Kölns Sportchef Thomas Kessler blickt auf die Freistellung von Lukas Kwasniok zurück und erklärt die Beförderung von René Wagner.
Kessler erklärt sichKwasniok durfte intern nicht um seinen FC-Job kämpfen

FC-Kaderplaner Tim Steidten (l.) und Sport-Geschäftsführer Thomas Kessler (M.) tauschen sich am Montagnachmittag mit dem neuen Kölner Cheftrainer René Wagner aus.
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Bevor die Profis des 1. FC Köln am Montagnachmittag erstmals unter René Wagner auf dem Platz standen, hatte Thomas Kessler ausführlich auf die Freistellung von Lukas Kwasniok am Sonntag zurückgeblickt. „Wir haben uns gestern Morgen am Geißbockheim getroffen und die Situation ganzheitlich analysiert und sind zu dem Entschluss gekommen, dass wir auf der Trainerposition etwas verändern wollen“, erklärte der Sport-Geschäftsführer.
Die Möglichkeit, intern um seinen Job zu kämpfen, bekam Kwasniok nicht mehr. „Wir haben nicht mit dem Trainer gesprochen, sondern uns im Kreis der sportlichen Führung ausgetauscht“, bestätigte Kessler, der Kwasniok aufsuchte, nachdem die Gremien die Freistellung gebilligt hatten. Und wie fiel die Reaktion von Kwasniok aus, der nach dem verpassten Derby-Sieg gegen Gladbach (3:3) wortreich um sein Amt gekämpft hatte? „Natürlich war Lukas enttäuscht. Er hat sich sehr akribisch mit der Situation auseinandergesetzt und bis zum letzten Moment alles dafür getan, die Saisonziele zu erreichen. Dann ist eine Enttäuschung völlig normal.“
Kessler selbst war angeblich bis zuletzt davon überzeugt, dass Kwasniok die Wende gelingen kann. „Ich habe bis zum Ende daran geglaubt, dass wir den Turnaround schaffen.“ Doch der gelang nicht, der FC holte aus den vergangenen 18 Spielen nur zwei Siege. Die Konsequenzen folgten. „Wenn du drei Tore zu Hause gegen Gladbach schießt, solltest du in der Lage sein, das Spiel zu gewinnen“, so Kessler.
Wenn ich diese Gedanken nicht hätte, hätten wir wahrscheinlich auch nicht so entschieden.
Für einen neuen Impuls sei die Länderspielpause der richtige Zeitpunkt: Wagner hat knapp zwei Wochen Zeit, die Mannschaft auf das Spiel in Frankfurt vorzubereiten. „Wir wollen alles tun, um in der Bundesliga zu bleiben.“ Der Sportchef erklärte, warum die Wahl auf den bisherigen Assistenten René Wagner (37) fiel: „Ich bin von seiner fachlichen Expertise maximal überzeugt. Er ist ein smarter Mensch mit gutem Umgang gegenüber Mitarbeitern und Mannschaft“, sagte der 40-Jährige. Besonders hob er Wagners sprachliche Vielseitigkeit hervor: „Ich habe selten jemanden erlebt, der in Ansprachen auf Deutsch und auf Englisch sehr natürlich sprechen kann, so dass auch die Emotionen dann übergeleitet werden.“ Obwohl zunächst als Interimstrainer vorgestellt, ist bei Klassenerhalt eine längerfristige Zukunft möglich. Kessler: „Wenn ich diese Gedanken nicht hätte, hätten wir wahrscheinlich auch nicht so entschieden.“
Das Kwasniok-Aus markiert einen ersten Einschnitt in Kesslers Bilanz als Sportchef. „Natürlich wünsche ich mir Kontinuität auf der Cheftrainer-Position. Das ist mir nicht geglückt. Aber das, was über Kontinuität steht, ist am Ende dieser Klub. Und danach richte ich alle Entscheidungen, die ich treffe“, sagte Kessler.

