Der 1. FC Köln hatte Said El Mala wie gewünscht ein Angebot aus der Premier League verschafft. Doch der Spieler sagte ab. Nun äußert sich der FC-Sportchef.
Wechselt El Mala?Thomas Kessler äußert sich zu Angebot aus England

FC-Geschäftsführer Thomas Kessler steht vor einem komplizierten Sommer.
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Thomas Kessler hat die Berichte vom ausgeschlagenen Angebot für Said El Mala bestätigt – und damit auch die Dimension des Vorgangs. „Es ist richtig, dass wir für Said ein Angebot erhalten haben, dessen wirtschaftliche Dimension sehr nahe an den Voraussetzungen lag, bei denen wir uns grundsätzlich mit einem Transfer beschäftigt hätten. Nach reiflicher Überlegung hat sich Said jedoch gegen einen Wechsel zu diesem Klub entschieden. Damit war das Thema für uns abgeschlossen“, sagte der Geschäftsführer Sport des 1. FC Köln auf Anfrage dieser Zeitung.
Den Klub nannte Kessler nicht. Nach Informationen dieser Redaktion handelte es sich um den FC Brentford. Der Premier-League-Klub aus dem Westen Londons hatte dem FC ein Angebot vorgelegt, das in Köln ernsthaft geprüft worden wäre: 45 Millionen Euro plus mögliche Boni von weiteren fünf Millionen sowie eine Beteiligung an einem Weiterverkauf standen im Raum. Für den FC wäre das ein Transfer von historischer Dimension gewesen. Dem Vernehmen nach handelten Kessler und seine Mitarbeiter auf Wunsch der Spielerseite, die selbst über kein internationales Netzwerk verfügt. El Mala hatte seinen Verein gebeten, ihm bei einem Wechsel in die Premier League zu helfen. Das hatten die Kölner mit Erfolg getan.
Es ist richtig, dass wir für Said ein Angebot erhalten haben, dessen wirtschaftliche Dimension sehr nahe an den Voraussetzungen lag, bei denen wir uns grundsätzlich mit einem Transfer beschäftigt hätten
Umso bemerkenswerter, dass der Wechsel nicht am FC scheiterte, sondern an der Entscheidung des Spielers und seiner Familie. El Mala wird von seinen Eltern Sabrina und Mohammed beraten, seit Said und sein Bruder Malek keinen klassischen Spielerberater mehr haben. Ein Grund für Saids Absage soll auch die Zukunft seines Bruders gewesen sein. Brentford war nach unseren Informationen nicht bereit, den 21-Jährigen ebenfalls zu verpflichten.
Das wäre für den englischen Klub nicht nur eine sportliche Frage gewesen. Seit dem Brexit gelten in England besondere Regeln für ausländische Profis. Spieler benötigen eine sogenannte Governing Body Endorsement (GBE), also eine sportliche Arbeitserlaubnis nach einem Punktesystem. Malek El Mala steht beim 1. FC Köln unter Vertrag, hat dort bislang aber kein Profispiel absolviert. Vor zwei Jahren kam er einmal für die deutsche U19-Nationalelf zum Einsatz. Nach den üblichen Kriterien dürfte das kaum reichen. Brentford hätte wohl einen der begrenzten Sonderplätze nutzen müssen. Für einen Klub, der solche Plätze strategisch vergibt, wäre das ein erheblicher Einsatz gewesen.
Wechsel innerhalb der Bundesliga?
Ein Wechsel innerhalb der Bundesliga erscheint für Said El Mala wenig realistisch – jedenfalls nicht in der Größenordnung, die der FC nach dem Brentford-Angebot als Maßstab anlegen dürfte. Das liegt nicht nur am Preis, sondern auch am Profil des 19-Jährigen. El Mala hat mehrere Jahre seiner Ausbildung bei unterklassigen Vereinen verbracht. Seine Torgefahr und sein Tempo sind offenkundig, zugleich gibt es Lernfelder, die Spieler aus Akademien großer Klubs oft früher bearbeitet haben: Laufwege, Automatismen gegen den Ball, der erste Kontakt. Ein Bundesligaklub mag für ein solches Talent 25 Millionen Euro investieren. Bei 50 Millionen Euro beginnt eine andere Kategorie.
Der FC Bayern etwa gibt eine solche Summe für Spieler aus, die international etabliert sind. Für Borussia Dortmund ist der Fall spezieller. Der BVB hatte sich bereits im Frühjahr 2024 intensiv um El Mala bemüht, als der sich in der U19 von Viktoria Köln rasant entwickelte. Man versprach Said eine zentrale Rolle in der Dortmunder Reservemannschaft. Aus Sicht der Spielerseite blieb das Interesse der Profiabteilung jedoch auffallend verhalten. Zudem stand Bruder Malek nicht zur Debatte. Viktoria Köln wurden damals nur 150.000 Euro Ablöse geboten, dem Spieler ein niedriges vierstelliges Monatsgehalt.
Ob Dortmund einen neuen Vorstoß wagt, bleibt abzuwarten. 50 Millionen Euro könnte der FC jedoch nicht erwarten. Aus familiärer Sicht wäre der BVB dennoch naheliegend: Die Eltern leben weiterhin in der Nähe von Krefeld. Die Nähe zum Ruhrgebiet könnte ein Argument sein. Zugleich ist Said El Mala inzwischen nach Köln-Ehrenfeld gezogen. Erstmals hat er ein eigenes Umfeld – und entwickelt sich beim FC in der Bundesliga weiter. Im Geißbockheim geht man vorerst davon aus, dass der Spieler bleibt.
