Der FC blieb hart, der BVB zieht sich offenbar aus den Verhandlungen zurück. Die Kölner haben viel richtig gemacht, doch ein Risiko bleibt.
Poker um Said El MalaDer 1. FC Köln hat aus der Position der Stärke gehandelt


Lässt sich bisher zumindest öffentlich wenig bis nichts vom Transfer-Wahnsinn um ihn anmerken: FC-Jungstar Said El Mala
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Jahrelang war der 1. FC Köln außen vor, wenn die großen Transfers mit den sagenhaften Ablösen in der Bundesliga abgewickelt wurden. Einzige Ausnahme war Anthony Modeste; das ist aber mittlerweile schon neun Jahre her. Umso beeindruckender ist es, dass die Verantwortlichen um Sportchef Thomas Kessler in der Causa Said El Mala einen guten Job machen. Oder vielmehr: machten. Denn der BVB hat nun offenbar die Bemühungen um eine Verpflichtung von El Mala sogar eingestellt.
Der FC konnte endlich einmal aus der Position der Stärke handeln. Die Kölner hatten keinen Druck und haben ihn auch weiterhin nicht, den noch bis 2030 gebundenen Jungstar verkaufen zu müssen, der nach nur zwei Vertragsjahren und nur einer Saison im FC-Trikot eine immense Wertsteigerung erfahren hat. Und genau das ließ der FC zuletzt Borussia Dortmund spüren. Der BVB verhandelte dagegen nicht mehr aus der Position der Stärke, sondern der Notwendigkeit.
Soll der FC El Mala verkaufen?
Auf dem völlig überhitzten Transfermarkt war das Geschacher des BVB, der zweiten Kraft im deutschen Fußball, daher schwer nachvollziehbar bis unwürdig. Die Dortmunder hätten längst wissen müssen, dass sie dem FC mindestens eine Sockelablöse von 50 Millionen Euro plus Weiterverkaufsbeteiligung fällig sind, um sich die Dienste ihres Objekt der Begierde zu sichern. Die Kölner hatten diese Summen zuvor aus der Premier League offeriert bekommen. Warum hätten sie ihren besten und wertvollsten Spieler, einen Nationalspieler in spe, für weniger Geld innerhalb der Bundesliga ziehen lassen sollen? Es war daher vollkommen richtig, dass der FC hart bleibt.
FC-Verantwortliche zogen selbst noch keinen Schlussstrich
Mit fünf Angeboten lief Dortmund gegen die Wand. Der FC ging, so war zu erfahren – Stand jetzt – am Freitagvormittag auch nicht davon aus, dass noch ein sechstes Angebot folgen würde. Aber auch das konnte Verhandlungstaktik sein. Dafür sprach, dass sie selbst noch keinen Schlussstrich zogen, mit dem sie den Poker für beendet erklärten. Doch aus dem Geißbockheim war zu vernehmen, dass es sehr wohl intern eine Deadline gab.
1. FC Köln lobt El Mala, doch ein Risiko bleibt
Spätestens Anfang der kommenden Woche hätte eine Entscheidung fallen müssen. Denn der FC hätte im Fall der Fälle in der Lage sein müssen, selbst noch auf dem Transfermarkt auf den Verlust des Leistungsträgers reagieren zu können. Und da wäre für die Kölner die Zeit bis zum Schließen des Transferfensters ebenfalls knapp geworden. Doch mit dem Ausstieg des BVB aus dem Poker ist das allem Anschein nach jetzt hinfällig.
Die FC-Verantwortlichen betonen mantraartig, dass sich der Spieler bisher vorbildlich verhält. Und das, obwohl El Mala nach Dortmund wechseln wollte. Bleibt zu hoffen, dass das auch im Fall des jetzt offenbar geplatzten Wechsels so bleibt. Und keiner kann garantieren, dass El Mala eine ähnlich starke Saison 2026/27 spielt wie die vorherige und vor allem verletzungsfrei bleibt. Das ist das Risiko, das dem FC bleibt. Bisher macht es jedenfalls den Anschein, dass El Mala weiterhin hochmotiviert ist. Und die Kölner Fans könnten somit vielleicht noch mindestens eine weitere Saison große Freude an ihrem Juwel haben.

