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KommentarDie größte Gefahr für eine Frau geht vom Partner oder Ex-Partner aus

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Christine Lambrecht, geschäftsführende Familien- und Frauenministerin, stellte am Dienstag eine Auswertung zu Partnerschaftsgewalt vor.

Berlin – Die Volksseele kocht verlässlich, wenn ein Fall von Gewalt gegen eine Frau, womöglich ein Mord, die Schlagzeilen bestimmt. Und das zu Recht: Selbst hinter den kleinsten Meldungen stehen Tragödien, die Opfer und Angehörige für immer belasten. Jede dieser Taten ist eine zu viel.

Leider nimmt diesen Satz niemand ernst. So groß die Aufregung um Einzelfälle ist, so desinteressiert reagieren wir auf die ebenso schockierende Alltäglichkeit der Gewalt. Denn de facto geht die größere Gefahr für eine Frau nicht von Fremden aus – sondern vom Partner oder Ex-Partner.

Alle drei Tage wird eine Frau von ihrem Mann, Freund oder Ex umgebracht

Doch dagegen vorzugehen sind wir nicht bereit. Wie sonst wäre es möglich, dass alle drei Tage eine Frau von ihrem Mann, Freund oder Ex umgebracht wird, dass rein statistisch jeder von uns mindestens eine Frau kennt, die schon einmal vom Partner geschlagen wurde – aber die wenigsten von uns schon einmal eingeschritten sind?

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Der erste Teil der Antwort macht es nur schlimmer: Die Gewalt spielt sich daheim ab, also im Verborgenen. Ausgerechnet dort, wo man geborgen sein sollte – und wo es kaum jemand merkt. Das heißt zugleich: Die wahre Zahl ist vielfach höher.

Täter können sich zu oft darauf verlassen, dass Zeugen wegsehen

Und der zweite Grund? Macht es noch einmal schlimmer: Allzu oft schweigen Opfer, fliehen nicht, suchen keine Hilfe. Weil auch in unserer aufgeklärten, modernen Gesellschaft das Thema mit Scham behaftet ist – für das Opfer.

Weil „männliches“ noch zu oft aggressives Verhalten meint, sei es verbal oder sozial. Weil Frauen wegen wirtschaftlicher Abhängigkeit noch zu oft die Flucht scheuen. Und weil die Täter sich zu oft darauf verlassen können, dass Ohren- oder Augenzeugen wegsehen, sich dumm stellen oder einfach nicht achtsam genug sind.