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Restprogramm der Abstiegskandidaten 1. FC Köln droht Hauptrolle im Krimi

Funkel_Gespräch

Friedhelm Funkel stehen schwierige Wochen bevor.

Köln – Sechs Spiele bleiben Friedhelm Funkel, um den 1. FC Köln noch von Tabellenplatz 17 wenigstens auf den Relegationsrang zu heben. Grundlagenarbeit wird der 67-Jährige nicht mehr verrichten können, der körperliche Zustand einer Fußballmannschaft ist so spät in der Saison nicht mehr zu beeinflussen – und im Fall des 1. FC Köln ist das auch nicht nötig. Markus Gisdol war in seinen letzten Wochen als FC-Trainer so akribisch wie in den Monaten zuvor, die Kölner Mannschaft präsentiert sich in körperlich tadelloser Verfassung.

Gisdol ist ein Trainer, der wenig verzeiht

Es wird also auf andere Faktoren ankommen. Einer dürfte sein, allen Spielern noch einmal das Gefühl eines unbelasteten Neustarts zu geben. Markus Gisdol ist ein Trainer, der wenig verzeiht, daher waren zuletzt mehrere FC-Profis außen vor.

Die Ruhe, die ihm die Erfahrung aus weit mehr als 1000 Einsätzen als Spieler und Trainer im Profifußball beschert, könnte Funkel den Zugang zu seinen Spielern erleichtern. Das ist jedenfalls die große Hoffnung der Verantwortlichen: Den entscheidenden Impuls zu setzen, denn zu viele Partien verlor der FC scheinbar unnötig, weil die Psyche weniger stabil war als die Physis.

Schalke ohne Hoffnung

Sechs Spiele, das bedeutet auch, dass noch 18 Punkte zu vergeben sind. Werder Bremen auf Rang 13 liegt derzeit vier Punkte vor Arminia Bielefeld auf dem Relegationsrang und sieben vor Köln. Nach vier Niederlagen in Serie hat der Sog der Abstiegszone die Bremer wieder im Griff. Neben den Bremern und dem 1. FC Köln kämpfen Mainz, Hertha BSC und Arminia Bielefeld um den Verbleib in der Liga, Schalke 04 mit 13 Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz hat nur noch rechnerische Chancen.

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Neben der eigenen Form wird auch die Qualität der verbleibenden Gegner eine Rolle spielen im Abstiegskampf, das Restprogramm der Abstiegskandidaten präsentiert sich dabei höchst unterschiedlich. Eine einfach Rechnung illustriert das: Addiert man die Tabellenstände aller jeweiligen Gegner und teilt die Zahl durch sechs, erhält man den Durchschnitts-Tabellenplatz der Kontrahenten: Der 1. FC Köln etwa spielt am Samstag gegen Bayer 04 Leverkusen, den aktuellen Tabellen-Sechsten. Die weiteren Gegner sind RB Leipzig (2.), Augsburg (11.), Freiburg (10.), Hertha BSC (15.) und Schalke (18.). Im Durchschnitt stehen die sechs Verbleibenden Kölner Gegner also auf Rang 10,3. Das Bremer Restprogramm ergibt einen Wert von 8,5; Mainz kommt auf 6,8, Hertha BSC auf 14,5, Bielefeld auf 12,2, Schalke auf 12,3. Die Mainzer, die am vergangenen Sonntag zwar ein vorentscheidendes Spiel gegen den FC 3:2 gewannen, werden es also am schwierigsten haben. Hinzu kommt: Köln spielt nun zwar in Leverkusen und gegen Leipzig, anschließend jedoch nur noch gegen Mannschaften aus der unteren Tabellenhälfte. Mainz dagegen spielt am Wochenende gegen Hertha BSC und eine Woche später in Bremen. Dann aber folgen vier Spiele, die Mainz ausnahmslos verlieren kann: gegen Bayern München, in Frankfurt, gegen Dortmund und in Wolfsburg. Die fünf Punkte, die der 1. FC Köln derzeit hinter Mainz liegt, könnten also im Saisonfinale rasch dahinschmelzen. Dafür müsste Friedhelm Funkel jedoch ein paar Spiele gewinnen.

Hertha hat das einfachste Restprogramm

Hertha BSC hat zwar das rechnerisch leichteste Restprogramm, allerdings tut sich das teure Hauptstadt-Ensemble gerade gegen direkte Konkurrenten schwer. Das Duell mit den Berlinern erlaubte dem FC am vorletzten Spieltag, die Lücke von derzeit drei Punkten zu schließen – vor diesem Hintergrund ist besonders ärgerlich, dass Markus Gisdol die Kölner gegen Mainz in der Schlussphase auf Sieg spielen ließ und dabei das Unentschieden aus der Hand gab. Köln könnte mit einem Erfolg über die Hertha nur nach Punkten gleichziehen, angesichts der miserablen Tordifferenz käme der FC jedoch nicht vorbei.

Bielefeld mit gutem Gefühl

Arminia Bielefeld hat von den jüngsten fünf Partien nur eine verloren, die Mannschaft geht mit einem guten Gefühl in die verbleibenden Spiele: Die Aufsteiger aus Ostwestfalen hatten kaum damit gerechnet, derart aussichtsreich ins Saisonfinale gehen zu können. Der Trainerwechsel hat der Arminia geholfen, so spät er auch vollzogen wurde. Frank Kramer punktet deutlich besser als sein Vorgänger Uwe Neuhaus, Herthas Pal Dardai dagegen hat in seinen zehn Partien mit der Hertha eine schlechtere Ausbeute als vor ihm Bruno Labbadia. Werder Bremen auf Rang 13 hat an Trainer Florian Kohfeldt festgehalten, alle Vereine ab Rang 14 haben dagegen bereits gewechselt: 15 Übungsleiter nahmen in dieser Saison auf den Bänken der aktuell letzten fünf Mannschaften Platz. Schalke mit fünf und Mainz mit vier Trainern liegen an der Spitze.

Mainz hat nun 14 Partien mit Bo Svensson absolviert, der Däne hat mit 1,57 Punkten pro Spiel Werte erreicht, die über eine gesamte Saison auf einen einstelligen Tabellenplatz führten. Dennoch könnte Mainz wegen des schwierigen Restprogramms nach der kräftezehrenden Aufholjagd noch einmal in Turbulenzen geraten –  und Hertha BSC wirkt extrem instabil. Arminia Bielefeld hat zwar den individuell wohl schwächsten Kader, doch könnte der Zusammenhalt das Team bis ins Ziel tragen – mit Schalke aber ist kaum mehr zu rechnen.

Für den FC spricht, dass der Mannschaft im Endspurt neue personelle Möglichkeiten erwachsen sind. Sollte Friedhelm Funkel tatsächlich noch einen Impuls setzen können, sind die Aussichten nach wie vor realistisch.