Abo

Vor Rheinderby gegen Bayer 04Baumgart zeigt Respekt und will Leidenschaft sehen

4 min
baumgart_1

FC-Trainer Stefan Baumgart beim Training vor dem Rheinderby gegen Bayer 04 Leverkusen.

Köln – Der FSV Mainz und RB Leipzig haben vorgelegt und den 1. FC Köln in der Tabelle vorläufig überholt. Doch der auf einen Mittelfeldplatz abgerutschte FC, der mit Ausnahme der 0:5-Niederlage vor neun Tagen bei der TSG Hoffenheim eine der positiven Saisonüberraschungen ist, kann am Sonntag (15.30 Uhr) noch nachziehen.

Das wird allerdings alles andere als einfach, denn im heimischen Rhein-Energie-Stadion empfängt die Mannschaft von Trainer Steffen Baumgart den Tabellenvierten Bayer 04 Leverkusen zum brisanten Nachbarschaftsduell.

Nicht im Kölner Kader stehen Angreifer Tim Lemperle und Linksverteidiger Noah Katterbach. Die Youngster kamen beide am Samstag beim beachtlichen 1:1 der U21 gegen Regionalliga-Spitzenreiter RW Essen zum Einsatz. Lemperle könnte ein Opfer der Systemumstellung sein, denn gegen Bayer 04 will Baumgart im 4-2-3-1 statt im 4-4-2 beginnen.

Änderungen in der Verteidigung nach 0:5-Klatsche?

Der Kölner Coach steht zwar für eine mutige, offensive Spielidee, doch nach der unerwarteten 0:5-Klatsche in Sinsheim wird er auch darauf bedacht sein, den Leverkusenern nicht zu viel Räume anzubieten, die diese durch ihre schnellen und wendigen Offensivkräfte ausnutzen könnten. So dürfte im defensiven Mittelfeld neben dem wiedergenesenen Dejan Ljubicic auch erneut Salih Özcan auflaufen. Mit vereinten Kräften sollen sie das Zentrum dichtmachen.

Baumgart überlegt zudem, Jorge Meré in der Innenverteidigung durch Luca Kilian zu ersetzen, der körperlich und von der Schnelligkeit her Vorteile gegenüber dem Spanier hat. Kilian müsste in dem Fall die Kreise des formstarken Bayer-Stürmers Patrik Schick einengen, der bereits sieben Tore erzielt hat. „Es ist die Qual der Wahl bei der Aufstellung in der Innenverteidigung. Wir müssen da auf die Geschwindigkeit der Leverkusener achten. Wir spielen zudem gerade mit dem Gedanken, mit einem oder zwei Sechsern zu spielen“, erklärt Baumgart. Als einzige Sturmspitze dürfte Anthony Modeste den Vorzug vor Sebastian Andersson erhalten. Der Schwede ist aber die erste Option, sollte Baumgart von der Bank aus reagieren müssen.

Der FC ist im heimischen Stadion noch ungeschlagen (vier Spiele, drei Siege, ein Unentschieden), trifft allerdings auf einen Gegner, der bis dato in der Fremde noch keine Partie verloren hat. Mit zehn Punkten ist die Werkself auswärts so gut wie seit der Saison 2010/11 nicht mehr in die Spielzeit gestartet.

Baumgart zeigt Respekt vor Leverkusen

Baumgart zeigt einigen Respekt vor Bayer 04: „Wir treffen auf eine der besten Mannschaften in Deutschland, auch wenn die Leverkusener vergangenes Wochenende deutlich gegen Bayern München verloren haben. Sie verfügen über eine hohe Geschwindigkeit und haben ein gutes Umschaltspiel mit sehr hoher Qualität. Wenn wir bestehen wollen, müssen wir als Mannschaft mit allem, was wir haben, dagegen arbeiten. Wir müssen Tugenden wie Intensität und Mut auf den Platz bringen“, fordert der Kölner Trainer, der zudem auf die Unterstützung der leidenschaftlichen FC-Fans im des im Heimbereich ausverkauften Stadion setzt: „Wir haben fast 50.000 Fans im Rücken. Ich hoffe, dass die Kölner uns bis zur letzten Minute unterstützen und wir das Feuer auf dem Platz entfachen können. Ich hoffe, dass es ein friedliches und stimmungsvolles Spiel wird. Darauf freue ich mich“, sagt Baumgart, der weiterhin auf den verletzten Dauerläufer Ellyes Skhiri verzichten muss.

Das könnte Sie auch interessieren:

Bei Bayer 04 fallen Charles Aánguiz (Wadenverletzung) sowie Julian Baumgartlinger und Timothy Fosu-Mensah aus, die beide noch Trainingsrückstand aufweisen.

Die Partie gegen Bayer Leverkusen ist bereits das 88. Begegnung zwischen beiden Teams. Dabei stehen für den FC 25 Siege zu Buche. Leverkusen ging 33-mal als Sieger vom Platz und 29 Partien endeten Unentschieden. Im Nachbarschaftsduell ging es meistens ordentlich zur Sache: Gegen kein Team kassierte Köln in der Bundesliga mehr Platzverweise als gegen Leverkusen (zehn) – ebenfalls zehn Mal flog aber auch ein Bayer-Profi runter. Die Werkself hat vergangene Saison beide Derbys gegen den FC klar gewonnen (4:0 in Köln 3:0 in Leverkusen). Doch es gibt auch ein gutes Omen für den Gastgeber: Beim letzten Heimspiel gegen Leverkusen vor vollen Rängen ging der FC als Sieger vom Platz. John Córdoba und Sebastiaan Bornauw, die allerdings nicht mehr das Kölner Trikot tragen, erzielten am 14. Dezember 2019 die Treffer zum 2:0-Erfolg.