Köln – Der 1. FC Köln trauert um Albert Caspers. Der ehemalige Präsident des Vereins starb am Dienstagmorgen nach langer Krankheit im Alter von 81 Jahren. "Ich drücke im Namen des gesamten 1. FC Köln der Familie unser tiefstes Mitgefühl aus", sagte FC-Präsident Werner Spinner. "Albert Caspers hat sich große Verdienste um den FC erworben. Die Nachricht von seinem Tod macht uns sehr betroffen." Caspers litt an Alzheimer und den Folgen einer Operation aus dem Jahr 2012. Zuletzt lebte er in einer Pflegeeinrichtung.
Eine große Lebensleistung hatte der Albert Caspers schon vollbracht, als er 1997 – eigentlich gegen seinen erklärten Willen – zum Präsidenten des 1. FC Köln gewählt wurde. Caspers hatte aus seiner Leidenschaft für Autos eine Laufbahn gemacht, die ihn von der elterlichen Kfz-Werkstatt im Eifeldörfchen Lissendorf über ein Studium an der TH Aachen über leitende Jobs bei Ford Köln führte bis zum Vizepräsidenten der Ford Motor Company, zum Vorstandsvorsitzenden und schließlich Aufsichtsratsvorsitzenden der Ford Werke AG.
1995 wurde der Hobbyfußballer und Verehrer der FC-Legende Hans Schäfer als Ford-Chef Mitglied des FC-Verwaltungsrats, ehe er am 7. Dezember 1997 zum 7. Präsidenten des Vereins gewählt wurde. Er – niemand sonst – führte den Klub in die wirtschaftliche Neuzeit mit dem Neubau des Stadions, der Ausgliederung des FC-Geschäftsbetriebes in eine Kapitalgesellschaft und einer Neustrukturierung in Sachen Wirtschaftlichkeit, Sponsoring und Marketing.
Im sportlichen Bereich konnte der erklärte Nicht-Fußball-Experte die Talfahrt – trotz schöner FC-Momente beispielsweise unter Trainer Ewald Lienen (1999–2002) – nicht verhindern.
In der Krise 2004 installierte der Klub dann Wolfgang Overath als „Berater des Vorstandes“. Schnell wurde klar, dass der Weltmeister von 1974 selbst nach dem höchsten Amt im Klub strebte. Am 7. Mai 2004 erklärte Caspers entnervt und enttäuscht seinen Rücktritt. Später kündigte er sogar seine Mitgliedschaft – die Vorgänge im Machtkampf hatten Narben hinterlassen.
Am 27. Februar 2014, seinem 81. Geburtstag, wurde Caspers schließlich die Ehrenmitgliedschaft verliehen. Viele sahen das als Signal von FC-Präsident Spinners, sich weiter von der Overath-Ära zu distanzieren. Mit Stefan Müller-Römer stimmte als Vertreter des Mitglieder-Rates ein weiterer Overath-Gegner der Vergabe zu. „Albert Caspers hat wichtige strategische Entscheidungen und strukturelle Änderungen für den 1. FC Köln getroffen und eingeleitet, von denen der Klub bis heute profitiert“, sagte Müller-Römer. (ksta, khw, ccp)
