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„Suchen wichtige Bausteine“Miguel vor Unterschrift – Leverkusens Umbau geht weiter

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Miguel Gutiérrez im Neapel-Trikot.

Miguel Gutiérrez von der SSC Neapel im Testspiel Ende Juli

Während sich die Mannschaft in Blankenhain auf die Saison vorbereitet, treibt Leverkusens Sportchef Simon Rolfes die Kaderplanung voran. 

Simon Rolfes schlendert am Sonntagvormittag im neuen weinroten Trainingsshirt von Bayer 04 durch das Fünf-Sterne-Hotel Weimarer Land in Blankenhain. Immer in der Hand oder am Ohr: sein Smartphone. Der Sport-Geschäftsführer arbeitet im sechstägigen Trainingslager in Thüringen durchgehend am Leverkusener Kader.

Mit Erfolg. Anfang der Woche soll ein neuer Spieler in ein weiteres Zimmer des ländlichen Anwesens einziehen, das von malerischer Natur und einer 45-Loch-Golfanlage umgeben ist.

Leverkusen zahlt zwischen 25 und 30 Millionen Euro

Miguel Gutiérrez ist der Wunschkandidat für die Position als Linksverteidiger. Der Wechsel war bis Sonntagmittag noch nicht endgültig perfekt, weil Leverkusen und der SSC Neapel noch über Details der Ablösezahlung verhandelten. Einige italienische Transferjournalisten hatten bereits in der Nacht zum Sonntag Vollzug gemeldet.

Dass es am Ende so kommt, ist auch höchst wahrscheinlich. Das Gesamtpaket für den Spanier soll zwischen 25 und 30 Millionen Euro liegen. „Wir kämpfen uns bei dem Thema und bei der Position voran und wollen natürlich etwas machen und jemanden verpflichten. Am Ende geht es darum, die beste Lösung zu haben. Wenn das ein oder zwei Tage länger dauert, ist es so. Es ist auf jeden Fall nah, aber am Ende müssen alle Dinge im gleichen Verständnis gesehen werden“, sagte Rolfes am Sonntagvormittag.

Gutiérrez war bereits in der vergangenen Saison der bevorzugte Kandidat für den Fall, dass Alejandro Grimaldo den Klub verlassen würde. Nun hat sich Grimaldo seinen Wunsch nach dem Wechsel zu einem Spitzenklub in Spanien erfüllt und läuft fortan für Atlético Madrid auf. Bayer 04 lotete also die Bedingungen für einen Wechsel von Gutiérrez aus, arbeitete parallel jedoch auch an der Verpflichtung des argentinischen Nationalspielers Facundo Medina von Olympique Marseille für die linke Seite. Am Ende legten sich Rolfes, Kaderplaner Kim Falkenberg und Trainer Carles Martínez auf Gutiérrez fest.

Ähnliche Spielanlage wie Grimaldo

Sobald die Vereine die Verträge unterschrieben haben, soll die sportmedizinische Untersuchung folgen. Ob diese in Leverkusen oder Blankenhain absolviert wird, ist noch nicht klar. Bayer 04 beobachtete den 25 Jahre alten früheren spanischen U21-Nationalspieler schon seit dessen Jugendzeit bei Real Madrid. Gutiérrez gilt – wie Grimaldo – als spielstarker, offensiv ausgerichteter Außenverteidiger. In der vergangenen Saison absolvierte er 36 Pflichtspiele für Neapel in der Serie A, der Coppa Italia und der Champions League, erzielte ein Tor und bereitete ein weiteres vor.

Mit der Verpflichtung von Gutiérrez ist die Kaderplanung in Leverkusen jedoch keineswegs abgeschlossen. „Die rechte Verteidigerposition ist eine Position, auf der wir uns umschauen“, betonte Rolfes. „Wir schauen aber natürlich auch, wie sich die Jungs entwickeln, die schon da sind, und wie sie uns überzeugen. Deshalb kann es eine Position sein, auf der wir etwas machen. Grundsätzlich schließen wir keinen Mannschaftsteil aus, was Zugänge betrifft.“

Auch auf der rechten Offensivseite könnte sich noch etwas tun. Derzeit ist Nathan Tella dort gesetzt. Zuletzt übernahm Lucas Vázquez diese Rolle im Test gegen Essen. Bayer möchte womöglich noch einen schnellen Spieler für die Offensive verpflichten. Leverkusen will grundsätzlich keine Talente, sondern gestandene Spieler verpflichten, die dem jungen Kader Führung geben. „Die Spieler, die wir jetzt holen wollen und bei denen wir sagen, dass sie uns verbessern können, sollen uns sofort helfen. Sie sollen punktuell das Mannschaftsgefüge und die Qualität direkt stärken“, betont Rolfes. „Wir suchen nicht nach weiteren Perspektivspielern. Wir haben ein gutes Gerüst und viele gute Spieler mit Potenzial im Kader. Die neuen Spieler sollen wichtige Bausteine für den Kern der Mannschaft sein.“

Einige Spieler sollen den Verein auch noch verlassen. Im zentralen Mittelfeld gibt es derzeit zwar ein Überangebot an Spielern, dennoch scheint auch dort alles offen zu sein. Nach dem Ausfall von Kennet Eichhorn, der wegen einer Stoffwechselerkrankung in der Klinik liegt, ist der Druck gesunken, dort jemanden abgeben zu müssen. Robert Andrich gilt weiterhin als Abgangskandidat, hat nun womöglich aber wieder größere Chancen, sich in die Mannschaft zu spielen. „Wir schätzen Robert seit Jahren sehr – auch wegen der Art und Weise, wie er sich einbringt. Für ihn gilt aber wie für alle anderen, sich sportlich in eine gute Position zu bringen und um seinen Platz zu kämpfen“, sagt Rolfes. „Kennet ist im Moment als Konkurrent nicht da. Trotzdem haben wir noch vier Spieler für zwei Positionen, dazu Noah Mbamba. Die Konkurrenz auf dieser Position ist also weiterhin hoch.“

Um Exequiel Palacios gab es zuletzt Gerüchte über einen möglichen Wechsel zu Ipswich Town oder RB Leipzig. „Bei manchen Spielern gibt es immer wieder Gerüchte. Palacios gehört zu den Spielern, bei denen das in den vergangenen Jahren immer einmal vorkam“, sagt Rolfes. Der Sport-Geschäftsführer bleibt entspannt, erklärt Palacios aber nicht für unverkäuflich. Das Gleiche gilt für Aleix García und Equi Fernández.

Nach einem freien Sonntag, den einige Spieler zum Golfen oder Padelspielen nutzten, kommt die Mannschaft am Montagmorgen in Blankenhain – 20 Kilometer von Weimar entfernt – erstmals auf dem Trainingsplatz zusammen.

Der Kader im Trainingslager: Flekken, Blaswich, Lomb, Rapsch (U19) – Badé, Tapsoba, Arthur, Oermann, Tape, Vázquez, Belocian – Fernández, Hofmann, Andrich, Tillman, Garcia, Maza, Culbreath – Terrier, Schick, Poku, Boniface, Tella, Kofane, Alfa-Ruprecht, Moreira.