Zehn Spieler sind beim 1. FC Köln bereits weg, auf die ersten Transfers müssen und werden weitere folgen.
Viel Bewegung im KaderDer große Umbau beim 1. FC Köln

Haben einiges zu tun: Kölns Sport-Geschäftsführer Thomas Kessler (l.), Kaderplaner Tim Steidten
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„Ein Moment wird für immer in meinem Herzen bleiben: Zu den Klängen der Hymne des 1. FC Köln auf den Platz zu laufen, war jedes Mal etwas ganz Besonderes. Dieses Gefühl und die Gänsehaut, die diese Hymne auslöst, werden mich mein ganzes Leben lang begleiten. Danke, 1. FC Köln, für diese unvergessliche Zeit. Der Effzeh bleibt immer ein Teil meiner Geschichte.“ Mit diesen emotionalen, nach nur einer Saison am Geißbockheim vielleicht auch etwas dick aufgetragenen Worten verabschiedete sich Jakub Kaminski von Köln und vom FC.
Der polnische Flügelstürmer, zweitteuerster Transfer der Vereinsgeschichte nach Anthony Modeste 2017, schließt sich bekanntlich Benfica Lissabon an. 17 Millionen Euro erhält der FC für den Mann, der in der vergangenen Saison mit zwölf Scorerpunkten in 36 Pflichtspielen entscheidend daran beteiligt war, dass die Kölner die Klasse halten konnten. Ein Gewinn von 11,5 Millionen Euro für den FC – doch ein Ersatz muss erst mal gefunden werden. Trotzdem: Ein sehr guter Deal war es für den FC fraglos.
Sport-Geschäftsführer Thomas Kessler sprach zum Abschied denn auch vom Kölner Stolz, Kaminski zu dessen Entwicklung verholfen zu haben, und würdigte den Flügelstürmer in höchsten Tönen: „Jakub hat in der vergangenen Saison bei uns auf ganzer Linie überzeugt – sowohl sportlich als auch menschlich.“ Kessler betonte zudem die Bedeutung des Transfers für beide Seiten: „Ein Wechsel zu einem Verein wie Benfica ist für Jakub ein großer Schritt – das haben wir auch selbst für ihn gewünscht.“
Als börsennotiertes Unternehmen unterliegt Benfica strengen rechtlichen und finanziellen Auskunftspflichten und bestätigte nicht nur die konkrete Ablösesumme, sondern räumte dem FC auch eine Weiterverkaufsklausel ein. Der Bundesligist wird an künftigen Gewinnen partizipieren – sollte der etatmäßige Flügelspieler weiterwechseln, erhält der FC zehn Prozent des Gewinns. Mit der zuvor gezogenen Kaufoption für den Polen in Höhe von rund 5,5 Millionen Euro an den VfL Wolfsburg hat der FC in diesem Sommer bereits rund 19 Millionen Euro in neue Spieler investiert. Jahmai Simpson-Pusey kam mit einer Kaufoption in Höhe von sechs Millionen Euro fest von Manchester City, Tom Krauß kostete 3,5 Millionen Euro an den FSV Mainz 05, zudem wurde Innenverteidiger Luka Lochoshvili für rund vier Millionen Euro vom Zweitligisten 1. FC Nürnberg verpflichtet. Der 28-jährige Georgier soll eine Art Jeff Chabot 2.0 werden – ein erfahrener Defensivspieler mit Härte, Mentalität und Führungskompetenz. Kessler hatte mehrfach betont, ein anderes Anspruchsdenken in den Kader bringen zu wollen.
Darüber hinaus steht mit Gideon Mensah (27), der zuletzt mit Ghana im WM-Einsatz war, ein weiterer Außenverteidiger kurz vor der Unterschrift. Der international erfahrene Spieler kommt ablösefrei, da sein Vertrag bei AJ Auxerre ausgelaufen war. Zudem macht sich der FC bekanntlich Hoffnungen auf Edson Álvarez (28), den Kapitän der mexikanischen Nationalmannschaft. Der Vertrag des defensiven Mittelfeldstrategen bei West Ham United läuft zwar noch bis 2028. Doch nach dem Abstieg aus der Premier League soll Álvarez den Verein verlassen. Der 1. FC Köln könnte der Ansprechpartner sein. Gespräche laufen bereits – besonders durch Kaderplaner Tim Steidten, der Álvarez bereits zu West Ham lotste, über ein breites Netzwerk in England verfügt und Türen öffnen soll, die für den Klub bislang verschlossen waren.
Carstensen fest zu Aarhus GF
Doch damit nicht genug. Womöglich könnte der FC noch sieben, acht weitere Spieler verpflichten – möglicherweise auch noch länger im Laufe des Sommers und gerade bei potenziellen Leihspielern. Neun Spieler haben die Kölner schließlich schon verlassen. Rasmus Carstensen (25) ist jetzt der zehnte: Der Rechtsverteidiger, der in der vergangenen Saison an Aarhus GF ausgeliehen war, wechselt nun fest zum dänischen Erstligisten, teilte der FC am Mittwoch mit.
Der Bedarf der Kölner ist also weiterhin immens, besonders in der Mittelfeld-Zentrale: Mit Krauß und Isak Johannesson sind derzeit nur noch zwei Spieler für diese Position vorhanden. Dazu sollen auf allen Positionen im Angriff weitere Spieler kommen, die Tore versprechen und die Offensive beleben. Dies unabhängig von der seit Monaten rauf und runter diskutierten und spekulierten Personalie Said El Mala. Beim Offensivspieler deutet sich an, dass der von Julian Nagelsmann verhinderte WM-Fahrer noch eine weitere Saison für den 1. FC Köln stürmen könnte. Und der Jungstar würde dem Team, das einige bekannte Namen verlor, auch ein Gesicht geben.
