Abo

Wiedersehen vor GerichtKeller und Kessler sagen am Dienstag im El Mala-Prozess aus

3 min
1. FC Köln vs. Werder Bremen, 29. Spieltag, 17.04.2026, 15.30 Uhr, Said El Mala (1. FC Köln) jubelt nach dem Tor zum 1:0, Bild: Herbert Bucco

1. FC Köln vs. Werder Bremen, 29. Spieltag, 17.04.2026, 15.30 Uhr, Said El Mala (1. FC Köln) jubelt nach dem Tor zum 1:0, Bild: Herbert Bucco

Nach dem Sieg gegen Werder Bremen vermied Said El Mala ein Bekenntnis zum 1. FC Köln. Am Dienstag beschäftigt sich das Landgericht mit dem Wechsel des Jungstars zum FC.

Said El Mala fühlte sich geschmeichelt. „Wenn man einen Rekord knackt und der auch noch von Poldi war, ist das schon etwas Besonderes. Ich sehe das als Bestätigung für meine Leistungen“, freute sich der Jungstar des 1. FC Köln nach dem 3:1-Sieg gegen Werder Bremen. Mit seinem verwandelten Foulelfmeter in der siebten Minute hatte El Mala im Kellerduell nicht nur den wichtigen Führungstreffer erzielt, sondern auch einen alten Rekord von Vereinslegende Lukas Podolski überboten. Der 19-Jährige ist nun der jüngste FC-Spieler, der elf Bundesliga-Tore in einer Saison erzielen konnte. Podolski kam seinerzeit auf zehn Treffer.

„Ich freue mich, dass ich den Rekord geknackt habe. Das ist eine coole Auszeichnung. Jetzt heißt es, weitermachen“, sagte El Mala. Wie lange er dies allerdings noch im Kölner Trikot tun wird, erscheint fraglicher denn je. Am Sonntag vermied El Mala nach Spielende ein Bekenntnis zum FC und ließ mit seiner Aussage Raum für weitere Spekulationen. „Was passiert, kann ich nicht sagen. Aber ich habe noch fünf Spiele zu gehen und da gebe ich alles“, sagte der umworbene Torjäger, der trotz eines Vertrags bis 2030 offenbar einen Sommer-Wechsel in die Premier League anstrebt.

Was passiert, kann ich nicht sagen. Aber ich habe noch fünf Spiele zu gehen und da gebe ich alles.
Said El Mala über seine Zukunft beim 1. FC Köln

Während sich mehrere Topklubs um die Dienste Said El Malas bemühen, beschäftigt sich das Kölner Landgericht am Dienstag (9.30 Uhr, Saal 117) mit den Abläufen rund um den Wechsel des Offensivjuwels zum 1. FC Köln. Hintergrund ist eine Klage von Ex-Profi Abdenour Amachaibou (39), der von El Malas Ex-Klub Viktoria Köln eine Provision in Höhe von mehr als 40.000 Euro verlangt. Amachaibou vertritt die Ansicht, bei dem Transfer als entscheidender Tippgeber geholfen zu haben. Said und sein Bruder Malek El Mala waren im Sommer 2024 für insgesamt 350.000 Euro Ablöse vom FC verpflichtet und zunächst für eine Saison an den Drittligisten zurückverliehen worden.

Die sportlichen Geschicke des FC leitete zum damaligen Zeitpunkt Christian Keller. Dessen Verbindung zu Amachaibou ist durchaus bemerkenswert. Keller holte den früheren deutschen U19-Nationalspieler einst als Profi zu Jahn Regensburg. Amachaibou folgte Keller später auch ans Geißbockheim, wo er nach Informationen unserer Redaktion auf der Geschäftsstelle per Minijob-Vertrag angestellt war. Keller wiederum hatte zuletzt mehrfach öffentlich erklärt, durch einen Tippgeber auf El Mala aufmerksam geworden zu sein. Das Gericht wird nun wohl klären müssen, ob Amachaibou von der Viktoria mit einem offiziellen Mandat ausgestattet war – und ob sein Hinweis tatsächlich von entscheidender Bedeutung für den Wechsel war.

Christian Keller (r.) arbeitete drei Jahre lang als Sportchef des 1. FC Köln. Beerbt wurde er vom damaligen Lizenzspieler-Leiter Thomas Kessler (l.).

Christian Keller (r.) arbeitete drei Jahre lang als Sportchef des 1. FC Köln. Beerbt wurde er vom damaligen Lizenzspieler-Leiter Thomas Kessler (l.).

Dafür sind nach Informationen unserer Redaktion zahlreiche Zeugen geladen. Zu ihnen zählt Christian Keller, der somit ein Jahr nach seiner Trennung vom FC zumindest kurzzeitig nach Köln zurückkehrt. Dort kommt es am Dienstag zu einem pikanten Wiedersehen mit seinem Nachfolger Thomas Kessler, mit dem Keller in der sportlichen Führung des FC nie richtig zusammengefunden hatte. Auch Kessler ist als Zeuge geladen, gleiches gilt für U19-Trainer Stefan Ruthenbeck sowie Nachwuchs-Chefscout Martin Bülles.

Als Zeugen der Viktoria sollen Sportvorstand Franz Wunderlich, Rekordspieler Mike Wunderlich, der ehemalige Sportliche Leiter Stephan Küsters sowie dessen Nachfolger Valentin Schäfer gehört werden. Said El Mala selbst sowie dessen Eltern, die seit kurzem auch als Berater ihres Sohnes fungieren, treten dagegen nicht vor Gericht auf.