Bayer 04 hat in dieser Saison sehr viele Punkte gegen Teams aus der unteren Tabellenhälfte liegengelassen. Nun wartet der FC Augsburg.
Bayer 04 vs. Augsburg16 verlorene Punkte – und die größte Woche der Saison wartet

Diskussionen nach Spielende in Heidenheim: Jarell Quansah (r.) und Torwart Mark Flekken im Gespräch, links: Equi Fernández und Ibrahim Maza.
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Bei Bayer 04 gilt der aktuelle Bundesliga-Spieltag als enorm bedeutend für den weiteren Saisonverlauf. Natürlich auch wegen der eigenen Partie gegen den FC Augsburg am Samstag (15.30 Uhr, Sky und Dazn). Vor allem aber wegen der Begegnungen der direkten Konkurrenz im Kampf um die Champions-League-Plätze. Alle drei Kontrahenten haben schwere Aufgaben vor sich. Hoffenheim spielt gegen Dortmund, Leipzig muss in Frankfurt ran und Stuttgart läuft beim FC Bayern auf, der am Sonntag die Meisterschaft feiern möchte.
Die Hoffnung in Leverkusen: Bayer geht als klarer Sieger dieses Spieltags hervor. Dazu muss Bayer zunächst die eigene Hausaufgabe erledigen. Die scheint machbar, doch genau darin liegt bei der Werkself in dieser Spielzeit das Problem.
Bereits 16 Punkte hat Bayer 04 in Spielen gegen Gegner aus der unteren Tabellenhälfte liegengelassen. Im Februar und März waren es die Auswärtsspiele in Mönchengladbach (1:1), Berlin (0:1) und Heidenheim (3:3). Hinzu kam das 1:1 gegen Mainz in der Bay-Arena. Fehlende Eigenmotivation? Das Unterschätzen vermeintlich schwächerer Gegner? „Es ist nicht eine Ursache, es ist komplizierter“, betont Trainer Kasper Hjulmand. „Wir hatten Verletzungen, durch den Umbruch auch Unruhe im Kader, mussten zum Beispiel acht verschiedene Spieler auf der rechten Seite einsetzen. Manchmal haben wir nach einer Führung schlecht verteidigt, zu große Räume gelassen. Das haben wir in einigen Spielen nicht gut gemacht – aber wir haben daraus gelernt.“
Eine Möglichkeit zum Lernen gab es auch in der Hinrunde beim FC Augsburg (0:1). „Wir haben gegen Augsburg zuletzt verloren – das haben wir nicht vergessen. Wir hatten Probleme mit dem Raum hinter unserer letzten Reihe. Es ist eine gute Mannschaft mit sehr schnellem Umschaltspiel. Wir müssen unser Bestes geben, aber wir freuen uns, wieder zu Hause zu spielen“, sagt Hjulmand, der personell vermutlich aus dem Vollen schöpfen kann – bis auf die Langzeitverletzten Arthur (Syndesmoseriss) und Martin Terrier (Muskel- und Sehnenverletzung im Oberschenkel).
Jarell Quansah steht im Kader
Jarell Quansah ist nach überstandener Muskelverletzung im linken Oberschenkel wieder dabei. Dass der englische Nationalspieler zurück ist, stellt Hjulmand vor eine schwierige Entscheidung. Quansah bildete in den vergangenen Monaten zusammen mit Edmond Tapsoba das stabilste Duo in der Dreierkette. Doch beim 1:0-Sieg in Dortmund am vergangenen Wochenende lieferten Robert Andrich und Loic Badé gute Argumente, um erneut von Beginn an auflaufen zu dürfen. „Es ist keine leichte Entscheidung“, sagt Hjulmand, „aber zu viele gute Spieler zu haben in dieser Phase der Saison, ist kein Problem. Das ist eine super Möglichkeit, sich gegenseitig zu pushen.“
Der Trainer spricht auch von einem Push, den der Sieg in Dortmund der Mannschaft für die entscheidende Saisonphase gegeben habe. Das sei in der Trainingswoche deutlich zu spüren gewesen. „Wir jagen Platz vier – das ist unser klares Ziel. Und der Weg dahin beginnt mit dem nächsten Spiel. Wir sind sehr fokussiert, und dann sehen wir am Ende“, betont der Däne.
Es bleibt abzuwarten, ob die Werkself das vermeintlich schwächere Augsburg diesmal ernst nimmt. Schließlich haben die Spieler die kommende Woche im Hinterkopf. Am Mittwoch wartet das Halbfinale im DFB-Pokal gegen den FC Bayern (20.45 Uhr, ZDF). Der Einzug ins Finale in Berlin wäre ein Coup in dieser Umbruchsaison. Doch damit nicht genug: Am kommenden Samstag steht dann das Derby beim 1. FC Köln an. Hjulmand glaubt nicht, dass es vorher zu einem Spannungsabfall kommt – wie so oft zuvor in dieser Saison. „Drei Spiele in einer Woche ist etwas ganz anderes als elf Spiele am Stück. Das ist kein Problem“, sagt er. „Wir spielen diese Woche mit voller Intensität – und das fängt gegen Augsburg an.“
Im Tor steht erneut Mark Flekken, dem nach sechs Gegentoren in zwei Spielen das Zu-Null-Spiel beim BVB gutgetan haben dürfte. Bei der vorigen Heimpartie gegen Wolfsburg hatte es höhnischen Applaus für den 32-Jährigen gegeben, der bei den Fans generell einen schweren Stand hat. „Das Beste, was unsere Fans tun können, ist, die Mannschaft zu unterstützen. Das ist meine klare Überzeugung: immer hinter unseren Spielern stehen – das ist das Beste, was man für den Verein tun kann“, sagte Hjulmand mit Blick auf das Publikum. Ein überzeugender Auftritt der Mannschaft in der Favoritenrolle würde dabei helfen.
Leverkusen: Flekken – Andrich, Badé, Tapsoba – Culbreath, Palacios, García, Grimaldo – Tillman, Maza – Schick. – Augsburg: Dahmen - Banks, Gouweleeuw, Schlotterbeck - Fellhauer, Massengo, Rieder, Giannoulis - Kade, Claude-Maurice – Gregoritsch. – Schiedsrichter: Brand (Schwebheim).
