FC-Start an der Costa BlancaSchultz setzt neue Schwerpunkte, braucht aber bei einem Kreativspieler weiter Geduld

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Die Kölner Mannschaft schwört sich auf die erste Trainingseinheit an der Costa Blanca ein.

Die Kölner Mannschaft schwört sich auf die erste Trainingseinheit an der Costa Blanca ein.

Luca Waldschmidt macht zwar Fortschritte, doch Kölns Trainer plant noch nicht mit dem Offensivspieler für das kommende Spiel in Augsburg.

Ob er in den kommenden Tagen gedenke, auch mal ins Meer oder in den Hotel-Pool zu springen, wurde Timo Schultz nach der ersten Einheit am Montagabend in Algorfa gefragt. „Wie weit ist das Meer von uns weg – 20 Kilometer? So weit kann ich nicht springen. Ich habe nur Fußball geplant, für alles andere hatte ich noch keinen Kopf“, sagte der Trainer des 1. FC Köln – und schmunzelte dabei. Der Coach des Bundesliga-Vorletzten hat gewiss seinen Humor nicht verloren, aber noch mehr hat der 46-Jährige derzeit ganz andere Themen, die es zu priorisieren gilt.

Als einzige Mannschaft der 1. und 2. Bundesliga nutzen die Kölner die Länderspielpause, um ein Kurz-Trainingslager zu absolvieren. Schultz ist nach dem ersten Tag mit den Bedingungen an der Costa Blanca zufrieden. Die seien „topp. Der Trainingsplatz macht einen stabilen Eindruck, das Hotel ist richtig gut. Und die Temperaturen ebenfalls. Wir sind aber nicht hier, um in der Sonne zu liegen, sondern um zu arbeiten. Am Dienstag stehen gleich mal zwei Einheiten an“, sagte der Ostfriese, der sogleich den Schwerpunkt in den wenigen Tagen bis zur Rückreise am Samstagvormittag benannte: „Das Spiel mit dem Ball – ganz klar. Wir hatten jetzt einen langen Block, in dem wir auf Kompaktheit Wert gelegt haben. Jetzt setzen wir in der Länderspielpause den Schwerpunkt auf dem Spiel mit dem Ball nach vorne – auch in den Videoanalysen vor jeder Einheit.“

1. FC Köln: Drei mitgereiste Spieler fehlten bei der ersten Einheit in Algorfa

22 Spieler des akut abstiegsbedrohten Bundesliga-Vorletzten sind mit nach Spanien gereist. Am Dienstag soll auch Kapitän Florian Kainz eintreffen, der nach der Geburt seines Sohnes nachreist. An der ersten Einheit nahmen allerdings nur 19 Spieler teil. Dejan Ljubicic und Linton Maina seien nach ihren Infekten noch „halb im Krankenstand, aber auf dem Weg der Besserung“, so Schultz. Sie sollen in Algorfa wieder ins Training einsteigen. Auf das verzichtete am Montag noch der junge Linksverteidiger Max Finkgräfe aus Gründen der „Belastungssteuerung“, wie es hieß. Den 19-Jährigen, der viel gespielt hat, plagen Rückenprobleme.

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Luca Waldschmidt setzte in Algorfa sein individuelles Aufbautraining nach dem Wadenbeinanbruch fort, am Montag trainierte er erstmals wieder mit dem Ball. Doch beim Offensivspieler ist weiterhin noch Geduld gefragt, Schultz will trotz der prekären Lage für seine Mannschaft jedenfalls kein unkalkulierbares Risiko beim 27-Jährigen eingehen. „Man wünscht sich als Trainer immer, dass es schneller geht. Doch bei ihm müssen wir sinnig vorgehen. Luca macht weitere Fortschritte und ist jetzt wieder am Ball. Der nächste Schritt wäre die sukzessive Heranführung an das Mannschaftstraining. Und da schauen wir im Trainingslager, ob es jetzt Sinn macht oder in Köln.“

Doch Waldschmidt fehlt nun schon seit über zwei Monaten, am 12. Januar im Abschlusstraining vor dem Heimspiel gegen Heidenheim hatte er sich verletzt. „Da sprechen wir schon von acht Wochen Pause. So gerne man das als Trainer immer möchte, Luca ist für uns sicherlich ein spezieller Spieler, aber ein bisschen Vernunft ist auch angesagt. Ich hoffe, dass er noch wichtig für uns wird. Gegen Augsburg sehe ich ihn eher aber noch nicht dabei“, rechnet Schultz nicht damit, dass Waldschmidt für das schwierige Auswärtsspiel am 31. März beim FCA eine Option ist.

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