„Wir stehen vor den Ruinen des deutschen Fußballs“: Weltmeister Littbarski übt nach dem frühen WM-Aus vernichtende Kritik an Nagelsmann.
Littbarski rechnet abWeltmeister von 1990 kritisiert Nagelsmann und DFB scharf

Pierre Littbarski hat den DFB und Julian Nagelsmann nach dem WM-Aus scharf kritisiert.
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Nach dem Ausscheiden der deutschen Nationalelf bei der WM 2026 hat sich Weltmeister Pierre Littbarski (1990) mit scharfen Worten gemeldet. Gegen Paraguay schied das DFB-Team im neu geschaffenen Sechzehntelfinale mit 3:4 im Elfmeterschießen aus. Nach den Niederlagen in der Vorrunde 2018 und 2022 ist dies das dritte vorzeitige WM-Ende in Folge.
Der 66-Jährige, der 1990 in Italien bei sechs der sieben Begegnungen bis zum Titelgewinn mitwirkte, zeigte sich gegenüber dem Geissblog zutiefst enttäuscht. Er kritisierte insbesondere die mangelnde Emotionalität des Teams.
Littbarski: „Wir haben uns die Leidenschaft wegtrainiert“
„Wir haben uns die Leidenschaft wegtrainiert. Aber wir lügen uns im deutschen Fußball schon lange in die Tasche und machen uns alles kaputt, was wir bis 2014 erarbeitet haben. Wir stehen vor den Ruinen des deutschen Fußballs“, so die drastische Bewertung der FC-Ikone gegenüber dem „Geissblog“.
Besonders Bundestrainer Julian Nagelsmann wurde von Littbarski ins Visier genommen. Er zweifelte dessen Fähigkeiten als Trainer an und zog einen Vergleich zu seiner aktiven Zeit, als gute Trainer mehr Partien für sich entschieden als verloren. Nagelsmanns Statistik weist in 37 Partien 23 Siege, sechs Unentschieden und acht Niederlagen auf.
Vier dieser verlorenen Spiele hatten jedoch erhebliche Auswirkungen: das Scheitern im EM-Viertelfinale 2024 gegen Spanien (1:2 n.V.), die verlorenen Partien im Nations-League-Halbfinale 2025 gegen Portugal (1:2) und im Match um den dritten Platz gegen Frankreich (0:2) sowie das aktuelle WM-Aus.
Auch das Benehmen des 38-Jährigen in der Öffentlichkeit stößt bei Littbarski auf Unverständnis. „Wenn Johannes B. Kerner ihm eine Frage stellt, dann hat er vernünftig zu antworten, denn er antwortet nicht Kerner, sondern den Menschen, die mit ihrem Geld für Tickets und Trikots sein Gehalt bezahlen. Da wirkte er wie ein bockiges Kind.“
FC-Talent El Mala hätte der Mannschaft geholfen
Als Legende des 1. FC Köln thematisierte Littbarski ebenfalls die Nicht-Berücksichtigung des FC-Profis Said El Mala (19). Der Bundestrainer hatte stattdessen Leroy Sané (30) den Vorzug gegeben, eine Wahl, die Littbarski als Fehler betrachtet. Er ist sich sicher, dass der junge Akteur der Mannschaft im entscheidenden Spiel hätte nützen können. (red)
„In so einem Spiel wie gegen Paraguay hätte er uns helfen können. Er ist jemand, der mal was erzwingen will“, führte er aus. Anders als Akteure wie Sané, Wirtz und Musiala, die zu sehr auf Sicherheit bedacht seien, sei El Mala ein Typ, der auch mal „mit dem Kopf durch die Wand“ gehen wolle. Littbarski schloss: „Die sind nicht frei im Kopf.“
