Der Iran droht bei der Fußball-WM mit Spielabbruch, falls es in den Stadien zu Protesten gegen das Regime kommt.
Iran droht mit WM-AbbruchTeam will bei Protesten gegen Regime Spielfeld verlassen

Um die iranischen Fußballer gibt es vor ihrem WM-Start großen Wirbel. (Archivbild)
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Unmittelbar vor Beginn der Weltmeisterschaft im Fußball hat die iranische Seite angedroht, Partien vorzeitig zu beenden. Dies würde geschehen, sollten während der Spiele des Nationalteams Proteste von Exil-Persern gegen die Regierung in Teheran aufkommen. Sportminister Ahmed Donjamali übermittelte eine Warnung: „Wir haben der FIFA bereits mitgeteilt, dass die Verantwortlichen des Teams das Spiel abbrechen würden, sobald wir in den Stadien politische Parolen hören“.
Zusätzlich hat der Fußballverband des Iran den Weltverband FIFA ersucht, dafür Sorge zu tragen, dass Zuschauer aus dem Iran nur die offizielle Fahne der Islamischen Republik in die Arenen mitbringen. Falls die historische persische Fahne gezeigt wird, würde das Team ebenso den Rasen verlassen, wie der Minister laut Angaben des Sportportals Varzesh3 erklärte.
Historische Fahne als Zeichen des Widerstands
Seit geraumer Zeit insistiert der Iran darauf, dass in den Spielstätten ausschließlich die offizielle Staatsfahne gestattet ist. Die von monarchistischen Oppositionskreisen favorisierte historische Fahne, die ein Löwen- und Sonnenemblem trägt, wird oft bei Demonstrationen außerhalb des Landes genutzt. Sie gilt als Ausdruck der Ablehnung gegenüber dem politischen System im Iran. Experten hegen jedoch Bedenken, ob eine solche Regelung umgesetzt werden kann.
WM-Begegnungen in „Tehrangeles“ als spezielle Hürde
Die Lage ist deshalb besonders angespannt, weil zwei der drei Gruppenspiele des iranischen Teams in Los Angeles ausgetragen werden. In dieser Metropole, die auch die Beinamen „Tehrangeles“ oder „Irangeles“ trägt, ist der überwiegende Teil der persischen Gemeinschaft in den USA beheimatet, die fast zwei Millionen Personen umfasst. Für zahlreiche dieser Menschen stellt die Weltmeisterschaft eine hervorragende Bühne dar, um ihren Widerstand gegen die Regierung in Teheran international zu zeigen.
Belastet wird die WM-Beteiligung des Iran überdies durch den militärischen Disput mit den Vereinigten Staaten. Wegen Restriktionen bei der Einreise sah sich der iranische Verband gezwungen, das Mannschaftsquartier vom US-Bundesstaat Arizona ins mexikanische Tijuana zu verlegen. Laut Auskunft des iranischen Botschafters in Mexiko ist es dem Team nur an den Tagen der Spiele erlaubt, für die WM-Begegnungen in die Vereinigten Staaten zu gelangen.
Das Team aus dem Iran spielt am 16. Juni (3.00 Uhr MESZ) in Los Angeles gegen Neuseeland und tritt am 21. Juni (21.00 Uhr MESZ) an gleicher Stätte gegen Belgien an. Die dritte Partie der Gruppenphase wird am 27. Juni (5.00 Uhr MESZ) in Seattle gegen die ägyptische Auswahl ausgetragen. (dpa/red)
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