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Leverkusener Extremsportler70-Kilometer-Lauf bei 36 Grad

3 min
Sanja beim 70-Kilometer-Lauf um die BayArena

Sanja beim 70-Kilometer-Lauf um die BayArena

Der Extremsportler Sanja möchte innerhalb eines Jahres alle 18 Bundesligastadien umrunden. Der Auftakt war am Samstag an der BayArena.

Mit Wasserpistolen und Campingstühlen hat sich das Team von Sanja, bürgerlich Alex Maier, unter der Stelze neben der BayArena eingerichtet. Im Schatten der Brücke ist es aushaltbar, auch bei über 30 Grad an diesem Samstag. Für diesen Tag hat sich Sanja vorgenommen, eine Strecke von 70 Kilometern um das Leverkusener Stadion zu laufen. Der Lauf ist der Auftakt – innerhalb eines Jahres möchte der Sportler alle 18 Bundesligastadien umrunden.

Neun bis zehn Stunden sind dafür an diesem Samstag angedacht. Ein herausfordernder, um nicht zu sagen gefährlicher Vorsatz, bei der aktuellen Hitzewelle. Kritik an dem Event habe es durchaus auch gegeben, wie Niclas Helmut aus Sanjas Team berichtet. „Wir haben so etwas gehört wie ‚Es ist unvorsichtig, was ihr macht‘ oder ‚Ihr riskiert damit bewusst, den Rettungsdienst zu überlasten‘“, sagt Helmut. Aus diesem Grund hätten sie viele Sicherheitsvorkehrungen getroffen: Sanja legt immer wieder Pausen zum Trinken und Abkühlen ein, Herzfrequenz, Tempo und Höhenmeter überwacht das Team, zwei Personen fahren mit dem Fahrrad neben ihm her. „Wir gehen da nicht amateurhaft ran“, betont Helmut.

Es tut einem alles weh, der Kopf schreit nach Pause und man macht trotzdem weiter
Sanja, Extremsportler

Über eine Verschiebung aufgrund des Wetters habe er nicht nachgedacht, sagt Sanja bestimmt. „Es stand die ganze Zeit fest, auf das Wetter haben wir keinen Einfluss“, sagt er. Zu dem Lauf motiviere ihn, über seine Grenzen zu gehen, dabei stellt er aber auch klar: „Motivation gibt es bei mir nicht, es ist eher Disziplin.“ Am Laufen begeistern den 28-Jährigen laut eigener Aussage die Emotionen. „Es ist schon eine Nahtoderfahrung: Es tut einem alles weh, der Kopf schreit nach Pause und man macht trotzdem weiter“, so Sanja. Eine Erfahrung, die bei diesem Wetter wohl noch intensiviert wird.

„Grenzen sind immer Startlinien“ – das sei Sanjas Motto, sagt Niclas Helmut über seinen guten Freund. Für das Projekt weiter motiviert hat Sanja und sein Team wohl vor allem auch der erste Fan: Ein Junge, der mit seinem Fahrrad extra zum Testlauf in Gelsenkirchen gekommen sei und gefragt habe, ob er mitlaufen könne. „Das war so ein Gänsehaut-Moment“, erzählt Helmut.

Interessierte können den Lauf im Live-Stream verfolgen

Während Sanja läuft, kümmern sich Felix Baldus, Justin Wichmann und Phil Matheußek um die Technik, immerhin wird der Lauf live auf den Platformen TikTok und Twitch übertragen. So können Interessierte bequem von zuhause aus den Lauf verfolgen, sie können auch Fragen stellen, die Sanja regelmäßig beim Laufen beantwortet.

Auf den Plattformen habe sich schon eine Fangemeinschaft etabliert. Trotzdem kommt es auch zu Überraschungen: „Bayer 04 hat ‚Viel Erfolg‘ kommentiert“, kommt die Durchsage. Phil Matheußek kümmert sich um das Streaming (zu Deutsch: die Übertragung). Es sei heute notwendig, die sozialen Medien einzubinden und in Richtung Influencing zu gehen, wenn man mit einem Projekt erfolgreich sein wolle, sagt er. Der digitale Weg ermöglicht Fanunterstützung trotz der hohen Temperaturen. 

Letztendlich macht das Wetter Sanja allerdings doch deutlich mehr zu schaffen als zunächst angenommen: „Irgendwann wurde es so heiß, dass Alex nicht mehr laufen konnte“, berichtet Phil Matheußek nach dem Lauf. Er muss öfter und länger Pausen einlegen. Die Herausforderung, die der Extremsportler um zehn Uhr morgens begonnen hat, dauert bis halb zwei in der Nacht. Zehn Stunden reine Laufzeit – Pausen und das Laufen dauern länger als erwartet. Erst am Abend, als es abkühlt, habe Sanja ordentlich Meter machen können. Und so lautet das Fazit aus dem Team: „Die Challenge war am Ende doch eher das Wetter als die 70 Kilometer.“