Der Angriff auf den damaligen FC-Profi Tim Lemperle im Mai 2025 vor dem Partyschiff „Rhein Roxy“ wird ein Fall für das Gericht. Der mutmaßliche Täter hat gegen den Strafbefehl Einspruch eingelegt.
Ehemaliger FC-ProfiAngriff auf Tim Lemperle landet vor Gericht

Der damalige FC-Profi Tim Lemperle lief nach dem Vorfall im Mai 2025 im Aufstiegsfinale gegen Kaiserslautern mit einer Gesichtsmaske auf.
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Mehr als ein Jahr nach dem Angriff auf den damaligen FC-Stürmer Tim Lemperle landet der Fall vor dem Kölner Amtsgericht. Das teilte das Gericht auf Anfrage dieser Zeitung mit. Ein Verhandlungstermin steht noch nicht fest.
Die Staatsanwaltschaft Köln hatte zuvor einen Strafbefehl gegen den Beschuldigten beantragt. Gegen diesen legte der mutmaßliche Täter Einspruch ein. Zum Inhalt des Strafbefehls machte das Gericht keine Angaben. Nach dem Vorfall im Mai 2025 hatte die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Körperverletzung ermittelt.
Der Fall hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Tim Lemperle war nach dem Besuch des Partyschiffs „Rhein Roxy“ in Rodenkirchen körperlich attackiert worden. Der 24-Jährige zog sich dabei anderem einen Nasenbeinbruch zu. Lemperle war an jenem trainingsfreien Sonntag – eine Woche vor dem Aufstiegsfinale gegen den 1. FC Kaiserslautern – feiern gegangen. In der Event-Location am Rodenkirchener Rheinufer fand an dem Tag eine „Daydrinking“-Veranstaltung statt. Der aus dem Englischen stammende Begriff bezeichnet den Konsum von alkoholischen Getränken am Tag.
Als Profifußballer und gläubiger Mensch habe ich nicht genug auf meine Vorbildfunktion geachtet.
Lemperle befand sich zum Zeitpunkt des Angriffs in stark alkoholisiertem Zustand. Nach damaligen Angaben der Polizei soll der Fußballprofi auf dem Schiff zunächst verbal attackiert worden sein. Auf dem Gehweg vor dem Schiff soll die Auseinandersetzung eskaliert sein. Dabei soll Lemperle von dem Angreifer ins Gesicht geschlagen worden sein. Herbeigerufene Sanitäter versorgten den damaligen FC-Profi und lieferten ihn zur Behandlung in die Uniklinik ein.
Lemperles Einsatz im entscheidenden Spiel um die Bundesliga-Rückkehr war daraufhin tagelang in Gefahr. Zwischenzeitlich stand auch eine Suspendierung des Torjägers im Raum. Lemperle galt in der Kölner Mannschaft als Wiederholungstäter. Von einer solchen Maßnahme sah der gerade frisch installierte Interimstrainer Friedhelm Funkel jedoch ab.
„In der Öffentlichkeit ist vieles kritisiert worden – zum Teil heftig und auch zurecht. Aber Tim war sehr reumütig und die Mannschaft hat das auch akzeptiert. Es ist kein Bruch entstanden“, sagte Funkel damals. Lemperle trug beim 4:0-Heimsieg gegen Kaiserslautern zum Schutz seines lädierten Gesichts eine Maske. Bei seiner Einwechslung wurde er von Teilen der Fans mit Pfiffen bedacht.
Hoffenheims Trainer Christian Ilzer nimmt Tim Lemperle in Schutz
Sein im Sommer 2025 über die Bühne gegangener Wechsel zur TSG Hoffenheim hatte zu diesem Zeitpunkt bereits festgestanden. TSG-Trainer Christian Ilzer nahm Lemperle vor dem Hoffenheimer Gastspiel in Köln im vergangenen Februar in Schutz. Er habe „keine Unreife“ bei Lemperle wahrgenommen, betonte der Österreicher in einem Interview. „Natürlich habe ich von der Geschichte gehört und sie mit ihm besprochen. Das sind Dinge, die in deinem Leben passieren – die aber nicht passieren sollten, wenn du im Nachhinein darüber nachdenkst. Wichtig ist, dass er daraus gelernt hat. Diesen Eindruck hat er mir ganz klar vermittelt.“
Lemperle hatte sich nach dem Skandal für sein „unprofessionelles Verhalten“ öffentlich entschuldigt. „Als Profifußballer und gläubiger Mensch habe ich nicht genug auf meine Vorbildfunktion geachtet.“
