gewesen, sagte sie der Zeitung. Anna sei zu diesem Zeitpunkt mit ihrem Sohn und ihrer 13-jährigen Tochter Alina in der Wohnung ihres Cousins Oleksandr im Nordwesten der Stadt gewesen. Man habe sich auf die Flucht vorbereitet. Mit dabei war auch Oleksandrs Frau und deren 13-jähriger Sohn Vovo. Im Auto des Cousins haben sich später alle sechs auf den Weg gemacht.

Zwei ukrainische Militärkontrollpunkte habe die Familie bereits passiert gehabt, als sie auf einer Zufahrtsstraße direkt vor dem Infrastrukturministerium Kiews unter „heftiges Feuer“ gerieten. Der Beschuss erfolgte aus nächster Nähe, wie die „Daily Mail“ berichtet – unklar sei nur, von welcher Seite. Oleksandr, der am Steuer saß, sei sofort tot gewesen, seine Frau Natalya habe mindestens zehn Kugeln abbekommen, überlebte aber, ebenso wie ihr Sohn Vovo, der unter anderem eine schwere Schussverletzung im Gesicht erlitt.

Beisetzung Maxyms ohne Familienangehörige

„Ich wurde in den Kopf geschossen, in die Nähe meines Ohrs. Alina wurde von Kugeln in der rechten Hand und im linken Knie getroffen. Aber Maxym war schon tot, als wir ihn aus dem Auto holten“, erzählte Anna der britischen Zeitung. Er habe auf ihrem Schoß gesessen, seinen kleinen Hamster Bodia im Arm. Wie Anna später erfahren habe, hatten sieben Kugeln den Rücken und den seitlichen Oberkörper ihres Sohnes getroffen.

Erst Tage nach dem Angriff durfte sie ihren Sohn wiedersehen, um ihn zu identifizieren, berichtete sie der Zeitung. Anschließend sei sie in ein Krankenhaus nach Lwiw im Westen der Ukraine gebracht worden, wo sie zehn Tage nach dem schrecklichen Ereignis operiert worden sei. Maxym sei in der Zwischenzeit von ihrem Ex-Mann neben ihrem Vater begraben worden. „Er war noch nicht einmal sein Vater, aber er tat es für mich“, sagte Anna. Maxyms leiblicher Vater habe nicht auf ihre Nachrichten reagiert.

Was sich die 31-Jährige bis heute nicht erklären könne, ist, warum sie überhaupt beschossen wurden: „Die Scheiben des Wagens waren durchsichtig. Wer auch immer es war, konnte sicher sehen, dass Frauen und Kinder darin saßen. Oleksandr fuhr nicht einmal schnell.“

Mindestens 78 Kinder seit Kriegsbeginn getötet

Seit Beginn des Krieges am 24. Februar hat das UN-Hochkommissariat für Menschenrechte den Tod von 953 Zivilpersonen in der Ukraine dokumentiert – darunter 78 Kinder und Jugendliche (Stand: 22. März). Dem Büro lagen zu diesem Zeitpunkt zudem verifizierte Informationen über 1557 Verletzte vor. Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher sein.

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Der ukrainische Generalstab berichtete am Donnerstagmorgen, dass Russland seine Luftangriffe verstärkt habe. Binnen 24 Stunden habe man mehr als 250 Einsätze registriert. Die Hauptziele seien weiterhin Einrichtungen der militärischen und zivilen Infrastruktur in den Gebieten Kiew, Tschernihiw und Charkiw. (rnd)