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Bayer 04Der Plan mit den Problem-Stürmern Schick und Azmoun

Lesezeit 3 Minuten
Bayer-Trainer Xabi Alonso spricht zu seinem Stürmer Patrik Schick

Trainer Xabi Alonso und Patrik Schick (rechts)

Der Werksklub hofft, Patrik Schick eine Operation ersparen zu können und erwartet, dass Sardar Azmoun Fitness und Fokus wiederfindet. 

Die Fußball-Profis von Bayer 04 Leverkusen haben nicht viel Zeit verloren. Sie posteten nach ihrem sportlichen Jahresabschluss mit dem 4:1-Sieg über den FC Zürich auf den sozialen Kanälen Beweise dafür, dass sie den Urlaubsauftrag ihres Arbeitgebers  ernst nahmen. Trainer Xabi Alonso hatte allerdings keinen Zweifel daran gelassen, dass sie, wo auch immer, ihrer Fitness den Vorrang geben müssen. Am 3. Januar, befahl der Spanier, wolle er alle in der bestmöglichen Verfassung wiedersehen für die drei Wochen Vorbereitung auf den Bundesliga-Restart in Mönchengladbach (22. Januar, 17.30 Uhr). „Wir sind Profis und müssen uns deshalb professionell verhalten“, sagte der für seine Disziplin und Eigenmotivation als Spieler bekannte Welt- und Europameister.

Allerdings ist nicht ganz klar, wen genau der Baske beim ersten Training auf dem Platz begrüßen können wird am 3. Januar. Patrik Schick zum Beispiel verfolgte den letzten Test am Samstag von der Vip-Loge aus. Seine massiven Leistenprobleme konnten auch durch eine Operation im Mai 2022 nicht behoben werden. Eigentlich könne er im Training alles machen, ließ der Tscheche durchblicken, alles, außer spielen. Mehr wolle er aber nicht sagen.

Bayer versucht Operation bei Schick zu umgehen

Hinter diesen kryptischen Äußerungen verbirgt sich der Plan, Besserung ohne eine weitere Operation herbeizuführen. „Wir haben ein ganz klares Programm, was zu tun ist bis zum Trainingsstart“, sagt Geschäftsführer Simon Rolfes im Gespräch mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Man beobachte bereits Fortschritte beim Tschechen. „Und wir sind guter Dinge, dass wir es anders als mit einer Operation hinkriegen.“

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Die Vertragsverlängerung mit dem zweitbesten Bundesliga-Torjäger der Vorsaison (24 Treffer in 27 Spielen) bis ins Jahr 2027 war im Frühjahr eines der großen Hoffnungszeichen dafür, dass in Leverkusen Großes entstehen kann. Wie man weiß, ging die Entwicklung auch aufgrund Schicks Problemen im Adduktorenbereich genau in die andere Richtung und Bayer 04 hatte zuletzt überhaupt keinen gelernten Mittelstürmer mehr zur Verfügung.

Hier gab der letzte Test aber ein wenig Hoffnung. Sardar Azmoun hat nach seiner Einwechslung Energie auf den Platz gebracht und auch sein wunderschönes Mittelstürmertor geschossen. „Das war wichtig für ihn, wir brauchen ihn noch“, sagt Xabi Alonso, dessen Fitnessauftrag ganz besonders in Richtung des 27-Jährigen gerichtet war. Die körperliche Verfassung war von Tag eins in Leverkusen an das große Problem des Iraners, der in der russischen Liga bei Zenit St. Petersburg Tore im Stand und im Schlaf schoss. Sein überragendes Talent als Strafraumspieler mit Gespür für Räume war da genug, im deutschen Fußball reicht es alleine aber nicht.

Dazu kamen sein heldenhaftes und mit hohem persönlichem Risiko verbundenes Engagement für die Menschenrechte in seiner Heimat, die Sorge um das von ihm unterstützte Volleyball-Damenteam und das Engagement für seine Vollblutzucht mit dem Star-Pferd Serik, das in Australien Erfolge feiert. Zusammen mit einer Muskelverletzung in den Wochen vor der WM machte das erfolgreichen Fußball kaum möglich.

Suche nach schlauer Lösung bei Winter-Transfer

In Leverkusen herrscht die Hoffnung, dass Sardar Azmoun im neuen Jahr zur Leidenschaft für seinen Hauptberuf zurückfindet, denn sein Strafraum-Talent ist unbestritten. „Er kann uns noch viel mehr zeigen“, sagt Geschäftsführer Simon Rolfes, der von den „großen Qualitäten“ des Iraners nach wie vor überzeugt ist. Als Alternative für die zentrale Sturmposition hat sich zuletzt allerdings Adam Hlozek (21) aufgedrängt.

„Er hat das zuletzt gut gemacht“, sagt Rolfes, der noch versucht, für den Problembereich auf der linken Defensivseite einen Wintertransfer hinzubekommen. „Das ist aber auch eine Frage der Finanzierbarkeit“, erklärt der Geschäftsführer, „man muss sehen, ob eine schlaue Lösung möglich ist.“ So wie mit dem vom FC Chelsea ausgeliehenen Stürmer Callum Hudson-Odoi, bei dem jetzt klar ist, dass er die Saison in Leverkusen zu Ende spielt. Eine Rückholklausel seines englischen Klubs ist in den letzten Tagen verstrichen.

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