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Vorwurf der VergewaltigungSkandal um Grillo stürzt italienische Partei ins Chaos

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Seltsamer Auftritt: Fünf-Sterne-Gründer Beppe Grillo.

  1. Es gibt eine Welle der Empörung nach dem bizarrem Videoauftritt des Parteigründers.
  2. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen seinen Sohn wegen Vergewaltigung.

In dem Video, das er selbst verbreitet hat, wirkt Beppe Grillo noch hysterischer, als man es von ihm gewohnt ist: Der Begründer der Fünf-Sterne-Bewegung schreit und schlägt immer wieder mit den Händen auf den Tisch: „Es ist doch seltsam, dass eine Person, die am Morgen vergewaltigt wurde, am Nachmittag surfen geht und erst acht Tage danach Anzeige erstattet“, ereifert sich Grillo über die Vergewaltigungsvorwürfe gegen seinen Sohn Ciro.

Die Staatsanwälte in Sardinien sehen das anders: Nach einem Besuch in der Nobeldisko Billionaire des früheren Formel-1-Teamchefs Flavio Briatore an der Costa Smeralda am 17. Juli 2019 sollen Ciro Grillo und seine drei Freunde zwei Studentinnen in die Villa von Beppe Grillo mitgenommen haben. Das Opfer, eine 19-jährige Studentin aus Mailand, sei von den jungen Männern genötigt worden, einen halben Liter Wodka zu trinken – anschließend sollen sie sich an dem Mädchen vergangen haben.

Grillos Videoauftritt hat sowohl im linken als auch im rechten politischen Spektrum Empörung ausgelöst. „Dass Grillo seine mediale und politische Macht dazu missbraucht, seinen Sohn reinzuwaschen, ist schändlich“, erklärte die frühere Regionenministerin Maria Elena Boschi von der Mittepartei Italia Viva.

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Ein Desaster ist Grillos Auftritt auch für die von ihm im Jahr 2009 gegründete Fünf-Sterne-Protestbewegung, die stärkste politische Kraft im italienischen Parlament und innerhalb der Regierungskoalition von Premier Mario Draghi. Seit dem Sturz der Regierung von Giuseppe Conte tobt innerhalb der Bewegung ein unversöhnlicher und bisher ungelöster Richtungsstreit zwischen dem Lager der „governisti“, die sich wie Grillo für die Regierungsbeteiligung unter Draghi ausgesprochen hatten, und den Vertretern der „reinen Lehre“, die in die Opposition gehen wollen.

Ex-Premier Conte, der von Grillo Anfang März als neuer politischer Chef der Bewegung auserkoren wurde und der den schwelenden Streit mit einem neuen Programm hätte beenden sollen, ist in dem Kreuzfeuer bisher keinen Schritt vorangekommen. Und seine Aufgabe ist mit dem jüngsten Auftritt des Gründers der „Grillini“ keineswegs einfacher geworden.

Der Mailänder „Corriere della Sera“ stellte gestern die Frage in den Raum, welche Garantien der größte Koalitionspartner Regierungschef Draghi angesichts der ungelösten Probleme und der Aussetzer seines Gründers noch geben könne. Die Antwort fehlt bisher.